Wirtschaft

Stellantis-Aktie stürzt ab: Opel-Produktion in Rüsselsheim wird gedrosselt

In dieser Woche wird im Opel-Stammwerk keine einzige Fahrzeugproduktion stattfinden. Auch danach wird die Fertigung zunächst nur in reduziertem Umfang fortgesetzt. Die Stellantis-Aktie bricht ein.
02.12.2024 13:31
Aktualisiert: 02.12.2024 13:31
Lesezeit: 2 min
Stellantis-Aktie stürzt ab: Opel-Produktion in Rüsselsheim wird gedrosselt
Die Opel-Produktion in Rüsselseheim steht, im Opel-Stammwerk wird keine einzige Fahrzeugproduktion stattfinden (Foto: dpa). Foto: Andreas Arnold

Stellantis-Aktie: Opel-Produktion ausgesetzt, Mitarbeiter freigestellt

Der Autobauer Opel hat die Produktion in seinem Werk Rüsselsheim erheblich zurückgefahren. In der laufenden Woche wird die Montage des Kompaktwagens Astra sowie des verwandten Modells DS 4 komplett eingestellt, wie ein Unternehmenssprecher mitteilt. Im Rahmen einer Absprache mit dem Betriebsrat stellt Opel das Werk in Rüsselsheim auf einen Ein-Schicht-Betrieb um, der voraussichtlich bis Ende Januar andauern soll. Diese Anpassung erfordert die Umstellung verschiedener Arbeitsprozesse. Für die kommende Woche sind die Mitarbeiter ohne Gehaltsabzüge freigestellt, berichtet der Sprecher. Diese Maßnahme sei als Anerkennung für ihre bisherige Leistung gedacht. Ab dem 9. Dezember wird die Fertigung dann im Ein-Schicht-Betrieb fortgeführt. Im Montagshandel reagierte die Stellantis-Aktie mit einem Kurseinbruch. Zeitweise rutschte das Papier des Opel-Mutterkonzerns auf 11,28 Euro ab, gegenüber dem Freitagshandel entspricht das einem Minus von annähernd 8 Prozent. Dennoch zeigen sich die Analysten überwiegend bullish:

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für die Stellantis-Aktie mit einem Kursziel von 16 Euro auf "Buy" belassen. Die Anleger dürften sich bereits auf die Nachfolgersuche konzentrieren, schrieb Analyst George Galliers am Montag anlässlich des nun früher als erwartet gekommenen Abschieds von Konzernchef Carlos Tavares. Der Finanzvorstand werde in dieser Woche auf einer Investorenveranstaltung von Goldman erwartet.

Ähnlich positiv fällt das Urteil der Schweizer Großbank UBS aus: Die Einstufung für Stellantis mit einem Kursziel von 16 Euro lautet "Buy". Je früher es einen neuen Chef gebe, desto besser, schrieb Analyst Patrick Hummel in seiner am Montag vorliegenden Reaktion auf den sofortigen Rücktritt von Carlos Tavares. Der Portugiese hatte seinen Abgang zuvor für Anfang 2026 geplant.

Noch positiver beurteilt die JPMorgan die Situation für die Stellantis-Aktie: Die Einstufung belässt die US-Bank nach den Wechseln an der Führungsspitze mit einem Kursziel von 17 Euro auf "Overweight". Der Abschied des Konzernchefs und des Finanzvorstands in so kurzer Zeit sei ein beispielloses Hemmnis für Anleger, die in den Autobauer investieren wollten, schrieb Analyst Jose Asumendi in seinem am Montag vorliegenden Kommentar. Der Interimschef sei aber eine solide Lösung für die Zeit der Suche nach einem Nachfolger.

Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für die Aktie von Stellantis mit einem Kursziel von 12 Euro auf "Sector Perform" belassen. Der Abschied des Konzernchefs Carlos Tavares sei zum jetzigen Zeitpunkt zwar überraschend, schrieb Analyst Tom Narayan in seinem am Montag vorliegenden Kommentar. Der Portugiese habe aber spätestens Anfang 2026 ohnehin seinen Abgang geplant. Der Autobauer sei gerade dabei, eine "Reparatur" der immensen Lagerbestände in Nordamerika durchzuführen - ein Prozess, der seiner Ansicht nach bis weit ins kommende Jahr andauern werde. Dabei dürften Preiszugeständnisse notwendig sei, die die Gewinne weiter belasten. Hierüber dürfte es Differenzen zwischen Tavares und dem Aufsichtsrat gegeben haben.

Rücktritt von Stellantis-Chef

Erst im Juni hatte Opel mit einem Besuch des Bundeskanzlers die 125-jährige Geschichte des Unternehmens im Fahrzeugbau gefeiert. Opel, ursprünglich ein Teil von General Motors, wurde 2017 von der Peugeot-Mutter PSA übernommen, die später in dem globalen Konzern Stellantis aufging. Am Hauptsitz in Rüsselsheim wurden mehrere tausend Arbeitsplätze gestrichen und die Produktion modernisiert. Derzeit sind im Opel-Werk in Rüsselsheim noch rund 1.600 Mitarbeiter tätig.

Am Wochenende wurde zudem das vorzeitige Ausscheiden von Stellantis-Chef Carlos Tavares bekannt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026: Milliarden fließen in wenige Taschen
15.06.2026

Die in Nordamerika beginnende Fußball-WM 2026 ist größer als je zuvor. Von den astronomischen Einnahmen dieses Sportfestes profitieren...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Leitzins angehoben: Wer sind die Verlierer und Gewinner?
15.06.2026

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone am vergangenen Donnerstag angehoben. Für Sparer, Kreditnehmer, Staaten und...

DWN
Politik
Politik Europäische Schlüsselstaaten wollen Kaja Kallas’ Macht beschneiden
15.06.2026

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, allen voran Deutschland und Frankreich, suchen nach Möglichkeiten, die Macht der Hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investoren verlieren Geduld: Merz-Beauftragter Blessing warnt vor Ernüchterung
15.06.2026

Deutschland gilt international weiterhin als verlässlicher und stabiler Standort. Dennoch wächst bei manchen Investoren die Skepsis...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft USA-Iran-Abkommen: Kommt jetzt die Entlastung bei den Spritpreisen?
15.06.2026

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran sorgt weltweit für Aufmerksamkeit – auch an den Energiemärkten. Experten sehen Chancen auf...

DWN
Politik
Politik Ukraine entwickelt kostengünstige Alternative zu US-amerikanischen Patriot-Raketen
15.06.2026

Die Ukraine hat eine neue Luftabwehrrakete getestet, die eine kostengünstigere und für die Serienfertigung geeignete Alternative zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX, Anthropic und OpenAI in Ihrem ETF-Fonds? Vielleicht schneller, als Sie denken
15.06.2026

Während Tesla ein ganzes Jahrzehnt gebraucht hat, um in den S&P 500 und damit in passiv verwaltete ETF-Fonds aufgenommen zu werden,...