Rache für Geldwäsche: Schäuble will, dass Russen Zypern retten

Die EU will Zypern nur retten, wenn Russland ebenfalls zahlt. Der Grund: Zypern ist mit 20 Milliarden Euro einer der attraktivsten Geldwäsche-Plätze für die Russen.

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Vor Monaten hat Zypern ein Rettungspaket bei den internationalen Gläubigern beantragt, doch auf tatsächliche Unterstützung wartet das Land immer noch. Zahlreiche Auseinandersetzung zwischen der Troika und der zypriotischen Regierung haben die Verhandlungen in die Länge gezogen. Neben der Weigerung der Regierung, die Privatisierung voranzutreiben, steht vor allem der Vorwurf der Geldwäsche im Vordergrund.

Anwälte und Treuhändler sollen in Zypern sogar bei der Verschleierung von Schwarzgeld behilflich sein. Besonders Russland ist in diesem Zusammenhang in den Mittelpunkt gerutscht. Dem BND zufolge haben russische Bürger 19,4 Milliarden Euro bei zypriotischen Banken deponiert. Mehrmals wurden die Behörden in Zypern dazu aufgefordert, Fälle von Geldwäsche durch Russen zu untersuchen, so der Telegraph. Bisher wurde jedoch nichts unternommen. Ohne Nachweis, dass sich Zypern an die Geldwäscheregeln hält, gebe es keinen Grund zur Eile bei dem Rettungspaket, so Schäuble bereits vergangene Woche (hier).

Nun will Finanzminister Schäuble Russland für diese Probleme in die Pflicht nehmen. Russland müsse sich an dem Rettungspaket für Zypern beteiligen, sagte er in einer CDU/CSU Fraktionssitzung am Dienstag. Europäische Beamte haben signalisiert, dass sie von Russland erwarten, eine Lösung für Zypern zu unterstützen, zitierte ein Parteimitglied den Finanzminister bei Bloomberg.

Frühestens nach der Präsidentschaftswahl in Zypern (17. Und 24. Februar) wollen die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung bezüglich möglicher Hilfsgelder für Zypern treffen.

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    • Lilly sagt:

      „Heimliche Hilfe – Milliarden für Zyperns Banken“

      Zitat: „Brüssel/BerlinWährend Europas Regierungen mit der Rettung Zyperns und seiner Banken noch zögern, hilft die dortige Notenbank den Finanzhäusern mit Notkrediten in Milliardenhöhe. Die Summe dieser so genannten „Emergency Liquidity Assistance“ (Ela) liegt bei 9,4 Milliarden Euro. Diese für das kleine Land hohe Summe geht aus einer Statistik von Zyperns Zentralbank hervor.“ … Zitat Ende

      http://www.handelsblatt.com/politik/international/heimliche-hilfe-milliarden-fuer-zyperns-banken-/7624234.html

      und, Zitat:

      …“Diese Anleger anders zu behandeln als griechische Steuervermeider, kann ja wohl nicht fair sein. Immerhin versteht sich die Europäische Union als das Anti-Diskriminierungsparadies: Unisex-Tarife in der Versicherung, Gender Mainstreaming in Aufsichtsräten. Und ausgerechnet bei Steuerhinterziehung soll das nicht gelten? Das kann nicht der Ernst der Finanzminister sein. Es spricht also alles dafür, der zypriotischen Regierung die Milliarden zur Verfügung zu stellen, die nötig sind, die russischen Einlagen in Zypern zu retten, oder?“

      Quelle: http://www.wiwo.de/politik/europa/freytags-frage-zypern-zeigt-das-dilemma/7564354-2.html

    • Gast sagt:

      Schäuble glaubt sich mit den Russen messen oder gar anlegen zu können?! Nicht das Herr Schäuble mit neuer Rekordstaatsverschuldung glänzt, einfälltig ist er dazu auch noch. Was hat Russland mit der EU zu tun außer das es der zunkünftig größte Absatzmarkt für Rohstoffe ist. Aus dieser Sicht würde ich als deutscher Finanzminister nur ganz kleinlaut Piep machen und nicht mit so genannten Rachegelüsten um mich werfen.
      Naja, in Sachen EU ist der Politik sowieso jede Sensibilität abhanden gekommen.

      Schäuble sollte besser seine Nase mal in die deutschen Schuldenlöcher stecken und sich fragen was er eigentlich dagegen und was er vor allem dafür getan hat – außer die Steuerlasten weiterhin hoch zu treiben.

      Kann mal jemand diese einfachen Parteimitglieder verbal abschalten!