Finanzen

Finanzminister: Neues Spanien-Bailout immense Gefahr für Italiens Haushalt

Lesezeit: 1 min
16.10.2012 12:36
Der Beitrag Italiens für einen neuen Bailout Spaniens würde Italien wieder eine Menge Geld kosten, warnt der italienische Finanzministers Vittorio Grilli. Fast 20 Prozent wäre der Anteil Italiens an einem solchen Bailout. Damit steigen auch Italiens Schulden weiter.
Finanzminister: Neues Spanien-Bailout immense Gefahr für Italiens Haushalt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Spanisches Bailout: Ohne Zustimmung der Euroländer droht Desaster

Ein spanischer Bailout wird teuer für die europäischen Staaten: „Wenn es einen Bailout für Spanien von nicht weniger als 100 Milliarden Euro gibt, wäre Italiens Anteil daran 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts“, warnte Italiens Finanzminister Vittorio Grilli in einem Interview der Zeitung La Repubblica. Italiens BIP lag im Januar 2012 bei rund 1,25 Billionen Euro nach Angaben von Trading Economics. Davon würden theoretisch 18,75 Milliarden Euro für ein spanisches Bailout über den ESM von Italien in Form von Kapital und Garantien geleistet werden. Italien wäre  somit mit rund zwanzig Prozent an Spanien neuen Schulden beteiligt.

„In den letzten zwei Jahren sind unsere Schulden wegen Krediten an Griechenland, Irland und Portugal um vier Prozentpunkte gestiegen“ (mehr hier). Der Minister wiederholte jedoch, dass Italien einen Bailout nicht beantragen müsse. Man müsse allerdings mit Vorsicht die Auswirkungen dieser Ereignisse auf Italiens öffentliche Ausgaben prüfen. „Wir befinden uns immer noch in einer sehr, sehr schwierigen Phase“, sagte Grilli (in Spanien weiß man um das Problem - hier). Das Land ist dabei, sein Rentensystem und den Arbeitsmarkt komplett zu reformieren.

In Italien finden nächstes Jahr Parlamentswahlen statt. Dabei ist noch immer unklar, ob Regierungschef Mario Monti weiterhin die Zügel in der Hand halten wird (mehr hier). Obwohl Monti kürzlich Wachstumsimpulse für die italienische Wirtschaft durch Steuersenkungen gesetzt hat (hier), hatte dies keine positiven Effekte auf die Finanzmärkte: Die Zinsen für italienische Staatsanleihen sind wieder gestiegen (hier). Hinter Deutschland und Frankreich muss Italien als drittgrößter Beitragsleister zum ESM rund 125 Milliarden Euro beitragen – der Verteilungsschlüssel für den ESM liegt für Italien bei 17,914 Prozent. Deutschland ist mit 27,146 Prozent und Frankreich mit 20,386 Prozent beteiligt.

Italiens Wirtschaft befindet sich seit zwei Jahren in der Rezession. Die Schulden sind mit 120,9 Prozent des BIP immens hoch. Die Gesamtverschuldung des Landes beläuft sich auf 1,9 Billionen Euro.

Weitere Themen

Schäuble: Währungskommissar soll nationale Haushalte zurückweisen können

Samaras: Griechenland wird bald die nächste Tranche erhalten

Europäischer Automarkt: Massiver Einbruch bei den Neuzulassungen

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Technologie
Technologie Ein nationaler Stromausfall rückt immer näher: Deutschland schaufelt sich mit seiner radikalen Energie-Politik sein eigenes Grab

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine brisante Analyse der fehlenden Energiesicherheit unseres Landes.

DWN
Politik
Politik Keine Masken, keine Polizei, keine Lockdowns: Wie DWN-Autor Christian Kreiß die Pandemie in Costa Rica erlebte

Um den Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland zu entfliehen, verbrachte Christian Kreiß drei Monate in Costa Rica. Der DWN-Autor liefert...

DWN
Politik
Politik Bericht: Russland verhindert Attentat auf weißrussischen Präsidenten Lukaschenko, Minsk beschuldigt Biden

Die russischen Sicherheitsbehörden haben eine Gruppe von Personen festgenommen, die ein Attentat auf den weißrussischen Präsidenten...

DWN
Politik
Politik Tschechien weist wegen Explosion in Munitions-Depot 18 russische Diplomaten aus

Tschechien verweist 18 russische Diplomaten unter dem Vorwurf der militärischen Sabotage durch Russland des Landes.

DWN
Finanzen
Finanzen Darum sollten Sie Ihren Nachlass rechtzeitig regeln

Niemand denkt gerne an den eigenen Tod. Und doch ereilt er uns irgendwann alle. Vor allem, wenn man selbst Kinder hat, sollte man früh...

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonom: Goldgedeckte Kryptowährungen könnten Fiat-Währungen ersetzen

Das internationale Währungssystem wird sich verändern. Das Fiat-Geldsystem befindet sich auf dem Rückzug. Stattdessen könnten nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Währungssystem: IWF spricht von „Revolution“ bei digitalem Zentralbankgeld

Der IWF predigt eine regelrechte „Revolution“ bei digitalen Zentralbankwährungen. Als positives Beispiel wird die Einführung einer...

DWN
Politik
Politik Deutschland steuert mit voller Wucht auf Rot-Rot-Grün zu

Die Grünen und ihre politischen Ziele passen in das Konzept des Weltwirtschaftsforums. Das gilt auch für die SPD und die aktuelle Gestalt...