Panorama

Mehr als 50.000 Cholerafälle im Juli - Impfstoff fehlt

Konflikte, Naturkatastrophen und der Klimawandel vertreiben Millionen Menschen, die auf der Flucht oft unhygienische Verhältnisse antreffen. Das gibt einer tödlichen Krankheit Vorschub.
18.08.2024 13:51
Aktualisiert: 18.08.2024 14:30
Lesezeit: 1 min

Die lebensgefährliche Krankheit Cholera ist trotz des Einsatzes dagegen weiter stark verbreitet. Im Juli wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 52.000 Fälle aus 17 Ländern gemeldet, 15 Prozent mehr als im Monat davor. 223 Todesfälle seien gemeldet worden, 34 Prozent mehr. Die Darminfektion wird durch Lebensmittel und Wasser übertragen, die mit dem Bakterium Vibrio cholerae verunreinigt sind, häufig durch Fäkalien. Mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen kann Cholera verhindert werden. Unbehandelt können vor allem Kinder innerhalb weniger Stunden sterben.

Hohe Dunkelziffer bei Meldungen

Die Region östliches Mittelmeer verzeichnete mit Abstand die meisten Fälle (rund 43.500). Zu der Region gehören 21 Länder von Pakistan über Afghanistan und den Iran bis Marokko, ebenso wie der Gazastreifen und die besetzten palästinensischen Gebiete.

Weltweit waren es in diesem Jahr bis Ende Juli bereits gut 307.000 gemeldete Fälle, im Gesamtjahr 2023 gut 700.000. Meldungen gehen oft mit großer Verspätung ein. Zudem ist die Dunkelziffer nach WHO-Angaben bei solchen Meldungen groß, weil nicht alle Fälle registriert werden.

Kritischer Impfstoffmangel behindere den Kampf gegen die Darminfektion, so die WHO. Seit Anfang 2023 hätten Länder Bedarf an 105 Millionen Impfdosen angemeldet, es seien seitdem aber nur 55 Millionen produziert worden.

Grund für die hohe Zahl der Fälle seien Konflikte, Naturkatastrophen und Klimawandel. Das vertreibt viele Menschen, die auf der Flucht oft unhygienische Verhältnisse antreffen.

Nur ein Impfstoffhersteller

Der Impfstoff wird von einem einzigen Unternehmen hergestellt, EuBiologicals in Südkorea. Es hat begrenzte Produktionskapazitäten. Zudem wird nur produziert, was bestellt und bezahlt wird – das heißt, wenn nicht genügend Geld für den Kauf da ist, wird auch nicht produziert, wie Impfspezialistin Edina Amponsah-Dacosta im März im Portal „The Conversation“ erläuterte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA beflügelt die Wall Street
20.02.2026

Die Wall Street beendete den Handelstag am Freitag mit Gewinnen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Donald Trump...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI-Chips aus Sachsen: Infineon eröffnet im Juli neue Chipfabrik in Dresden
20.02.2026

Es ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte von Infineon. Fünf Milliarden Euro investiert Deutschlands größter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krka Generika: Wie Innovationen Preise und Märkte revolutionieren
20.02.2026

Der slowenische Pharmakonzern Krka entwickelt Generika, die den Markt verändern und Patienten besser versorgen sollen. Trotz fallender...

DWN
Politik
Politik NATO unter Druck: USA drängen auf Ende der Irak-Mission und Truppenabbau im Kosovo
20.02.2026

Die USA drängen in der NATO auf einen Kurswechsel und stellen Auslandseinsätze zunehmend infrage. Steht das Bündnis vor einer...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB verhängt Millionenstrafe gegen US-Großbank J.P. Morgan
20.02.2026

Die EZB nimmt das amerikanische Geldhaus ins Visier, weil es den Aufsehern über Jahre falsche Zahlen gemeldet habe. Damit hat J.P. Morgan...

DWN
Politik
Politik KEF-Bericht: Kommt eine neue Empfehlung zum Rundfunkbeitrag?
20.02.2026

Eine Expertenkommission legt einen neuen Bericht zum Rundfunkbeitrag vor. Diesmal könnte auch eine aktualisierte Empfehlung zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Breite Allianz für faire Bezahlung: Mehrheit fordert Tarifpflicht bei Staatsaufträgen
20.02.2026

In der Debatte um die Verwendung öffentlicher Gelder zeichnet sich ein deutlicher Stimmungsumschwung ab: Eine große Mehrheit der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktureller Frühling: Unternehmensstimmung in der Eurozone überrascht positiv
20.02.2026

Die Wirtschaft in der Eurozone startet mit unerwartetem Rückenwind in das Frühjahr, da sich die Stimmung in den Unternehmen im Februar...