Deutschland: Banken zocken Kunden mit Dispozinsen ab

Noch immer nehmen die deutschen Banken überwiegend zu hohe Zinsen, wenn Kunden ihre Konten überziehen, kritisiert die Stiftung Warentest. Die Banken leihen selbst für unter ein Prozent und nehmen aber teilweise bis zu 15 Prozent fürs Konto-Überziehen.

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Der EZB-Chef Mario Draghi unterstreicht regelmäßig, dass die 3-Jahres-Tender und der gesenkte Leitzins langsam auch ihre Wirkungin der Privatwirtschaft hätten. Doch betrachtet man die deutschen Banken, so nutzen diese das EZB-Geld eher dafür, um ihre Privatkunden abzuzocken. Bezüglich des aktuellen Zinsniveaus sollten die derzeitigen Dispozinsen der deutschen Banken bei unter zehn Prozent liegen, gibt die Stiftung Warentest an. Jedoch zeigt eine aktuelle Umfrage der Stiftung, dass die Zinssätze im Schnitt bei 11,76 Prozent liegen. Das sei zwar etwas weniger als im vergangenen Jahr, so der Chef der Stiftung, Hubertus Primus in Berlin, aber aufgrund des niedrigen Leitzinses der EZB verdienen die Banken weiter mehr daran.

So nahmen lediglich neun Banken und Sparkassen im Test weniger als neun Prozent Zinsen, wohingegen beispielsweise 18 Banken sogar mehr als 13,75 Prozent veranschlagten. Einige Banken, so die Stiftung, stellten bei den Überziehungszinsen sogar die Bonität des Kunden in den Vordergrund und veranschlagen bis zu 15,32 Prozent.

Darüber hinaus würden zudem sehr viele Banken den Kunden den Zugang zu den Informationen über den Dispozins noch zusätzlich erschweren. Nur ein Drittel der 1566 befragten Banken und Sparkassen informieren ihre Kunden freiwillig. Es sei sogar zu vermuten, dass 621 Banken besonders hohe Zinsen verlangten, sagte Stephanie Pallasch, Kreditexpertin der Stiftung Warentest. „Wir fordern daher, die Banken gesetzlich zu verpflichten, auch im Internet einen Preisaushang zu veröffentlichen“, sagte Hubertus Primus. Außerdem sollten die Dispozinsen auf ein vernünftiges Niveau gesenkt und nach festen, transparenten Kriterien an den EZB-Leitzins gekoppelt werden.

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