Panorama

Papst mit Lungenentzündung in Klinik: Große Sorge um Kirchenoberhaupt

Papst Franziskus wurde wegen einer beidseitigen Lungenentzündung in die Gemelli-Klinik in Rom eingeliefert. Zunächst war von einer polymikrobiellen Superinfektion der Atemwege die Rede. Der Vatikan bemüht sich weiterhin um beruhigende Statements. Weltweit beten Gläubige für seine Genesung.
19.02.2025 15:56
Aktualisiert: 19.02.2025 15:56
Lesezeit: 3 min

Die Meldung über den prominenten Patienten in der Gemelli-Klinik in Rom hat sich inzwischen weit verbreitet. "Da oben liegt der Papst", raunen Passanten vor dem Krankenhaus im Westen von Rom. Die Blicke richten sich nach oben zu den Fenstern im zehnten Stock. Dort wird seit Freitag Papst Franziskus behandelt. Sein Gesundheitszustand hat sich zuletzt verschlechtert: Franziskus leidet nun offiziell an einer Lungenentzündung.

Seit Wochen war dem 88 Jahre alten Oberhaupt der katholischen Kirche anzumerken, dass seine Gesundheit zunehmend nachlässt. Ein Atemwegsinfekt, wie schon mehrfach in den vergangenen Jahren. Gerade in den Wintermonaten trifft es den Pontifex immer wieder. Das ist im hohen Alter nicht ungewöhnlich. Zusätzlich belastet ihn, dass ihm in jungen Jahren in Argentinien der obere rechte Lungenflügel entfernt wurde.

Papst setzte trotz Warnungen seinen Alltag fort

Diesmal ist die Situation ernster: Zunächst sprach der Vatikan von einer Bronchitis. Dann wurde eine "polymikrobielle Infektion" diagnostiziert – also eine Mischung aus Bakterien und anderen Erregern – sowie ein "komplexes Krankheitsbild". Das führte bereits zu Spekulationen. Nun lautet die offizielle Diagnose "beidseitige Lungenentzündung". Das bedeutet, sowohl der linke als auch der rechte Lungenflügel sind betroffen. Für Menschen in hohem Alter ist das eine ernstzunehmende Diagnose.

Dieser Zustand hätte unbedingt vermieden werden sollen. Die Ärzte von Franziskus rieten ihm seit Wochen zur Schonung, um die Infektion auszukurieren. Doch der Papst hielt weiterhin mehrere Termine täglich ab – auch bei niedrigen Temperaturen im Freien. Am Freitagmorgen empfing er noch den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico zur Privataudienz. Dabei wirkte er bereits erschöpft und hustete stark.

Kurz darauf ließ er sich ins Gemelli bringen, eine Universitätsklinik mit 1.800 Betten, nur wenige Kilometer vom Vatikan entfernt. Dort steht ihm im zehnten Stock ein eigener Bereich zur Verfügung: Ein Apartment mit Krankenzimmer, mehreren Salons, Küche, Kapelle und Besprechungsraum. Das gesamte Areal wird streng von der Vatikan-Gendarmerie bewacht.

Auch der polnische Papst Johannes Paul II. (1920–2005) wurde dort mehrfach behandelt. So häufig, dass er die Klinik humorvoll "Vatikan III" nannte – nach dem Hauptsitz in Rom und der Sommerresidenz Castel Gandolfo.

Franziskus gilt als eigenwilliger Patient

Jorge Mario Bergoglio, wie Franziskus mit bürgerlichem Namen heißt, gilt als schwieriger Patient. Ärzten begegnet er oft mit Zurückhaltung. "Sie wollen mich ins Krankenhaus bringen. Aber mir geht es besser, und ich möchte lieber zu Hause behandelt werden", soll er kurz vor der Einlieferung gesagt haben.

Trotz der aktuellen Diagnose versucht der Vatikan, Sorgen zu vermeiden. Bereits den fünften Morgen in Folge erklärte Papst-Sprecher Matteo Bruni, Franziskus habe eine ruhige Nacht verbracht, gefrühstückt, Zeitung gelesen und sich in seinen Sessel gesetzt. Die Ärzte verordneten ihm "absolute Ruhe". Doch offenbar arbeitet der Pabst auch aus der Klinik heraus: Fast täglich werden neue Bischofsernennungen aus dem Protokoll veröffentlicht.

"Die Welt bangt um den Pabst"

In den letzten Tagen wurden die Mitteilungen aus dem Vatikan ausführlicher und konkreter. Doch die knappen Updates werden von Beobachtern genau analysiert – oft zwischen den Zeilen. Häufig ist die Rede von einem "stabilen Zustand", wobei unklar bleibt, was das genau bedeutet. Eine deutliche Besserung scheint es für das Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken nicht zu geben.

In Italien dominiert die Gesundheit des Pontifex die Schlagzeilen. "Die Welt bangt um den Papst", titelte die Tageszeitung "La Stampa". Die italienische Bischofskonferenz rief alle Gläubigen auf, für Franziskus "in diesem Moment des Leidens" zu beten. In den italienischen Kirchen, die immer noch gut besucht sind, werden Fürbitten gesprochen. Auch in seinem Heimatland Argentinien beten die Menschen für den Pontifex.

Zeichen der Anteilnahme für den Papst

Seit Freitag hat sich Franziskus nicht mehr öffentlich gezeigt. Erste Überlegungen, das Angelus-Gebet aus dem Krankenhaus live zu übertragen, wurden verworfen. Vor der Gemelli-Klinik steht ein Denkmal von Johannes Paul II. Auf dem Sockel haben Gläubige Kerzen mit Bildern von Franziskus sowie Blumen niedergelegt. Immer wieder verweilen dort Menschen, die nach oben zu den Fenstern blicken.

Inzwischen sind zahlreiche Fernsehteams vor dem Krankenhaus eingetroffen. Die Live-Berichterstattung läuft weltweit. Die Polizei achtet genau darauf, dass Journalisten keine unerlaubten Bereiche betreten. Die Klinik bleibt für Medien tabu, und Ärzte sowie Pfleger haben Anweisung, keine Auskünfte zu geben. Zudem gilt im zehnten Stock ein striktes Besuchsverbot – nur engste Vertraute haben Zugang.

Zuletzt hieß es, der Papst habe mit dankbarem Herzen darum gebeten, "weiterhin für ihn zu beten". Vor dem Gemelli halten sich die Menschen daran – ebenso Besucher und Angehörige anderer Patienten. Auch eine ältere Dame, Marianna, betet für die Genesung von Franziskus. "Der Papst ist stark. Er wird es sicher schaffen." In der Klinik wurde unterdessen erstmals eine Messe für den Pontifex gelesen.

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