Wirtschaft

Strengere Homeoffice-Regeln: Eine Bank geht den entgegengesetzten Weg

Während viele Banken strengere Homeoffice-Regeln einführen, setzt eine Bank auf maximale Flexibilität – ein Modell, das auch für Deutschland Folgen haben könnte.
06.09.2025 05:49
Lesezeit: 2 min
Strengere Homeoffice-Regeln: Eine Bank geht den entgegengesetzten Weg
Der Streit um Homeoffice-Regeln verschärft sich – Arbeitnehmer fordern mehr Freiheit, nicht weniger. (Foto:dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Strengere Homeoffice-Regeln – nicht bei der dänischen Arbejdernes Landsbank

Während viele Banken ihre Homeoffice-Regeln verschärfen, setzt die dänische Arbejdernes Landsbank auf mehr Flexibilität. Für die stellvertretende Direktorin Julie Kristine Strange ist die Möglichkeit, ein bis zwei Tage von zu Hause zu arbeiten, ein entscheidender Faktor für Wohlbefinden und Produktivität. Die Bank erlaubt Mitarbeitern, ihre Aufgaben auch aus dem Homeoffice zu erledigen und so Arbeit und private Termine wie Arztbesuche oder Sport besser zu verbinden.

Laut Strange ist Flexibilität ein Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente. Neben Homeoffice-Regeln bietet die Bank auch weitere Modelle wie flexible Urlaubsplanung oder Freistellungen für Prüfungen. Mitarbeiterumfragen hätten bestätigt, dass diese Maßnahmen das Wohlbefinden verbessern.

Banken verschärfen ihre Vorgaben

Nicht überall im Finanzsektor herrscht diese Haltung. Eine Umfrage des Finanzverbands zeigt, dass über ein Drittel der Beschäftigten weniger Homeoffice-Möglichkeiten haben als zuvor. Bei Nykredit wurde die Regel im Mai auf nur noch einen Tag pro Woche reduziert – zuvor waren zwei Tage erlaubt. Als Begründung nennt die Bank den anstehenden Zusammenschluss mit Spar Nord, der mehr physische Präsenz erfordere. Auch bei der Danske Bank gilt das Büro mittlerweile als primärer Arbeitsplatz. Personalleiter Karsten Breum betont die Bedeutung persönlicher Zusammenarbeit und die Notwendigkeit klarer Vorgaben.

Nordea, Jyske Bank und Danske Bank erlauben weiterhin bis zu zwei Tage, doch Gewerkschaften warnen vor einer „Einheitslösung von oben“. Dorrit Brandt, Vorsitzende des Finanzverbands, kritisiert, dass Manager kaum Spielraum hätten, individuelle Lösungen für ihre Teams zu finden.

Vorbild für Deutschland?

Auch in Deutschland wächst die Debatte um Homeoffice-Regeln. Während einige Unternehmen hybride Modelle mit zwei bis drei Tagen Homeoffice fördern, ziehen andere Konzerne die Präsenzpflicht an. Gewerkschaften warnen vor sinkender Mitarbeiterzufriedenheit und steigenden Stresswerten. Deutsche Banken beobachten die Entwicklungen in Skandinavien genau, da auch hier Fachkräftemangel herrscht. Flexible Homeoffice-Regeln könnten zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Talente werden – nicht nur im Finanzsektor.

Laut Umfrage des Finanzverbands steigert die Möglichkeit, zwischen Büro und Homeoffice zu wechseln, für drei von vier Beschäftigten das Wohlbefinden erheblich. Arbejdernes Landsbank beschäftigt 1.300 Mitarbeiter in 56 Filialen und betont, dass flexible Arbeitsmodelle auch für die Personalgewinnung entscheidend sind.

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