EU braucht Goldman: Merkel drängt Monti zu Kandidatur

Lesezeit: 1 min
13.12.2012 17:51
Zusammen mit Berlusconi und Angela Merkel besuchte Mario Monti am Donnerstag überraschend die European People's Party in Brüssel. Dort soll Merkel Monti aufgefordert haben, für die vorgezogenen Neuwahlen zu kandidieren. Der Goldman-Technokrat wird noch immer geschätzt.
EU braucht Goldman: Merkel drängt Monti zu Kandidatur

Der Kampf um Italiens kommende Regierung nimmt immer skurrilere Züge an. Erst kündigt Monti seinen baldigen Rücktritt an, dann wird er von Beppe Grillo und Berlusconi für sein Verhältnis zu Deutschland kritisiert (hier) und anschließend versucht ihn Berlusconi wieder zu beschwichtigen. Nun mischt sich aber ausgerechnet auch noch Deutschlands Kanzlerin in die politische Debatte des Landes ein.

Zusammen mit Angela Merkel und Silvio Berlusconi erschien Mario Monti am Donnerstag überraschend auf einem Treffen der European People’s Party EPP in Brüssel. Es war das erste Mal, dass er daran seit seinem Amtsantritt vor 13 Monaten teilnahm. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa mit Verweis auf verschiedene Quellen berichtet, hat Angela Merkel Mario Monti gebeten, bei den anstehenden italienischen Wahlen anzutreten (diverse Parteien haben sich bereits angeboten (hier).

Das Verhältnis zwischen Mario Monti und Angela Merkel ist nicht immer das Beste gewesen, doch der nicht gewählte Technokrat mit Goldman Sachs Vergangenheit war ein Segen für Merkel, nachdem die EU mit Berlusconi nicht mehr konnte (und auch nicht mehr will – hier). Die Kanzlerin schätzt Montis Sachverstand und hat selbst einen Draht zu Goldman Sachs. Ihr Berater Alexander Dibelius ist seit Dezember 2004 alleiniger Deutschland-Chef von Goldman Sachs. Zusammen mit anderen Goldman-Männern wie dem US-Botschafter Philip D. Murphy ist er zudem Mitglied im deutsch-amerikanischen Netzwerk der Atlantik-Brücke.

Die EU hat nach und nach immer mehr Goldman Sachs Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter angezogen, wie beispielsweise EZB-Chef Mario Draghi oder den neuen Gouverneur der Bank of England (hier). Ohne Goldman Sachs geht es scheinbar nicht – das hatte auch Griechenland gesehen, als es sich mittels deren Hilfe eine Mitgliedschaft in der Eurozone erwirkte (mehr hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Termine
Wichtige Termine Unser Geschenk für Sie im Advent: Heute 34% sparen!

Seien Sie schnell & erhalten Sie 34% Rabatt auf das Jahresabo der DWN.

DWN
Deutschland
Deutschland Anatomie einer Jahrhundertblase, Teil 4: Die GroKo - eine Regierung auf Abruf humpelt mit Deutschland ins große Endspiel

Das Wirtschaftsmodell funktioniert nicht mehr richtig, die gravierenden Auswirkungen der europäischen Geldpolitik werden von Tag zu Tag...

DWN
Politik
Politik Bayern und Tschechien: Europas Drogen-Hochburgen für Crystal Meth

Die synthetische Droge kristallines Metamphetamin wird in Arbeitsteilung in Osteuropa hergestellt. Nach Westen kommt der größte Teil der...

DWN
Politik
Politik Der späte Sieg des Sozialismus: Von der Leyens „Green Deal“ führt die EU zur zentral gelenkten Planwirtschaft

Der gute Wille, welcher dem wirtschafts- und energiepolitischen Entwurf des „Green Deal“ zu Grunde liegt, droht in einem totalitär...

DWN
Finanzen
Finanzen Federal Reserve pumpt zum Jahresende eine halbe Billion Dollar in den Geldmarkt

Um die erwarteten Liquiditätsengpässe zum Jahresende abzumildern, hat die Fed angekündigt, dem Repo-Markt auf der Schwelle zum neuen...

DWN
Technologie
Technologie Hunderte neue Kraftwerke im Bau: Die Welt setzt auf die Kohlekraft

Die Erzeugung von Energie aus Kohle erlebt weltweit einen Boom.

DWN
Deutschland
Deutschland Die Integration östlicher EU-Länder bleibt eine Erfolgsgeschichte

Westliche Kritiker mahnen ständig, dass Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei immer nur Subventionen aus Brüssel nehmen und den...

DWN
Politik
Politik Russland will die Arktis mit Raketenschirm kontrollieren

Russland plant, in der Arktis einen Raketenschirm zur Luftverteidigung zu errichten. Moskau treibt seine Ansprüche in der Region und...

DWN
Finanzen
Finanzen JPMorgan startet globales Blockchain-Zahlungsnetzwerk mit 80 japanischen Banken

Weltweit haben sich bereits mehr als 360 Banken dem Blockchain-Zahlungsnetzwerk von JPMorgan angeschlossen. Besonders stark ist das...

DWN
Technologie
Technologie China kontrolliert zwei Drittel des globalen Bitcoin-Netzwerks

Der Anteil von Chinas Minern an der Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk ist in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen.

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung verstärkt weltweite Rekrutierung von Fachkräften

Die Bundesregierung hat die Welt als Reservoir potenzieller Fachkräfte identifiziert und will dieses mit viel Aufwand ausbeuten. Niemand...

DWN
Politik
Politik Pentagon-Dokumente: Obama und Bush täuschten Öffentlichkeit systematisch über Afghanistan-Krieg

Bislang unveröffentlichten Dokumenten zufolge sollen die US-Regierungen seit 2001 die Öffentlichkeit über die Lage in Afghanistan...

DWN
Finanzen
Finanzen Repo-Guru: Liquiditätskrise zum Jahresende wird Fed zu massiven Anleihekäufen zwingen

Jener Analyst, welcher einen Monat vor Ausbruch der Liquiditätskrise am US-Geldmarkt genau diese Krise korrekt vorhergesagt hatte, warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Renditen steigen: Investoren verlieren das Vertrauen in Zombie-Unternehmen

Auf dem US-Markt geraten riskantere Unternehmensanleihen zunehmend unter Druck. Die Zahl der besonders gefährdeten Anleihen, der...

DWN
Politik
Politik Anhörung eskaliert: „Das Soros-Orchester“ und die ernste Entfremdung zwischen EU-Kommission und Ungarn

Eine Anhörung zu Vorwürfen der EU-Kommission gegen die ungarische Regierung ist aus dem Ruder gelaufen. Die beiden Seiten scheinen sich...

celtra_fin_Interscroller