Finanzen

Novo Nordisk-Aktie fällt weiter: Analysten stufen ab nach Studienflop – wie geht es weiter?

Die Novo Nordisk-Aktie befindet sich nach enttäuschenden Studiendaten im freien Fall. Analysten senken reihenweise ihre Kursziele, der Novo Nordisk-Aktienkurs fällt auf das Niveau von 2021. War es das mit der Wachstumsstory – oder eröffnet sich jetzt eine neue Chance?
24.02.2026 09:24
Aktualisiert: 24.02.2026 09:24
Lesezeit: 2 min
Novo Nordisk-Aktie fällt weiter: Analysten stufen ab nach Studienflop – wie geht es weiter?
Die Novo Nordisk-Abstufung durch mehrere Banken belastet den Novo-Aktienkurs schwer. (Foto: iStockphoto.com/Victor Golmer) Foto: Victor Golmer

Novo Nordisk-Aktie erneut unter Druck: Analysten stufen ab

Die Novo Nordisk-Aktie steht nach einem erneuten Rückschlag im Börsenhandel am Dienstag massiv unter Druck. Erst war das Papier am Montag um mehr als 16 Prozent auf 251,40 Dänische Kronen abgesagt. Nun fällt die Novo Nordisk-Aktie aktuell weitere 3 Prozent und notiert zum Handelsstart an der Frankfurter Börse bei 32,50 Euro. Damit tendiert der Novo Nordisk-Aktienkurs wieder auf dem Niveau von 2021. Auslöser für den Kurssturz waren enttäuschende Studiendaten zum Hoffnungsträger CagriSema – und eine Serie von Abstufungen durch Analysten in der Folge.

CagriSema enttäuscht im direkten Vergleich

Der dänische Pharmakonzern hat mit seinem Kombipräparat CagriSema das primäre Ziel der Phase-3-Studie REDEFINE 4 verfehlt. Das Medikament erreichte nach 84 Wochen zwar einen Gewichtsverlust von 23 Prozent, konnte jedoch nicht die angestrebte Nicht-Unterlegenheit gegenüber dem Konkurrenzprodukt Tirzepatid von Eli Lilly nachweisen. Tirzepatid erzielte in der direkt vergleichenden Studie einen Gewichtsverlust von 25,5 Prozent. An der offenen Studie nahmen 809 Menschen mit Adipositas und einem durchschnittlichen Körpergewicht von 114,2 Kilogramm teil.

Für den Novo-Aktienkurs ist das ein herber Rückschlag, denn CagriSema galt als zentraler Wachstumstreiber. Die schwachen Daten haben unmittelbar eine Welle an Kurszielsenkungen und eine deutliche Novo Nordisk-Abstufung durch mehrere Investmentbanken ausgelöst.

Deutsche Bank Research zu Novo Nordisk-Aktie: "Ich werfe das Handtuch"

Deutsche Bank Research hat das Kursziel für Novo Nordisk nach dem Studien-Misserfolg von Cagrisema von 400 auf 275 dänischen Kronen gesenkt und die Aktien von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Die Novo Nordisk-Aktie wurde damit ebenfalls von "Buy" auf "Hold" heruntergestuft. "Ich werfe das Handtuch", schrieb Emmanuel Papadakis am Montagnachmittag.

Ein Jahr mit nahezu zweistelligem Umsatzrückgang auszusitzen wäre vielleicht gerade noch akzeptabel gewesen, wenn man meine, eine positive Dynamik für die nahe Zukunft zu erkennen. Das Scheitern in der REDIFINE-4-Studie im direkten Vergleich gegen das Abnehmmittel von Eli Lilly habe jedoch eine riesige Kerbe in diese These geschlagen. Sein Optimismus für Cagrisema habe sich als Trugschluss erwiesen. Dass Cagrisema Eli Lillys Zepbound nicht unterlegen sein sollte, wäre das absolute Minimum gewesen. Nun bleibe nur noch der starke Marktstart von Wegovy in Pillenform als positives Argument – zu wenig, um die Sorge vor einer drohenden Patentklippe zu umschiffen.

