Finanzen

Apple-Aktie: iPhone-Boom trifft auf Chip-Krise

Die Apple-Aktie steht nach einem iPhone-Rekordquartal im Rampenlicht: starke Apple-Zahlen treffen auf neue Risiken durch Chip-Engpässe. Während die iPhone-Verkäufe boomen, stellt sich für Anleger eine entscheidende Frage: droht jetzt ein Versorgungsproblem?
30.01.2026 07:56
Lesezeit: 2 min
Apple-Aktie: iPhone-Boom trifft auf Chip-Krise
Apple iPhone Air: Das iPhone-Geschäft legte zu, drohende Chip-Engpässe bringen die Apple-Aktie in den Fokus der Anleger (Foto: dpa). Foto: Andrej Sokolow

Apple-Aktie: Nach iPhone-Rekordquartal drohen Chip-Engpässe

Apple (ISIN: US0378331005) hat nach einem überraschend starken Rekordquartal für seine iPhones Schwierigkeiten, ausreichend Chips zu beschaffen. Aktuell sei nicht klar, wie schnell die Lieferengpässe gelöst werden können, sagte Konzernchef Tim Cook. Im Weihnachtsquartal legte das iPhone-Geschäft im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 85,3 Milliarden Dollar zu. Für Anleger der Apple-Aktie sind diese Apple-Zahlen dennoch mit Unsicherheiten verbunden.

Die "atemberaubende" Nachfrage nach Geräten der neuen Modellreihe habe die eigenen Erwartungen von Apple übertroffen, sodass man das Jahr mit nur noch geringen Lagerbeständen beendet habe, sagte Cook. Jetzt braucht Apple mehr Chipsysteme – aber bei den Fertigern gebe es "weniger Flexibilität" als sonst für zusätzliche Aufträge, stellte Cook fest. Für den Apple-Aktienkurs könnte dies kurzfristig belastend sein.

Apple dürfte die rasende Nachfrage nach KI-Chips vor allem von Nvidia (ISIN: US67066G1040) in die Quere kommen. Sie werden – genauso wie die Chipsysteme für iPhones und andere Computer-Technik von Apple – in Fabriken des taiwanischen Auftragsfertigers TSMC (ISIN: TW0002330008) produziert, der an Kapazitätsgrenzen stößt. Damit stehen auch die iPhone-Verkäufe stärker im Fokus, was sich auf die Apple-Aktie auswirken könnte.

Höhere Preise wegen teuren Speicherchips?

Der beschleunigte Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt gerade auch die Preise für Speicherchips in die Höhe – die Apple ebenfalls in großen Mengen für seine Geräte braucht. Der Konzern ist bekannt dafür, langfristige Deals mit Zulieferern einzugehen. So hätten die Preiserhöhungen im vergangenen Quartal nur einen "minimale" Folgen für die Apple-Marge gehabt, sagte Cook. Im laufenden Vierteljahr werde der Effekt "etwas stärker" sein. Auch der Apple-Aktienkurs reagiert oft sensibel auf solche Kostenentwicklungen.

Ein Analyst fragte in der Telefonkonferenz zum Quartalsergebnis, ob Apple auch die Preise erhöhen könnte, um die höheren Kosten aufzufangen. "Ich würde darüber nicht spekulieren wollen", antwortete Cook. Für die Apple-Aktie bleiben Preisstrategien daher ein wichtiges Thema.

Apple-Rekordzahlen

Apple verdiente in den vergangenen drei Monaten unterm Strich gut 42 Milliarden Dollar (knapp 35,2 Mrd Euro). Das war ein Gewinnanstieg von knapp 16 Prozent im Jahresvergleich. Der Quartalsumsatz stieg ebenfalls um rund 16 Prozent auf 143,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal stellte Apple einen Erlöszuwachs zwischen 13 und 16 Prozent im Jahresvergleich in Aussicht. Diese starken Apple-Zahlen stützen langfristig auch den Apple-Aktienkurs.

Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Auch das China-Geschäft kam nach zwischenzeitlicher Schwäche wieder in Schwung und wuchs im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar. An der Börse sorgten die Zahlen zunächst für wenig Bewegung. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu. Damit blieb die Apple-Aktie trotz Rekorddaten zunächst stabil.

Apple-Aktie: Rivalität zwischen Herstellern Samsung und Apple

Beim iPhone nennt der Konzern schon seit längerer Zeit keine Stückzahlen mehr. Es hieß aber, dass man im vergangenen Quartal die bisher besten Verkaufszahlen unter anderem in den USA, Westeuropa und China erlebt habe. Nach Berechnungen von Marktforschern stieß Apple im vergangenen Jahr den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung (ISIN: KR7005930003) vom Thron. Die iPhone-Verkäufe gelten daher weiterhin als zentraler Treiber für die Apple-Aktie.

Analyst Francisco Jeronimo vom Markforscher IDC betonte, dass Apple Skeptiker eines Besseren belehre, die an der Fähigkeit des Konzerns zweifelten, in einem gesättigten Smartphone-Markt prozentual zweistellige Wachstumsraten zu erzielen. Dies könnte auch den Apple-Aktienkurs weiter unterstützen.

Einige Marktbeobachter hatten erwartet, dass die Verzögerungen bei einigen neuen KI-Funktionen von Apple eine größere Rolle für die Verbraucher spielen würden. Rivalen wie Google (ISIN: US02079K1079) und Samsung warben unterdessen in den vergangenen Jahren immer stärker mit den KI-Fähigkeiten ihrer Smartphones. Für die Apple-Aktie bleibt der Wettbewerb damit ein entscheidender Faktor.

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