Finanzen

EZB-Verlust 2025: Erneut keine Überweisung an die Bundesbank

Die Zinspolitik der Euro-Währungshüter hinterlässt seit Jahren Spuren in der Bilanz der Europäischen Zentralbank. Über zehn Milliarden Euro Verlust sind es inzwischen. Das trifft auch die Bundesbank.
26.02.2026 14:55
Lesezeit: 2 min

EZB-Verlust 2025: Erneut keine Überweisung an die Bundesbank

Die Verlustserie der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich 2025 fortgesetzt. Gut 1,25 Milliarden Euro Minus stehen unter dem Strich in der Bilanz, wie die Notenbank mit Sitz in Frankfurt mitteilte. Damit fällt eine Gewinnausschüttung an die nationalen Zentralbanken im Euroraum - darunter die Deutsche Bundesbank - erneut aus. Den letzten EZB-Gewinn gab es 2021. Im Jahr 2024 musste die EZB mit mehr als 7,9 Milliarden Euro den höchsten Verlust ihrer mehr als 25-jährigen Geschichte verbuchen.

Die Bundesbank legt am kommenden Donnerstag (5.3.) ihren Geschäftsbericht vor. Im Geschäftsjahr 2024 hatte die Bundesbank erstmals seit 1979 einen Verlust gemacht und dann auch gleich noch den höchsten in ihrer Geschichte: Unter dem Strich stand ein Minus von rund 19,2 Milliarden Euro. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat bereits auf weitere Verlustjahre eingestimmt.

Trendwende 2026?

Die EZB-Bilanz könnte bald wieder positiver ausfallen: «Es wird erwartet, dass die EZB im Jahr 2026 oder im Jahr danach wieder Gewinne erzielen wird, obwohl dies von der künftigen Höhe der Leitzinsen der EZB und den Wechselkursen sowie von der Größe und Zusammensetzung der Bilanz der EZB abhängen wird», schreibt die Notenbank.

Bis die nationalen Zentralbanken im Euroraum wieder von Ausschüttungen profitieren, kann es allerdings noch Jahre dauern: Die in den vergangenen Jahren aufgelaufenen rund 10,5 Milliarden Euro Verlust schleppt die EZB in ihrer Bilanz mit, bis diese durch künftige Gewinne ausgeglichen werden können.

EZB betont: Verluste behindern unsere Arbeit nicht

Die EZB bekräftigte, die vorübergehenden roten Zahlen seien eine Folge notwendiger geldpolitischer Entscheidungen. «In jedem Fall kann die EZB unabhängig von etwaigen Verlusten effektiv arbeiten und ihr vorrangiges Mandat der Gewährleistung der Preisstabilität erfüllen.»

Hauptziel von Notenbanken ist es nicht, Gewinne zu erzielen. Die EZB und mit ihr die nationalen Zentralbanken im Eurosystem sollen vor allem für stabile Preise und somit eine stabile Währung im inzwischen 21 Länder umfassenden Euroraum sorgen.

Auswirkungen der Zinspolitik

Beginnend im Sommer 2022 hatte die EZB die Zinsen rasant erhöht, um die zeitweise hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Höhere Zinsen an den Finanzmärkten führten zu steigenden Zinsausgaben aufseiten der Notenbanken, mit denen die Zinseinnahmen nicht Schritt hielten. Zugleich werfen viele Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen mit langer Laufzeit, die die Euro-Notenbanken über Jahre im Rahmen der gemeinsamen Geldpolitik in großem Umfang kauften, vergleichsweise niedrige Zinsen ab.

Inzwischen ist die Teuerungsrate von Rekordständen weit entfernt, daher hat die EZB die Leitzinsen wieder gesenkt. In der Folge waren im vergangenen Jahr die Zinsaufwendungen der EZB unter dem Strich mit 178 Millionen Euro deutlich niedriger, 2024 hatten sie sich noch auf 6,98 Milliarden Euro summiert.

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