Technologie

„Autopatriotismus“ statt Wettbewerb: CSU fordert E-Auto-Prämie für deutsche Hersteller

Die CSU fordert „Autopatriotismus“ und eine E-Auto-Prämie zugunsten deutscher Hersteller. Markus Söder kritisiert, dass die aktuelle Politik von Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) die Autoindustrie in eine Krise gestürzt habe. Söder verlangt weiterhin die Zulassung von Verbrennern und prangert die Grünen als „Autofeinde Nummer eins“ an.
23.09.2024 18:32
Lesezeit: 1 min

Die CSU fordert von der Bundesregierung mehr „Autopatriotismus“ - mit einer Prämie für E-Fahrzeuge, die vor allem deutschen Autobauern zugutekommen soll. „Es ist an der Stelle jetzt einfach mal ein bisschen mehr (...) Autopatriotismus angebracht“, sagte der CSU-Vorsitzende Markus Söder nach einer Parteivorstandssitzung in München.

Eine Prämie für E-Mobilität und auch für Hybridfahrzeuge wäre wichtig, „um einfach wieder den alten Förderstatus zu haben“. „Allerdings wünschen wir uns eine intelligentere Prämie. Keine Prämie, die am Ende nicht den deutschen Autos nützt, sondern anderen Autoherstellern.“ Ziel müsse deshalb sein, die Prämie so zu konzipieren, dass vor allem deutsche Hersteller profitierten, sagte Söder. Details, wie dies gehen soll, ließ er offen.

Zudem bekräftigte Söder die CSU-Forderung, auch weiterhin Verbrennermotoren auf europäischer Ebene zuzulassen - dies solle nicht nur für E-Fuels gelten, „sondern für alle Formen der Verbrenner“. Söder argumentierte: „Die CO2-Reduktion wird durch den technischen Fortschritt auf Dauer gemacht werden.“

Scharfe Kritik an Habeck

Abgesehen davon forderte Söder er eine Absenkung der Lkw-Maut in Deutschland, einen schnelleren Ausbau von E-Ladesäulen, ein modernes Wasserstoffnetz und einen „Ladestrompreis“ für die E-Mobilität. Zudem unterstütze man den Vorschlag, drohende Strafzahlungen von Autobauern bei den geplanten strengeren Flottenvorgaben beim CO2-Ausstoß zu verschieben und aussetzen, „wenn keine Schuld vorliegt“, sagte Söder.

„Deutschland ist schon in einer ziemlichen Krise, was das Auto betrifft“, sagte Söder. Bayern stehe im Moment zwar immer noch besser da als andere. Aber wenn Deutschland in den Bereichen Maschinenbau, Auto oder Chemie Probleme bekomme, dann bekomme auch Bayern Probleme. Absurd sei, dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Krise in diesen Branchen zum Teil selbst verursacht habe, argumentierte er. „Die Grünen sind seit Jahren die Autofeinde Nummer eins, anders kann man es ja gar nicht anders sagen“: Die E-Mobilitäts-Förderung sei gestrichen worden, es gebe kein Wasserstoffnetz, und die Grünen hätten aus ideologischen Gründen den Verbrenner „bekriegt“, kritisierte er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kurzarbeit in Deutschland: 133 Millionen Stunden verloren – ein Warnsignal
09.05.2026

Die Zahl ausgefallener Arbeitsstunden durch Kurzarbeit steigt weiter an und signalisiert eine wachsende Belastung für die deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Warum Europas Unternehmen unter Regulierung leiden
09.05.2026

Zwar gilt die EU vielen als Anker für Stabilität, doch im Mittelstand wächst der Unmut. Die regulatorische Dichte aus Brüssel wird...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wenn Führungskräfte scheitern: Warum Unternehmen Ideen oft nicht umsetzen
09.05.2026

Viele Führungskräfte scheitern nicht an Strategie oder Marktbedingungen, sondern daran, wie sie ihre Ideen im Unternehmen vermitteln und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volvo EX60: Warum dieses Elektro-SUV Mercedes, BMW und Audi nervös machen dürfte
09.05.2026

Volvo baut mit dem EX60 nicht einfach ein neues Elektro-SUV, sondern eine Wette auf die Zukunft der Marke. Der Wagen soll beweisen, dass...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Streit um Obi-Orange: Warum Farben über Marken-Erfolg entscheiden
09.05.2026

Der Baumarkt Obi steht vor dem Bundesgerichtshof (BGH) im Streit um den rechtlichen Schutz seiner markanten Hausfarbe Orange. Der Fall...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Milliardenbaustelle Deutschland: Warum Großprojekte oft scheitern – und was sich strukturell ändern muss
09.05.2026

Vom Hauptstadtflughafen bis zum Bahnknoten Stuttgart: Deutschlands Großprojekte entwickeln sich oft zu Dauerbaustellen mit Kosten in...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Investitionen: Big Tech verbrennt Milliarden und muss Rendite liefern
09.05.2026

Die großen US-Techkonzerne melden starkes Wachstum, doch die Euphorie bekommt Risse. Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet pumpen enorme...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: S&P 500 und Nasdaq wieder auf historischen Höchstständen
08.05.2026

Ein Handelstag der extremen Kontraste: Warum an der Börse Euphorie herrscht, während die Alltagssorgen wachsen.