Politik

General Breuer will alle jungen Männer mustern – Bundeswehr rüstet sich für den Ernstfall

Ein Satz, der aufhorchen lässt: Alle jungen Männer sollen wieder gemustert werden. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, fordert eine flächendeckende Erfassung jedes Jahrgangs – um im Verteidigungsfall keine Zeit zu verlieren. „Aus militärischer Sicht ist es entscheidend, dass jeweils der gesamte Jahrgang gemustert wird. Nur so wissen wir, wer zur Verfügung steht und auf wen wir im Verteidigungsfall, den wir verhindern wollen, zugreifen könnten“, sagte Breuer.
03.11.2025 12:59
Lesezeit: 1 min

Bedrohungslage sei ungewiss

"Wenn wir stattdessen erst dann, wenn es darauf ankommt, nachmustern müssten, würden wir Zeit verlieren, die wir in einer Krisensituation nicht haben. Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, wie die sicherheitspolitische Lage, die Bedrohungslage in den nächsten Jahren aussieht", warnte Breuer, der ranghöchster Soldat der Bundeswehr ist.

Das neue Wehrdienstgesetz soll zum 1. Januar in Kraft treten, der Bundestag hat sich bereits in erster Lesung damit befasst. Der Wehrdienst soll zunächst auf Freiwilligkeit beruhen. Fachpolitiker von Union und SPD hatten in der Debatte um das neue Wehrdienstgesetz vorgeschlagen, junge Männer per Losverfahren zur Musterung und, wenn nötig, später auch per Zufallsauswahl für einen Pflichtdienst heranzuziehen, wenn die Freiwilligenzahlen zu gering bleiben.

Breuer: Nicht in unseren Handlungsmöglichkeiten einschränken

Darauf angesprochen sagte Breuer: "Wir sollten uns in unseren Handlungsmöglichkeiten nicht selbst einschränken." Er setzte aber in erster Linie auf Freiwilligkeit. "Sollte die Zahl der Freiwilligen jedoch nicht ausreichen und eine verpflichtende Einberufung durch Kabinett und Bundestag beschlossen werden, würden wir diejenigen heranziehen, die besonders qualifiziert und motiviert sind." Dabei wolle man sich am jeweiligen Bedarf orientieren und nicht am Zufallsprinzip.

Entscheidend bleibe am Ende der Faktor Zeit. "Wir müssen bis Ende des Jahrzehnts nicht nur eine starke aktive Truppe, sondern ebenso eine starke Reserve haben - um verteidigungsbereit zu sein, um abschrecken zu können", sagte Breuer.

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