Technologie

Digitaler Euro: Verbraucher fordern sichere und günstige Zahlungen

Viele Verbraucher haben noch nie vom digitalen Euro gehört, doch ihre Erwartungen an neue bargeldlose Zahlungsmethoden sind klar: sicher, einfach und kostengünstig. Die Europäische Zentralbank arbeitet seit Jahren an der Einführung, doch Banken und Sparkassen bleiben skeptisch. Gleichzeitig drängt der Bezahldienst Wero auf den Markt, der bereits in mehreren Ländern verfügbar ist und die etablierten US-Anbieter herausfordert.
25.09.2025 18:01
Lesezeit: 2 min

Verbraucher stellen Ansprüche an digitalen Euro

Sicher, einfach, günstig: Wer bargeldlos bezahlt, will auch beim digitalen Euro keine Kompromisse eingehen. Warum Banken und Sparkassen das EZB-Projekt trotzdem skeptisch begleiten.

Von einem digitalen Euro haben viele Verbraucher bisher nichts gehört – doch ihre Erwartungen an neue bargeldlose Bezahlmethoden sind eindeutig. Diese sollen sicher und zuverlässig sein (55 Prozent), einfach zu bedienen (53 Prozent) und mit sehr geringen oder gar keinen Gebühren verbunden (49 Prozent). Das ergab eine repräsentative Befragung der European Consumer Organisation (BEUC), Euroconsumers und International Consumer Research & Testing (ICRT) in zehn Euroländern.

"Der digitale Euro kann eine große Chance für den europäischen Zahlungsverkehr sein, um sich unabhängiger von außereuropäischen Zahlungsanbietern zu machen", sagt Dorothea Mohn, Finanzmarktexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Das gelinge jedoch nur, wenn er von Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt werde. "Dafür muss ein digitaler Euro einfach nutzbar, sicher und verlässlich gestaltet sein."

Währungshüter tüfteln seit Jahren

Seit Jahren entwickeln die Euro-Währungshüter unter Federführung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine digitale Variante der europäischen Gemeinschaftswährung. Jüngsten Aussagen von EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone zufolge könnte 2029 ein realistisches Datum für die Einführung des digitalen Euro sein.

Mit einem solchen Angebot wollen die Euro-Notenbanken privaten Anbietern vor allem aus den USA wie PayPal, Mastercard und Visa, die derzeit den Markt für digitale Zahlungen in Europa dominieren, ein europäisches digitales Bezahlangebot entgegensetzen.

Informationsdefizit unter Verbrauchern

Gut 42 Prozent der befragten Erwachsenen und 51 Prozent der Jugendlichen haben nach eigenen Angaben noch nie vom digitalen Euro gehört. Und auch unter denjenigen, für die das Thema nicht neu ist, fühlen sich nur gut 11 Prozent der 18- bis 74-Jährigen beziehungsweise knapp 9 Prozent der 14- bis 17-Jährigen gut informiert. Befragt wurden im Zeitraum 19. Mai bis 3. Juni dieses Jahres insgesamt 10.227 Menschen in zehn Euroländern, davon 1.539 Jugendliche.

Wero als Alternative?

Ende 2025 will der EZB-Rat entscheiden, ob die nächste Vorbereitungsphase für den digitalen Euro gestartet wird. Bei Banken und Sparkassen gibt es noch viel Skepsis, ob sich der Aufwand lohnt oder es nicht sinnvoller wäre, den seit Juli 2024 verfügbaren Bezahldienst Wero auszubauen.

Wero wird von einem Zusammenschluss europäischer Banken und Zahlungsdienstleister (European Payments Initiative/EPI) vorangetrieben und ist bisher in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügbar.

Die Pläne für einen digitalen Euro für Privatkunden behinderten den flächendeckenden Ausbau von Wero erheblich, "weil in Europa manche Banken keine Parallelstrukturen aufbauen möchten und deshalb abwarten", sagte jüngst der geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, Stefan Reuß, in Frankfurt. Eine Einführung eines digitalen Euro erst in einigen Jahren sei aus seiner Sicht ohnehin "mit Blick auf das Ziel der europäischen Souveränität im Zahlungsverkehr viel zu spät", sagte Reuß.

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