Italien: Monti will kandidieren, weiß aber noch nicht für welche Partei

Silvio Berlusconi hat dem italienischen Premier angeboten, mit seiner Partei zum Wahlkampf anzutreten. Er würde Monti auch als Kandidaten zulassen. Aber nicht alle in der Partei sind einverstanden. Doch Monti hat auch Angebote von anderen Parteien.

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Mario Montis Zukunft in Italiens Politik sorgt weiter für Aufregung und für eine Spaltung in Berlusconis Partei (PDL). Am Wochenende nutzte der frühere italienische Premier noch einmal sein Medienimperium, um ordentlich Werbung für seine Partei zu machen. Auf Canal 5 sagte er: „Wir freuen uns auf eine Antwort des Premiers Monti“. Kurz zuvor hatte er Mario Monti angeboten, sich in seiner PDL dem Wahlkampf zu stellen. Berlusconi bekräftigte zudem erneut, wenn Monti auf sein Angebot einginge, würde er selbst auch auf eine Kandidatur verzichten, nicht jedoch auf seinen Sitz als Parteivorsitzender. Monti könnte jedoch als Kandidat antreten.  Nur so könne Berlusconi zufolge ein Sieg der Linken bei den Wahlen im Februar verhindert werden.

Mario Monti, der nach dem Haushaltsbeschluss zurücktreten wird, um den Weg für Neuwahlen freizumachen, wird der italienischen Politik in jedem Falle erhalten bleiben. Das berichteten zumindest mehrere italienische Zeitungen. Eine Überlegung, die von vielen EU-Regierungschefs wie beispielsweise Angela Merkel unterstützt wird (hier). Noch vor Weihnachten will Monti in einer Rede die italienische Bevölkerung über seine weiteren Schritte aufklären. Immerhin hat er auch von anderen Parteien ein Angebot erhalten und die Position des italienischen Staatspräsidenten wäre auch noch zu haben.

In der PDL selbst ist die Stimmung jedoch gespalten. Der Generalsekretär der Partei, Angelino Alfano, befürwortet eine Zusammenarbeit. „Jetzt muss sich Monti entscheiden, ob er unser Lager unterstützen will oder den Linken die Chance gibt, das alte Italien zurückzuholen“, zitiert ihn Il Sole 24 Ore. Giorgia Meloni, die Vorsitzende der Jugendorganisation der PDL will allerdings weder Monti noch Berlusconi. „Für uns wären Monti und Berlusconi an der Spitze ein Fehler“, sagte sie.

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