Politik

Griechenland: Bewaffnete Bürgerwehren rüsten sich für den Aufstand

Lesezeit: 1 min
17.04.2012 22:28
In Griechenland formieren sich erste Bürgerwehren. Einige wollen die Bekämpfung der dramatisch steigenden Kriminalität in die eigenen Hände nehmen. Andere sprechen ganz offen davon, dass ihr Ziel der gewalttätige Aufstand gegen die Regierung ist.
Griechenland: Bewaffnete Bürgerwehren rüsten sich für den Aufstand

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell

100 Milliarden Euro weg: Massive Kapitalflucht aus europäischen Bonds

Die Kriminalität in Griechenland hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Die Zahl der Diebstähle und Raubüberfälle stieg 2011 um zehn Prozent (mehr bei DMN). Das griechische Zentrum für Waffenkontrolle (HACC) rief aus diesem Grund eine moderatere Bürgerwehr nach dem amerikanischen Vorbild ins Leben, die Hellenic Neighborhood Watch.

Die HACC bezeichnet sich selbst als „gemeinnützige, wissenschaftliche Organisation“, die sich unter anderem „der Rüstungskontrolle, der Inneren Sicherheit, der Terrorismusbekämpfung und der militärischen Wissenschaft verschrieben hat“. Der griechischen Bürgerwehr der HACC sollten auch Männer aus Sicherheitseinheiten und Jugendliche ab 16 Jahren beitreten können. Letztere sollten beispielsweise online ausgebildet werden und auf dem Schulhof Kontrollgänge durchführen können.

Grundsätzlich wollte die HACC eine Bürgerwehr schaffen, die gut ausgebildet ist, mit den Sicherheitskräften, der Polizei und dem Militär im Notfall zusammenarbeiten kann und das Vertrauen der Bürger in die eigene Sicherheit wieder stärken sollte. Doch letztlich entschied sich die HACC Mitte März, ihre „Griechische Bürgerwehr“ zu beenden. Als Grund gab sie an, dass extremistische Blogs die Idee die Bürgerwehr verleumdeten und zum Teil „das Leben der Begründer bedrohten“. Zudem „schien die griechische Polizei völlig blind für die Bürgerwehr zu sein“. Sie bekundete wie das Ministerium für Sicherheit und Bevölkerungsschutz keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit.

Indes werben andere organisierte Gruppen mit rechtsradikalen Ideen und entsprechender Rhetorik für Mitglieder einer bewaffneten, patriotischen Bürgerwehr. Sie rekrutieren Bürger, bilden sie aus und bezeichnen sich als „Helfer“ der Sicherheitskräfte und des Militärs, berichtete die Zeitung Ethnos. Die Schaffung einer „patriotischen Bürgerwehr“ diene dem Zweck, „in der kritischen Stunde bereit zu sein“, zitiert die Zeitung Ethnos von der Internetpräsenz dieser Organisationen. Eine dieser Gruppen soll bereits in den Bergen Trainingsübungen absolviert haben. So werden „Volontäre“ dafür bereit gemacht, dem bewaffneten Aufstand etwas entgegen zu setzen.

Mehr zum Thema

Hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Gefahr von Unruhen steigt

Italien: Beamte zweigen EU-Gelder für Villen und Luxusautos ab

Geheimplan: Ex-EU-Kommissar soll griechischer Ministerpräsident werden

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Deutschland
Deutschland Prognose: Immobilienpreise steigen nach Corona noch schneller

Konnte die Corona-Krise dem Immobilienmarkt in Deutschland schon nichts anhaben, so rechnen Experten nun mit Nachholeffekten und weiter...

DWN
Technologie
Technologie 5G, Nanobots und Transhumanismus: Neue Technologien zur Kontrolle der Menschheit

Wie die 5G-Technologie Kriege, Industrie und schließlich den Menschen selbst revolutionieren könnte: Darüber sprach DWN-Autor Moritz...

DWN
Politik
Politik USA schmieden mit Großbritannien und Australien Militär-Pakt gegen China

Die US-Regierung schmiedet einen gegen China gerichteten Militär-Pakt mit Großbritannien und Australien. Es ist der nächste Schritt in...

DWN
Finanzen
Finanzen Immobiliengigant in Schwierigkeiten: Sorge vor einem Crash in China

Der Immobiliengigant Evergrande steht unter großem Finanzdruck. Der Konzern spricht selber von „beispiellosen Schwierigkeiten“. Wie...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstand: „Bildung muss für neue Bundesregierung Chefsache werden“

Zur OECD-Bildungsstudie, die am 16. September 2021 präsentiert wurde, erklärt der Chefvolkswirt des Bundesverbands Mittelständische...

DWN
Politik
Politik Anklage im VW-Diesel-Prozess: Winterkorn wusste von Manipulationen

Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn hat nach Überzeugung der Ankläger im Diesel-Betrugsprozess schon längere Zeit vor dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Börse braucht wieder mehr Schwung - Arbeitsmarktdaten aus den USA wichtig

Die Märkte zeigen nur sehr Engagement. Nachmittags werden wieder Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht.

DWN
Technologie
Technologie „Ihr inspiriert die Welt“: Erstmals vier Laien ins Weltall gestartet

Nach Branson und Bezos ist der nächste Milliardär ins All gestartet. Jared Isaacman mietete dafür ein „Dragon“-Raumschiff und nahm...