JPMorgan und Barclays senken Novo Nordisk-Kursziele deutlich

Auch JPMorgan reagierte mit einer klaren Novo Nordisk-Abstufung. Die US-Bank senkte das Kursziel von 350 auf 250 dänische Kronen und stufte die Novo Nordisk-Aktie von "Overweight" auf "Neutral" ab. Der Misserfolg reduziere die Marktchancen des Abnehmpräparats. Seine Schätzungen für das Mittel kappte Richard Vosser für 2027 bis 2030 um bis zu 63 Prozent. In der Folge sinken auch seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für die Dänen bis 2030 um bis zu 16 und 17 Prozent. Die erwarteten Gewinnsteigerungen lägen nur noch auf Augenhöhe mit den Branchengrößen.

Barclays reduzierte das Kursziel von 340 auf 270 dänische Kronen, beließ die Einstufung aber auf "Equal Weight". Der Misserfolg sei der "worst case" und verringere die Ergebnisprognosen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die einzige Chance für Cagrisema auf merklich wettbewerbsfähigere Ergebnisse sieht Analyst James Gordon in einer Studie mit höheren Dosen.

Für Anleger bedeutet das: Der Novo Nordisk-Aktienkurs bleibt anfällig, der Novo-Aktienkurs steht weiter unter Druck – und die Perspektiven für die Novo Nordisk-Aktie haben sich kurzfristig deutlich eingetrübt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Warum Unternehmen um jede Minute kämpfen

Im Internet ist Geld nicht länger die einzige Währung. Eine ebenso große Rolle spielt die Währung Aufmerksamkeit. Wer im Überfluss an...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Gefällt Dir das Produkt? Dann kaufe die Aktie!
19.07.2026

Früher war Aktienauswahl oft erstaunlich einfach: Wer ein Produkt mochte und verstand, investierte auch in das Unternehmen dahinter. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Die zehn reichsten Deutschen – und der Vergleich zu Elon Musk
19.07.2026

Deutschlands reichste Menschen sind Unternehmer und Erben von Unternehmern, deren Firmen weltweit Milliarden Euro umsetzen. Gründer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Japan: Der Feind ist nicht das Elektroauto, der Feind ist der Kohlenstoff
19.07.2026

Autos aus diesem asiatischen Land stehen ganz oben auf der Wunschliste potenzieller Käufer. Zu den Stärken der Branche zählen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrige Geburtenrate: Warum weniger Kinder die Wirtschaft produktiver machen könnten
19.07.2026

Weniger Kinder, weniger Arbeitskräfte, weniger Wachstum: Diese Rechnung klingt logisch, könnte aber falsch sein. Eine neue Studie zeigt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hackergruppen 2026: Diese Cyber-Elite greift Deutschlands Unternehmen an
19.07.2026

Sie knacken nicht nur Passwörter, sondern manipulieren Helpdesks, missbrauchen Fernzugriffe und stehlen sogar biometrische Daten. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Von Bauunternehmen bis hin zu Energieversorgern: Das sind die unerwarteten Gewinner des KI-Booms
19.07.2026

Für zahlreiche Unternehmen aus klassischen Industriezweigen – von Bergbauunternehmen bis hin zu Herstellern von Kühlsystemen – hat...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel-Chef Florian Huettl: Kann sein leiser Kurs die Traditionsmarke retten?
18.07.2026

Andere Automanager inszenieren sich, Florian Huettl hört lieber Kunden und Händlern zu. Der Opel-Chef soll eine deutsche Traditionsmarke...

DWN
Technologie
Technologie CATL: Europa baut Ladestationen, China Batteriewechselstationen
18.07.2026

Das chinesische Unternehmen CATL will bis 2030 80 Prozent des chinesischen Güterverkehrs mit einem Netz von Batteriewechselstationen...