Politik

Von Grönland bis Finnland: Merz beim Nordischen Gipfel

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist heute nach Finnland, um dort am Nordischen Gipfel der nordischen Staaten teilzunehmen. Im Zentrum stehen die Sicherung des Nato-Gebiets angesichts wachsender Spannungen mit Russland sowie die wirtschaftliche Kooperation. Merz wird ein Abendessen (18.00 Uhr) mit den Regierungschefs auf einer mittelalterlichen Burg in der Hafenstadt Turku im Südwesten Finnlands besuchen.
26.05.2025 13:16
Lesezeit: 1 min
Von Grönland bis Finnland: Merz beim Nordischen Gipfel
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist zum Wochenstart auf Skandinavien-Tour (Foto: dpa). Foto: Kay Nietfeld

Merz in Skandinavien: Achte Station seiner Amtszeit

Finnland zählt normalerweise nicht zu den ersten Zielen eines neuen Kanzlers. Doch der Nordische Gipfel verschafft Merz in Finnland die Gelegenheit, gleich fünf Nato-Partner auf einmal kennenzulernen. Norwegen, Dänemark und Island sind bereits länger Mitglieder des Verteidigungsbündnisses. Finnland und Schweden traten dem Bündnis nach der russischen Invasion in der Ukraine bei.

Russlands Bedrohung dürfte in Turku beim Nordischen Gipfel das dominierende Thema sein. Für Finnland ist sie besonders greifbar – das Land teilt eine 1.340 Kilometer lange Grenze mit Russland. Jüngst berichteten Medien über russische Truppenverstärkungen in Grenznähe. Der Sender SVT aus Schweden zeigte Satellitenbilder mit neu errichteten Lagerhallen, einem großen Zeltlager auf einem Militärstützpunkt und einer wieder genutzten Luftwaffenbasis.

Enge Verbündete der Ukraine

Die schleppenden Bemühungen um ein Ende des Krieges gegen die Ukraine stehen ebenfalls auf der Agenda. Die Länder des Nordischen Gipfels gehören zu den verlässlichsten Unterstützern der Ukraine. Besonders der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein gutes Verhältnis zu Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen. Dänemark war eines der ersten Länder, das der Ukraine F-16-Kampfjets überließ. Die nordischen Länder stimmen ihre Hilfen oft mit den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ab.

Am Nordischen Gipfel beteiligen sich auch Regierungschefs der autonomen Regionen Grönland, Färöer (beide Dänemark) und Åland (Finnland). Die Diskussion um Grönland, angestoßen von US-Präsident Donald Trump, hat zuletzt an Schärfe verloren. Dennoch bleibt seine Absicht bestehen, die größte Insel der Welt aus sicherheitspolitischen Gründen unter US-Kontrolle zu bringen. Auch dieses Thema könnte auf dem Nordischen Gipfel besprochen werden.

Merz in Finnland: Gespräche mit Stubb und Orpo

Merz bleibt über Nacht in Finnland und wird am Dienstag bilaterale Gespräche führen – unter anderem mit Ministerpräsident Petteri Orpo sowie Präsident Alexander Stubb. Das Treffen in Stubbs Sommerresidenz dürfte für Merz in Skandinavien von besonderem Interesse sein. Stubb ist einer der wenigen europäischen Staatschefs mit gutem Draht zu Trump. Er besuchte den US-Präsidenten sogar in Mar-a-Lago zum Golfen und könnte Merz in Skandinavien wertvolle Hinweise für dessen bevorstehenden Besuch im Weißen Haus geben.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Textilrecycling: Wie eine schwedische Gründerin die Branche unter Druck setzt
12.12.2025

Ein junges schwedisches Unternehmen behauptet, die nachhaltigste Lösung für das Textilrecycling gefunden zu haben. Die Methode nutzt CO2,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Shein, Temu & Co. betroffen: EU erhöht Kosten für Billigpakete aus Drittstaaten
12.12.2025

Um die Flut günstiger Online-Pakete aus Ländern wie China einzudämmen, beschließt die EU eine neue Importabgabe. Ab Juli 2026 sollen...

DWN
Politik
Politik Regierung reagiert auf Cyberangriffe: Russlands Botschafter einbestellt
12.12.2025

Nach einer Reihe hybrider Angriffe, darunter Falschnachrichten, manipulierte Videos und eine Hacker-Attacke, hat die Bundesregierung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Flix bestellt 65 neue Fernzüge: Ausbau ab 2028 geplant
12.12.2025

Flix will das Fernverkehrsangebot deutlich ausbauen: Das Unternehmen hat beim spanischen Hersteller Talgo bis zu 65 neue Züge geordert....

DWN
Politik
Politik Regierung startet Onlineportal für Bürgerfeedback
12.12.2025

Die Bundesregierung will Bürger und Unternehmen stärker in die Verwaltungsarbeit einbeziehen. Über das neue Portal „Einfach machen“...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU setzt auf Kreislaufwirtschaft: Mehr Rohstoffe aus Schrottautos
12.12.2025

Die EU will die Wiederverwertung von Fahrzeugen deutlich verbessern. Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedsstaaten...

DWN
Immobilien
Immobilien Hausbrände verhüten: Wie Sie sich vor Feuer schützen
12.12.2025

Jährlich gibt es in Deutschland um die 200.000 Haus- und Wohnungsbrände. Eine verheerende Zahl, insbesondere wenn man bedenkt, dass die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenzen in Deutschland steigen weiter um 5,7 Prozent
12.12.2025

Die Pleitewelle in Deutschland reißt nicht ab: Im November stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent,...