Wirtschaft

US-Zölle auf Importe aus Mexiko und Kanada offenbar wirksam - Handelskrieg droht

Die von US-Präsident Donald Trump verhängten US-Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada sind laut US-Medien kurz nach Mitternacht (Ortszeit) in Kraft getreten. Dies berichteten unter anderem "New York Times", "Wall Street Journal" und der Sender CNN. Die Gegenreaktionen lassen nicht lange auf sich warten.
04.03.2025 08:32
Aktualisiert: 04.03.2025 08:32
Lesezeit: 2 min

US-Zölle als Druckmittel im Handel

Trump hatte in Washington erklärt, dass die Strafzölle auf Waren aus Kanada und Mexiko in Höhe von 25 Prozent ab Dienstag gelten. "Präsident Donald J. Trump setzt die Einführung der Zölle gegen Kanada und Mexiko um", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses am Montag. Experten warnen vor einem nordamerikanischen Handelskonflikt mit ungewissen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Trumps Anordnung führte zu starken Kursverlusten an den Börsen. Zudem wies der Republikaner an, die im Februar beschlossenen US-Zölle auf chinesische Waren von 10 Prozent auf 20 Prozent zu erhöhen.

Laut "New York Times" machen die Importe aus Kanada, Mexiko und China gemeinsam mehr als 40 Prozent aller US-Importe aus. Trump argumentiert, die US-Zölle gegen Mexiko und Kanada seien notwendig, weil diese Länder unzureichend gegen Drogenhandel und illegale Migration an den Grenzen vorgingen. Peking wird von Trump beschuldigt, nicht genügend dagegen zu unternehmen, dass die in China produzierte Droge Fentanyl in die USA geschmuggelt werde.

Der US-Präsident nutzt Zolldrohungen regelmäßig als taktisches Mittel, um in anderen Politikfeldern Zugeständnisse zu erhalten. In den vergangenen Wochen hatte er verschiedene US-Zölle angedroht, einige davon aber kurzfristig wieder ausgesetzt. Dies galt auch für die US-Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko. Anfang Februar verschob Trump die geplanten Handelsbeschränkungen um mindestens 30 Tage, nachdem die Nachbarländer kurzfristig Zusagen zur Grenzsicherung gemacht hatten.

Reaktion auf US-Zölle: Kanada setzt auf Gegenzölle

Noch ist unklar, ob Kanada und Mexiko erneut eine Einigung mit Trump erzielen können, um die US-Zölle schnell zu beenden. Ein eskalierender Handelskonflikt in Nordamerika würde auch die deutsche Wirtschaft treffen, insbesondere die Autoindustrie. Fast alle deutschen Hersteller sowie zahlreiche Zulieferer haben Produktionsstätten in Mexiko, von denen aus auch der US-Markt beliefert wird. Die US-Zölle auf Kanada könnten unter anderem Volkswagen betreffen, das in Ontario eine Batteriezellfabrik plant, um seine E-Auto-Werke in den USA zu versorgen.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Kanada werde seinerseits ab einer Minute nach Mitternacht (6.01 Uhr MEZ) Zölle von 25 Prozent auf US-Waren verhängen, hatte Trudeau im Vorfeld erklärt. Dies gelte zunächst für Produkte im Wert von 30 Milliarden US-Dollar, würde jedoch nach 21 Tagen auf insgesamt 155 Milliarden US-Dollar ausgeweitet.

China kontert mit eigenen Maßnahmen

Auch zwischen den USA und China bahnt sich erneut ein Handelskonflikt an, ähnlich wie bereits 2018. Als Reaktion auf die neuen US-Zölle kündigte China Vergeltungsmaßnahmen auf Agrarprodukte an. Laut Pekinger Handelsministerium wird China ab dem 10. März zusätzliche Zölle von 15 Prozent auf Hühnerfleisch, Weizen, Mais und Baumwolle aus den USA erheben. Für weitere landwirtschaftliche Produkte, darunter Sojabohnen, Schweinefleisch und Rindfleisch, soll ein Aufschlag von 10 Prozent gelten.

Zusätzlich plant Peking, weitere US-Unternehmen auf eine Liste unzuverlässiger Entitäten zu setzen. Dies könnte bedeuten, dass betroffene Firmen in China mit Einschränkungen oder sogar einem kompletten Verbot ihrer Geschäftstätigkeit rechnen müssen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor per Dekret angeordnet, die bereits im Februar erlassenen US-Zölle auf Importe aus China zu verdoppeln. Laut einer aktualisierten Anordnung des Weißen Hauses sollen die bestehenden Strafzölle von 10 Prozent auf 20 Prozent erhöht werden. Trump begründete diese Maßnahme mit der anhaltenden Einfuhr von in China hergestelltem Fentanyl in die USA.

Während seiner ersten Amtszeit hatte Trump bereits einen ähnlichen Handelskonflikt mit Peking durch US-Zölle eskalieren lassen. Die höheren Abgaben belasten Chinas Exportwirtschaft, da sie chinesische Waren in den USA verteuern und somit deren Wettbewerbsfähigkeit senken

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