EU braucht Goldman: Merkel drängt Monti zu Kandidatur

Zusammen mit Berlusconi und Angela Merkel besuchte Mario Monti am Donnerstag überraschend die European People's Party in Brüssel. Dort soll Merkel Monti aufgefordert haben, für die vorgezogenen Neuwahlen zu kandidieren. Der Goldman-Technokrat wird noch immer geschätzt.

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Der Kampf um Italiens kommende Regierung nimmt immer skurrilere Züge an. Erst kündigt Monti seinen baldigen Rücktritt an, dann wird er von Beppe Grillo und Berlusconi für sein Verhältnis zu Deutschland kritisiert (hier) und anschließend versucht ihn Berlusconi wieder zu beschwichtigen. Nun mischt sich aber ausgerechnet auch noch Deutschlands Kanzlerin in die politische Debatte des Landes ein.

Zusammen mit Angela Merkel und Silvio Berlusconi erschien Mario Monti am Donnerstag überraschend auf einem Treffen der European People’s Party EPP in Brüssel. Es war das erste Mal, dass er daran seit seinem Amtsantritt vor 13 Monaten teilnahm. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa mit Verweis auf verschiedene Quellen berichtet, hat Angela Merkel Mario Monti gebeten, bei den anstehenden italienischen Wahlen anzutreten (diverse Parteien haben sich bereits angeboten (hier).

Das Verhältnis zwischen Mario Monti und Angela Merkel ist nicht immer das Beste gewesen, doch der nicht gewählte Technokrat mit Goldman Sachs Vergangenheit war ein Segen für Merkel, nachdem die EU mit Berlusconi nicht mehr konnte (und auch nicht mehr will – hier). Die Kanzlerin schätzt Montis Sachverstand und hat selbst einen Draht zu Goldman Sachs. Ihr Berater Alexander Dibelius ist seit Dezember 2004 alleiniger Deutschland-Chef von Goldman Sachs. Zusammen mit anderen Goldman-Männern wie dem US-Botschafter Philip D. Murphy ist er zudem Mitglied im deutsch-amerikanischen Netzwerk der Atlantik-Brücke.

Die EU hat nach und nach immer mehr Goldman Sachs Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter angezogen, wie beispielsweise EZB-Chef Mario Draghi oder den neuen Gouverneur der Bank of England (hier). Ohne Goldman Sachs geht es scheinbar nicht – das hatte auch Griechenland gesehen, als es sich mittels deren Hilfe eine Mitgliedschaft in der Eurozone erwirkte (mehr hier).


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