Finanzen

DAX-Rekord: Hoffnung auf Zinssenkungen beflügelt deutschen Aktienmarkt

Eine gedämpfte Inflation in den Vereinigten Staaten gab am Mittwoch dem deutschen Aktienmarkt einen kräftigen Schub. Kurz nach Veröffentlichung der US-Inflationsdaten erreichte der DAX am Nachmittag mit knapp 18.893 Punkten ein Rekordhoch. Wie geht es jetzt weiter?
16.05.2024 06:37
Lesezeit: 1 min
DAX-Rekord: Hoffnung auf Zinssenkungen beflügelt deutschen Aktienmarkt
DAX-Rekord: Die Aussicht auf Zinssenkungen treiben deutschen Aktienmarkt (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Mit einem Anstieg von letztlich 0,82 Prozent auf 18.869,36 Punkte rückte er einen Schritt näher an die 19.000er-Marke heran. Die zurückgehende Inflation in den USA lässt eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed wahrscheinlicher erscheinen – eine erfreuliche Aussicht für Anleger auf dem Aktienmarkt.

Der MDAX verzeichnete am Mittwoch ein Plus von 0,85 Prozent auf 27.451,38 Zähler. Der Index, der die zweite Liga der deutschen Börse repräsentiert, erreichte den höchsten Stand seit acht Monaten. Trotz seiner bisherigen bescheidenen Gewinne im Jahr 2024 zeigt er weiterhin Aufholbedarf im Vergleich zum DAX, der sein Jahresplus auf 12,6 Prozent ausgebaut hat.

Die Spekulation auf Zinssenkungen spiegelte sich im DAX in den Aktien verschiedener Branchen wider. Insbesondere Immobilienwerte waren gefragt, wie die 6,7 Prozent höheren Titel von Vonovia deutlich machten. Auch im Energiesektor, der wie Immobilien aufgrund erforderlicher Investitionen als zinssensitiv gilt, gab es Gewinne. Die Aktien des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy setzten ihren positiven Trend mit einem Plus von 6,5 Prozent auf den höchsten Stand seit 2021 fort.

In Bezug auf Unternehmensmeldungen sorgte die Berichtssaison weiterhin für Schlagzeilen. Aus dem Energiesektor stiegen die Aktien von RWE nach den Unternehmenszahlen um fast zwei Prozent. Bei der Commerzbank verzeichneten sie sogar einen Anstieg von 5,1 Prozent. Die Bank befindet sich nach dem besten Quartal seit 13 Jahren auf Kurs zu einem Rekordgewinn im laufenden Jahr. Der Aktienkurs erreichte den höchsten Stand seit 2012. Die Papiere des Pharma- und Spezialchemie-Konzerns Merck KGaA legten um 4,8 Prozent zu.

Im MDAX schloss sich das Immobilienunternehmen LEG nach der Vorlage seiner Geschäftszahlen mit einem Plus von 6,3 Prozent der allgemeinen Stärke in der Branche an. Dagegen geriet Hellofresh mit einem Minus von fast fünf Prozent unter Druck. Die US-Bank JPMorgan nahm ihre bisher positive Empfehlung für die Aktien des Kochboxenlieferanten zurück.

Auf europäischer Ebene stieg der EuroStoxx um 0,41 Prozent auf 5.100,90 Punkte. In Paris und London schlossen die Leitindizes ebenfalls moderat höher. An den New Yorker Börsen verzeichneten die wichtigsten Indizes Kursgewinne zwischen 0,6 und 1 Prozent.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,0864 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0832 US-Dollar fest (Dienstag: 1,0796). Damit kostete der Dollar 0,9231 Euro.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 2,56 Prozent am Vortag auf 2,54 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 124,47 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,87 Prozent auf 131,74 Zähler.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Debatte um Vermögenssteuer: Lego-Chef warnt vor Folgen für Unternehmen
12.03.2026

Die Debatte über eine Vermögenssteuer sorgt in Dänemark für Spannungen zwischen Politik und Wirtschaft, nachdem sich Lego-Chef Niels B....

DWN
Politik
Politik Energiepreise setzen Haushalte unter Druck: Wie die EU Stromkosten senken will
11.03.2026

Die EU-Kommission stellt einen neuen Energieplan vor, mit dem Haushalte in Europa spürbar bei den Stromkosten entlastet werden sollen....

DWN
Politik
Politik Steuerrecht: Ehegattensplitting vorm Aus? Mehr Arbeitszeit für Frauen nicht lukrativ
11.03.2026

Für viele Frauen lohnt es sich finanziell nicht, in den Job zurückzukehren oder ihre Teilzeit auszubauen, das Ehegattensplitting entpuppt...

DWN
Finanzen
Finanzen Gerresheimer-Aktie im freien Fall: Jahresabschluss verschoben, SDAX-Ausschluss droht – was der Bilanzskandal für Anleger bedeutet
11.03.2026

Für die Gerresheimer-Aktie reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach Bilanzfehlern und Untersuchungen der BaFin verzögert sich...

DWN
Politik
Politik EU-Rüstungsprogramm Safe: Polens Präsident lehnt EU-Rüstungskredite ab
11.03.2026

44 Milliarden für Polens Rüstung? Präsident Nawrocki blockiert ein EU-Programm und setzt auf eigene Ideen. Was steckt hinter dem...

DWN
Politik
Politik Abgelehnte Asylbewerber: Fast zwei Drittel aller Abschiebeversuche 2025 gescheitert
11.03.2026

Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Zahl der Abschiebungen deutlich zu steigern. Es dürfte ihr nicht gefallen, dass...

DWN
Politik
Politik IEA: Deutschland gibt wegen Iran-Kriegs Teil der Ölreserven frei
11.03.2026

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche schnellt der Ölpreis in die Höhe. Um dagegen anzugehen, wird jetzt ein seltenes...

DWN
Politik
Politik Spritpreise in Polen: Warum die Tankfüllung in Polen deutlich günstiger ist
11.03.2026

Die explodierenden Kraftstoffpreise treiben viele deutsche Autofahrer nach Polen, um deutlich günstiger Benzin oder Diesel zu tanken. Doch...