Klöckner-Co-Aktie legt wegen Übernahme-Dialogen kräftig zu: Worthington Steel prüft mögliches Angebot
Spekulationen über eine KlöCo-Übernahme haben am Montag die Klöckner-Co-Aktie angeschoben. Für die Klöckner & Co-Aktie (ISIN: DE000KC01000) ging es im Vormittagshandel auf Xetra zeitweise um mehr als 30 Prozent nach oben auf mehr als 7,85 Euro – es ist das höchste Kursniveau für die KlöCo-Aktie seit Anfang April.
Klöckner & Co bestätigte am Samstagabend Gespräche mit Worthington Steel aus den USA (ISIN: US9821041012) über ein öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien des SDAX-Konzerns. Worthington nehme eine Due-Diligence-Prüfung vor und prüfe die Bücher. „Eine Investitionsentscheidung ist noch nicht gefallen, und die Gespräche führen möglicherweise nicht zu einer Transaktion“, teilte Worthington mit. Es sei offen, ob und unter welchen Bedingungen ein Angebot abgegeben wird. Für die Klöckner-Co-Aktie bedeutet das: Die KlöCo-Übernahme bleibt vorerst eine Option, keine Gewissheit.
Klöckner & Co-Aktie gibt dem Sektor Impulse: Übernahmefantasie mit Vorgeschichte
Andere KlöCo-Aktie-Titel reagierten. Salzgitter (ISIN: DE0006202005) gewann am Montag 2,6 Prozent. Das Unternehmen könnte über sein Stahlhandelsgeschäft indirekt profitieren; diese Sparte steuerte in den ersten neun Monaten rund 30 Prozent zum Umsatz bei. UBS hob Salzgitter auf "Buy" an.
Die KlöCo-Übernahme ist seit Jahren Thema. 2019 gab es Spekulationen über Interesse von Thyssenkrupp, im Jahr 2020 folgten Gerüchte um Apollo Global Management sowie die SWOCTEM GmbH des Großaktionärs Friedhelm Loh; beide möglichen Interessenten zog ihre Absichten zurück. Im März 2023 legte SWOCTEM ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu 9,75 Euro je Aktie vor, um den Anteil auf über 30 Prozent zu erhöhen, ohne vollständige KlöCo-Übernahme oder Delisting anzustreben. Nach Ablauf der Angebotsfrist lag die Beteiligung bei rund 41,5 Prozent.
Fundamentaldaten und Bewertung
Klöckner & Co wurde 1906 in Duisburg gegründet und beschäftigte zuletzt knapp 6.600 Mitarbeiter. 2024 setzte der Konzern 6,6 Milliarden Euro um und lag damit trotz höheren Absatzes wegen sinkender Stahlpreise etwas unter 2023; das operative Ergebnis sank ebenfalls. Für 2025 rechnet Klöckner mit einem leichten Plus bei Absatz und Umsatz sowie einem deutlich höheren operativen Gewinn. Seit Ende 2024 legte der Kurs der Klöckner-Co-Aktie um etwas mehr als ein Drittel zu. Im Vergleich zum Mehrjahreshoch von 13,50 Euro im März 2022 sank der Wert um mehr als die Hälfte auf nur noch rund 600 Millionen Euro; Klöckner & Co hat eine Marktkapitalisierung von 605 Millionen Euro. Geführt wird der Konzern seit 2021 von Guido Kerkhoff, der den früheren Stahlhändler zunehmend zum Metallverarbeiter umgebaut hat; die USA und ausgewählte Länder in Europa sind zentrale Märkte.
Worthington Steel, 1955 gegründet und mit Hauptsitz in Columbus im Bundesstaat Ohio, beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter an 37 Standorten, vor allem in den USA, aber auch in Europa. Der Metallverarbeiter erzielte im Geschäftsjahr 2025 (per Ende Mai) einen Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar (rund 3,3 Milliarden Euro). Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei 1,8 Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 1,6 Milliarden Euro.
Klöckner-Co-Aktie aktuell deutlich fester: Was bedeutet das für Anleger?
Ob es tatsächlich zu einer KlöCo-Übernahme kommt, bleibt offen. Solange Worthington die Bücher prüft, bleibt die Klöckner-Co-Aktie ein spekulativer Übernahmewert, dessen Kurs eng an weitere Nachrichten zur KlöCo-Übernahme gekoppelt ist. Anleger, die schon investiert sind, setzen damit weiter auf eine KlöCo-Übernahme – und auf die Chance, dass die Klöckner & Co-Aktie im Fall eines Angebots noch einmal neu bewertet wird.


