Politik

Nato warnt Russland: Soldaten ohne Hoheits-Abzeichen sind Kriegs-Grund

Lesezeit: 1 min
18.08.2014 11:59
Die Nato fürchtet russische Militär-Aktionen auch in Estland und Lettland. Vorsorglich erklärt sie: Soldaten ohne Hoheitszeichen in Mitgliedsländern würden als Aggression Russlands verstanden, die eine militärische Antwort des Bündnisses auslösen.
Nato warnt Russland: Soldaten ohne Hoheits-Abzeichen sind Kriegs-Grund

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Philip Breedlove, der obersten militärischen Befehlshaber der NATO, hat erklärt, dass ein ähnliches Verhalten Russlands wie auf der Krim gegen ein Nato-Mitgliedsland als Kriegsakt gegen die Allianz gewertet würde.

„Das Wichtigste ist, dass die Nato-Nationen auf die sogenannten grünen Männchen vorbereitet sind. Bewaffnete Militärs ohne Hoheitsabzeichen, die Unruhe schaffen, Regierungsgebäude besetzen, die Bevölkerung aufwiegeln, die Separatisten ausbilden und militärischen Rat geben und so zu erheblicher Destabilisierung eines Landes beitragen können“, sagte Breddlove der Welt. Es bestehe die Gefahr, dass dies auch in anderen osteuropäischen Staaten passiere.

Estland und Lettland gelten als die am meisten gefährdeten Mitglieder der Nato, weil sie, wie die Krim, große ethnische russische Minderheiten beherbergen.

Breddlove fügte hinzu: „Ich möchte an eines klar erinnern: Wenn die Nato ausländische Kräfte in ihr Hoheitsgebiet einsickern sieht, und wenn wir dieses Vorgehen einer Aggressornation nachweisen können – dann ist das Artikel fünf. Dann tritt der Bündnisfall ein. Das bedeutet eine militärische Antwort auf die Aktionen dieses Aggressors.“

Eine ähnliche Warnung sprachen Breedlove und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen im Wall Street Journal aus. Sie kündigten für den Nato-Gipfel in Wales im September ein „Upgrade“ ihrer Eingreiftruppe an, um mit potenziellen „grünen Männchen“-Szenarien umzugehen. Die Einsatzkräfte würden demnach „bei den ersten Anzeichen von Schwierigkeiten eingreifen ... leicht reisen, aber hart zuschlagen, wenn nötig“.

Die Äußerungen beziehen sich auch auf die Befürchtungen der Nato, Russland könne versuchen, humanitäre Hilfe zu missbrauchen, um pro-russische Rebellen zu stärken (mehr hier). Analysten nennen das Vorgehen auch „beige Männer-Taktik“, weil die russische Hilfs-Kräfte beige Kleidung tragen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende der EZB trifft Deutschland besonders hart

Durch die EZB-Zinswende müssen die Euro-Staaten künftig wieder höhere Zinsen zahlen. Besonders hart trifft dies jene Staaten, die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Weltgrößter Hedgefonds wettet massiv gegen europäische Unternehmen

Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater Associates von Ray Dalio hat Wetten gegen europäische Unternehmen in zweistelliger Milliardenhöhe...

DWN
Politik
Politik Chaos nach der Frankreich-Wahl: Ein verratenes Vermächtnis - und was das für Deutschland bedeutet

Die Franzosen haben bei der Wahl mal wieder Ohrfeigen verteilt - fast alle haben ordentlich eins gewischt bekommen.

DWN
Finanzen
Finanzen Was können wir vom Schweizer Rentensystem lernen?

Für die deutsche Altersvorsorge sieht es düster aus. Das belegen Statistiken mittlerweile zu hunderten. Vielleicht hilft ein Blick zu...

DWN
Politik
Politik Heute Ukraine, morgen Taiwan? Was China von Russlands Kriegsführung lernt

Russlands Einmarsch in die Ukraine verläuft stockender, als von Moskau geplant. Welche Schlüsse zieht Peking daraus?

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Raketenangriffe auf alle Landesteile, Drohungen gegen Litauen

Die Ukraine meldet schwere russische Raketenangriffe auf alle Landesteile. Russland meldet die Tötung polnischer "Söldner" und droht...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt verzeichnet starke Woche: Was steckt dahinter?

Mit einer schwungvollen Erholung hat der US-Aktienmarkt am Freitag nach langer Durststrecke eine erfreuliche Woche zu Ende gebracht.

DWN
Politik
Politik Janine Wissler bleibt Vorsitzende der Linken

Zweite Chance für Janine Wissler. Die Hessin wurde am Samstag auf dem Bundespartei der Linken in Erfurt als Parteichefin wiedergewählt.