Finanzen

DAX schwächelt nach zehntägiger Erholungsphase

Nach zehn aufeinanderfolgenden Gewinntagen beim DAX und weiteren Kursgewinnen am Dienstagmorgen sind die Anleger derzeit etwas vorsichtiger. Das Plus im deutschen Leitindex verringerte sich zur Mittagszeit auf 0,10 Prozent und einen Punktestand von 18.440.
20.08.2024 12:36
Aktualisiert: 20.08.2024 12:36
Lesezeit: 2 min
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DAX schwächelt nach zehntägiger Erholungsphase
Blick in die Frankfurter Börse: Der DAX schwächelt nach einer zehntägigen Erholungsrally (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Der MDAX blieb am Dienstagmittag stabil bei 24.965 Punkten. Die weiterhin freundliche Stimmung an den US-Börsen stützt den leicht positiven Marktverlauf.

Der kürzliche Rückgang des DAX um rund 1.500 Punkte scheint fast vergessen, und charttechnisch gesehen nähert sich der deutsche Leitindex aktuell der letzten Hürde bei etwa 18.450 Punkten. Dies könnte den Weg für ein potenzielles neues Rekordhoch ebnen, wie Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets betont. Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Broker CMC Markets, spricht angesichts der schnellen Erholung von der "wohl überraschendsten Rally des Jahres". In den 65 Jahren DAX-Geschichte gab es nur wenige längere Gewinnserien als die aktuelle.

Positiv auf die Märkte wirken die US-Daten zur Inflation und den Verbraucherausgaben der letzten Woche. Diese nähren die Hoffnung auf eine sanfte Landung der US-Wirtschaft und beruhigen die Märkte. Gleichzeitig richten sich die Blicke auf das anstehende Notenbanker-Treffen in Jackson Hole, USA. Anleger erhoffen sich Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik in der weltgrößten Volkswirtschaft.

"Am Markt wird weiterhin eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen großen Lockerungsschritt der Fed im kommenden Monat gehandelt", merkt die Helaba an. Die Landesbank selbst hält dies jedoch für unwahrscheinlich, da die Konjunkturdaten aus den USA "zu uneinheitlich für einen Paukenschlag" der Notenbank seien. Molnar befürchtet zudem, dass Fed-Chef Jerome Powell als "Spielverderber" auftreten könnte.

Ruhige Berichtssaison

Unternehmensseitig ist es nach der Berichtssaison und zum Ende der Sommerferien ruhig geworden. Chipwerte zählten in Deutschland zu den Favoriten, nachdem diese Branche in den USA bereits am Montag besonders gefragt war. Ein milliardenschwerer Zukauf des Halbleiterkonzerns AMD, der den KI-Primus Nvidia einholen möchte, dürfte ebenfalls unterstützend wirken. Infineon legten im DAX um 1,0 Prozent zu, Aixtron im MDAX um 1,3 Prozent und Süss Microtec sowie Elmos stiegen im SDAX zwischen 2 und 4 Prozent.

Im Bereich der erneuerbaren Energien legten Nordex nach Neuaufträgen um 0,9 Prozent zu. SFC Energy stiegen nach Halbjahreszahlen und bestätigten Jahreszielen um 5,2 Prozent. Warburg-Analyst Malte Schaumann hält es für möglich, dass der Brennstoffzellen-Spezialist seine Gewinnprognose für 2024 leicht übertreffen könnte.

Redcare Pharmacy hingegen litt unter den Halbjahreszahlen der Konkurrentin DocMorris und verlor knapp 3 Prozent. Die in der Schweiz notierte Online-Apotheke schrieb im ersten Halbjahr wie erwartet tiefrote Zahlen und senkte ihre Jahresziele.

Varta-Aktien rutschen ab

Außerhalb der DAX-Familie, zu der DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gehören, fiel Varta um weitere 8,5 Prozent. Die Aktien des ums Überleben kämpfenden Batterieherstellers hatten tags zuvor ein Rekordtief von unter einem Euro erreicht, sich dann bis Handelsschluss auf über zwei Euro erholt.

Das geplante Sanierungskonzept, das unter anderem den Einstieg des Sportwagenbauers Porsche AG vorsieht, birgt für Anleger eine bittere Pille. Ihnen droht ein Totalverlust.

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Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

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