Wirtschaft

China vor Zinssenkung - Stütze für den Immobilienmarkt

Um den schwächelnden Immobilienmarkt zu stützen, erwägt die chinesische Zentralbank, einen Schlüsselsatz zu senken. Das berichtet die Zeitung „Financial News", die für gewöhnlich sehr gut über die Schritte der Zentralbank informiert ist. Damit soll auch die Konjunktur in China belebt werden.
19.02.2024 12:26
Lesezeit: 1 min

Angesichts der anhaltenden Immobilienkrise will China offenbar mit der Senkung eines geldpolitischen Schlüsselsatzes die Wirtschaft weiter stützen. Die im Umfeld der Zentralbank angesiedelte Zeitung „Financial News" meldete am Sonntag unter Berufung auf Marktbeobachter, der Schlüsselsatz Loan Prime Rate (LPR) könne in den nächsten Tagen sinken. Dabei sei es eher wahrscheinlich, dass der für Hypotheken maßgebliche LPR für fünfjährige Kredite gesenkt werde. Die meisten neuen und ausstehenden Kredite basieren auf dem einjährigen LPR, während der fünfjährige für die Baufinanzierung wichtig ist. Er steht derzeit bei 4,20 Prozent und wurde zuletzt im Juni 2023 verringert. Experten erwarten, dass er am Dienstag um fünf bis 15 Basispunkte gekappt werden könnte.

Förderung von Investitionen

„Eine Senkung des fünfjährigen LPR trägt dazu bei, das Vertrauen zu stabilisieren, Investitionen und Konsum zu fördern und auch, die stabile und gesunde Entwicklung des Immobilienmarktes zu unterstützen", heißt es auf dem offiziellen WeChat-Account der Zeitung. Der LPR wird normalerweise den besten Kunden der Banken gewährt. Er wird monatlich festgelegt, nachdem 20 bestimmte Geschäftsbanken ihre Zinsvorschläge bei der Zentralbank eingereicht haben.

Die Volksrepublik hat seit dem Ende der Corona-Eindämmungsmaßnahmen Ende 2022 Probleme, an die starke Konjunktur von vor der Pandemie anzuknüpfen. Um die Wirtschaft zu stützen, hat die Zentralbank erst jüngst den sogenannten Reservesatz für Geschäftsbanken (RRR) gesenkt. Die Führung in Peking hat angekündigt, die Konjunktur weiter zu stützen.

Schwacher Konsum

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte laut offizieller Statistik in den drei Monaten vor der Jahreswende nur um 1,0 Prozent zu. Das Wachstum schwächte sich damit gegenüber dem im Sommer erreichten Anstieg von 1,5 Prozent merklich ab. Auf der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den USA lastet weiter eine Immobilienkrise. Zudem sind viele Regionalregierungen, die erhebliche Mittel in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt haben, hoch verschuldet. Zugleich bleibt der private Konsum bei den seit Monaten sinkenden Preisen eher verhalten. „Langfristig bremsen der größere Einfluss des Staates und das Streben nach Autarkie das Wachstum", so die Einschätzung der Volkswirte der Commerzbank. Sie gehen davon aus, dass sich das BIP im laufenden Jahr auf 4,0 Prozent abschwächen wird, von 5,2 Prozent im vorigen Jahr. (rtr)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitskosten in Deutschland: So stark unterscheiden sich die Regionen
05.11.2026

Die Kosten einer Arbeitsstunde liegen in Deutschland regional weit auseinander. Besonders deutlich zeigt sich das Gefälle zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...