Investoren scheuen Risiko: Deutsche Bonds zu Rekord-Negativ-Zins

Die Flucht in die vermeintlich sicheren Häfen nimmt nicht ab. Schon wieder konnte Deutschland sich für die Ausgabe von kurzfristigen Anleihen bezahlen lassen. Aber auch französische, österreichische und britische Bonds erzielen derzeit Rekordtiefen bei der Rendite.

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Schlechte Nachrichten aus Italien (mögliche Pleite Siziliens – hier) und Spanien (faule Kredite und Kapitalflucht – mehr hier) sind alles andere als dazu geeignet, die Finanzmärkte zu beruhigen, wie es von europäischen Politikern gern beschrieben wird. Bei der gestrigen Emission von spanischen Anleihen haben vor allem die nationalen Institute gekauft, da sich die ausländischen Investoren immer stärker zurückziehen (hier). Nicht so bei deutschen Anleihen. Als vermeintlich sicherer Hafen ist der Zulauf weiter groß.

Am Mittwoch verkaufte die Deutsche Bundesbank Anleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren zu einem Rekord-Negativ-Zins. Die Rendite lag hier bei minus 0,06 Prozent – so niedrig wie noch nie zuvor bei deutschen Papieren dieser Art. Am Markt werden die zweijährigen Papiere derzeit ebenfalls günstig gehandelt. Sie sind seit Handelsbeginn um 23,4 Prozent auf minus 0,058 Prozent gesunken.

Deutschland ist jedoch nicht das einzige Land, das am heutigen Tag Rekordzinsen zu verzeichnet hat. Französische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fielen auf den Rekordwert von 2,068 Prozent, gleichwertige österreichische Papiere auf einen noch nie da gewesenen Zinssatz von 1,86 Prozent. Ähnliches zeigte sich in Großbritannien. Hier sank die Rendite für zweijährige Bonds auf einen Rekord von 0,168 Prozent.

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