Zu unsicher: Goldman investiert nicht mehr in südeuropäische Banken

Die US-amerikanische Investmentbank verzichtet auf Vorzugsaktien in Spanien und Italien. Die Preise seien noch zu hoch, die Renditemöglichkeiten zu unattraktiv.

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Goldman Sachs will sich als größter Investor in Europa nicht an spanischen und italienischen Banken beteiligen. Die Verantwortlichen bei Goldman lehnten beispielsweise ein Finanzengagement in die spanische Banko Popular für 2,5 Milliarden Euro ab, da ihnen das Investitionsrisiko in die Vorzugsaktie zu hoch erschien. Man versuche, sich einen höheren Schutz gegen potenzielle Verluste aus diesem Geschäft zu verschaffen, heißt es bei der Investmentbank.

Eine ähnlich ablehnende Haltung zeigte Goldman Sachs auch bei Aktien der italienischen Unicredit SpA und der portugiesischen Banko Espirito Santo, berichtet Bloomberg. Die Aktie der Unicredit sank am Anfang des Jahres kurz nach ihrer Ausgabe um nahezu 45 Prozent und versetzte die Anleger in einen Schockzustand, bis EZB-Chef Mario Draghi ankündigte, notfalls neues Geld an die Banken zu günstigen Zinsen ausgeben zu wollen.

Eine weitere Erklärung für diese Zurückhaltung wird in der Haltung von Goldman Sachs Chef Gary D. Cohn gesehen, der dem Zusammenhalt der europäischen Währungsunion nur eine „kleine“ Chance gibt. Die Ankündigung der EZB, Staaten in Not künftig durch den Ankauf von Staatsanleihen in unbegrenztem Ausmaß zu helfen, greife das Problem der Wachstumsschwäche in der Region nicht auf, sagte Cohn. Investoren sollten sich daher unabhängig von südeuropäischen Finanzgeschäften machen, empfehlen die Berater von Goldman Sachs.

Andere Investmentbanken wie JPMorgan Chase & Co. oder Morgan Stanley scheuen noch nicht vor Investitionen in Südeuropa zurück. Die Marktposition von Goldman Sachs erlaube es jedoch, zu einem späteren Zeitpunkt zu diesen Märkten zurückzukehren, sofern die Bank dies wolle, sagte Christopher Weeler, Analyst der Mediobanca in London.

Goldman Sachs hält 17 Prozent seines Aktienvermögens in Europa. Die Vorzugsaktien der spanischen Banko Popular sind wahrscheinlich zu hoch bewertet für die mageren Aussichten der spanischen Wirtschaft, sagten Daragh Quinn und Duncan Farr des japanischen Finanzdienstleisters Nomura International: „Die Bewertung des Geschäfts ist schon sehr niedrig, jedoch aufgrund der geringen Renditen nicht attraktiv genug.“

Die Banken in Spanien und Italien sind finanziell angeschlagen und versuchen durch Aktienverkäufe Kapital zu generieren (mehr hier). Insgesamt hat Goldman Sachs in den vergangenen zwei Jahren seine Investitionen in Europa jedoch um zwanzig Prozent erhöht. Die aktuelle Zurückhaltung bei Investitionen ist jedoch auf die Unsicherheit auf den Finanzmärkten zurückzuführen: „Unsicherheit ist der größte Investitionskiller“, sagte Goldman Sachs CEO Lloyd Blankfein.

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