Finanzen

Bitcoin überholt mit neuem Allzeithoch Silber

Der Bitcoin eilt von Rekord zu Rekord. Mit dem rasanten Kursanstieg lässt er inzwischen auch traditionelle Anlageprodukte hinter sich. An Gold kommt der Bitcoin aber nicht heran.
11.03.2024 12:36
Aktualisiert: 11.03.2024 15:31
Lesezeit: 2 min

Der Gesamtwert der Digitalwährung Bitcoin hat am Montag die Bewertung aller Silber-Bestände weltweit überschritten. Nach Berechnungen des Fachportals «Infinite Market Cap» waren sämtliche Bitcoins erstmals mehr als 1,42 Billionen US-Dollar (1,3 Billionen Euro) wert. Damit ließ die älteste Kryptowährung den Gesamtwert von Silber (1,38 Billionen Dollar) hinter sich. Die Kalkulation beruht auf Schätzungen, die besagen, dass bisher weltweit rund 1,74 Millionen Tonnen Silber abgebaut wurden. Am Montagnachmittag durchbrach der Bitcoin an den Börsenplätzen die Schwelle von 72.000 Dollar.

Für den rasanten Kursanstieg des Bitcoin sorgten in den vergangenen Monaten vor allem Vermögensverwalter wie BlackRock, Grayscale und Fidelity, die in den USA Bitcoin-Fonds aufgelegt haben. Diese Bitcoin-ETFs wurden im Januar von der US-Börsenaufsicht SEC genehmigt. Sie ermöglichen den Anlegern, in Bitcoin zu investieren, ohne die Digitalwährung selbst direkt erwerben oder verwahren zu müssen.

Rallye ins Nirgendwo oder bis ans Ende der Welt?

Die Rallye des Bitcoin hatte bereits im vergangenen Herbst begonnen. Allein seit Jahresbeginn hat das Digitalgeld um rund 62 Prozent gegenüber dem US-Dollar zugelegt. Die Liste der wertvollsten Anlageprodukte wird bei «Infinite Market Cap» vom Gold angeführt. Hier kommen die Gesamtbestände weltweit auf den zehnfachen Bitcoin-Wert (14,7 Billionen Dollar). In dem Ranking folgen dann börsennotierte Unternehmen: Microsoft liegt mit einem Marktwert von 3,02 Billionen Dollar auf Platz zwei, gefolgt von Apple (2,64 Billionen Dollar) und dem KI-Chip-Hersteller Nvidia (2,19 Billionen).

Mit dem neuen Bitcoin-Allzeithoch ist nicht gewährleistet, dass der Bitcoin-Kurs auch in Zukunft ständig weiter steigen wird. So war der Kurs nach dem einstigen Höchststand vom 10. November 2021 von rund 69 000 Dollar binnen eines Jahres auf unter 17 000 Dollar abgestürzt, auch weil der Skandal um die kriminellen Machenschaften rund um die Kryptobörse FTX das Vertrauen der Anleger erschütterte.

Bei der starken Bitcoin-Kursentwicklung dürfte auch ein Ereignis eingepreist sein, das für den 20. April erwartet wird: das nächste sogenannte Halving. Dabei halbiert sich die Belohnung, die Bitcoin-Miner für die Verifizierung von Krypto-Transaktionen erhalten. Letztlich führt der Vorgang zu einem langsamer wachsenden Angebot an Bitcoin, was in der Vergangenheit meist steigende Kursen zur Folge hatte. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie KI-Revolution: In einer Branche ist sie schon angekommen
13.06.2026

In der Softwarebranche ist die KI-Revolution nicht mehr Zukunftsmusik. Sie zeigt, wie schnell ein Beruf kippen kann und welche Fragen sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Sechs Thesen zur Krisenbewältigung
13.06.2026

Deutschlands Wirtschaft steckt in einer tiefen strukturellen Krise, da das exportgetriebene Wachstumsmodell der letzten Jahrzehnte spürbar...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Billionär Musk sieht SpaceX-Debüt abheben und holt den Titel
12.06.2026

Ein historischer Handelstag an der Wall Street voller Rekorde und geopolitischer Wendepunkte.

DWN
Politik
Politik Ukraine bald EU-Mitglied? EU beginnt Beitrittsverhandlungen trotz Kriegsstatus
12.06.2026

Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-Gespräche mit der Ukraine. Jetzt kann es endlich losgehen, berichtet die Deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Mitte ist pleite: Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen steigen stetig
12.06.2026

Die Welle der Insolvenzen in Deutschland endet nicht: Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Amtsgerichte einen spürbaren Anstieg...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Pandora-Aktie: Die neue Chefin gibt ein ungewöhnliches Eingeständnis ab
12.06.2026

Pandora kämpft mit schwächerem Wachstum, steigenden Kosten und enttäuschenden Märkten. Die neue Chefin Berta de Pablos-Barbier sieht...

DWN
Politik
Politik EU-Stabilitätspakt: Irland erhält Flexibilität bei Energieausgaben
12.06.2026

Mehr Spielraum im Budget: Die EU erweitert die Ausnahme für Verteidigungsausgaben auf den Energiesektor. Damit reagiert Brüssel auf die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Infrastruktur-Finanzierung: Bauindustrie fordert neue Debatte über Pkw-Maut
12.06.2026

Die deutsche Bauindustrie schlägt zur dauerhaften Sanierung des Verkehrsnetzes die Einführung einer Pkw-Maut vor. Durch den Wechsel von...