Peer-to-Peer-Kredite: Alternatives Banking kommt an die Börse

 

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12.12.2014 02:15
Der Börsengang von Lending Club markiert einen Wendepunkt für die Peer-to-Peer-Branche. Statt den Banken zu vertrauen, werden Kredite über Internet-Plattformen abgewickelt. Es profitieren beide Seiten: Kredite gibt es zu günstigeren Preisen für die Kreditnehmer, gleichzeitig erzielen die Kreditgeber höhere Renditen.
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Der weltweit größte Peer-to-Peer-Kreditgeber Lending Club hat bei seinem Börsengang eine Bewertung von 8,5 Milliarden Dollar erreicht. Die Aktie erreichte einen Erstkurs von 24,75 Dollar und übertraf damit den Ausgabepreis von 15 Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 65 Prozent.

Der Börsengang von Lending Club (LC) markiert einen Wendepunkt für die Peer-to-Peer-Branche. Solche Konzerne nutzen Online-Plattformen, um Kreditgeber und Kreditnehmer zusammenzubringen. Es profitieren beide Seiten: Kredite gibt es zu günstigeren Preisen für die Kreditnehmer, gleichzeitig erzielen die Kreditgeber höhere Renditen.

Seit dem Start 2007 hat die Firma mehr als sechs Milliarden Dollar an Krediten vermittelt. Das entspricht der dreifachen Menge des nächsten Wettbewerbers Prosper. Aktuell liegt die Rate bei rund einer Milliarde Dollar pro Quartal.

Das Unternehmen will beide Seiten mit besseren Konditionen als bei Banken locken. Geld soll über Gebühren verdient werden. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sammelte sich allerdings ein Verlust von knapp 23,9 Millionen Dollar an.

Bei 15 Dollar pro Aktie wurde erwartet, dass LC wohl mindestens 870 Millionen Dollar mit Börsenstart einnimmt. Zum Handelsauftakt an der New Yorker Börse am Donnerstag eröffneten die neuen Aktien zum Kurs von 24,75 Dollar und damit 65 Prozent über dem Ausgabepreis von 15 Dollar. Das bedeutet, Anleger bewerten die Firma mit rund neun Milliarden Dollar.

Das Startup aus San Francisco, das Banken mit einer Online-Plattform Konkurrenz macht, hat mit der Ausgabe von 50,3 Millionen Anteilsscheinen 870 Millionen Dollar (701 Millionen Euro) eingesammelt.

Der 15-Dollar-Preis bedeutet gleichzeitig eine größere Auszahlung für hochkarätige Mitglieder des LC-Vorstands. Dazu gehören der ehemalige US-Finanzminister Lawrence Summer, dessen Anteile rund 15 Millionen Dollar ausmachen, oder der Ex-Vorstand und CEO von Morgan Stanley John Mack, dessen Aktienanteile auf 36 Millionen Dollar geschätzt werden. Das Management und Verwaltungsratsmitglieder halten rund 40 Prozent an LendingClub.

Laplanches 14,9 Millionen Aktien werden mit mehr als 220 Millionen Dollar bewertet.

Die restlichen Anteile sind hauptsächlich zwischen vier Investmentfirmen verteilt. Dazu zählt unter anderem der bekannte Silicon-Valley-Finanzierer Kleiner Perkins. Der Wagniskapitalist gehört zu den prominenten Startup-Förderern und hatte unter anderem in die Tech-Riesen Google und Amazon investiert

Börsenexperten vermuten laut FT, dass Laplanche das Geld weiter in das Unternehmen investieren wird. LC hat in diesem Jahr bereits Springstone Financial gekauft, das Kredite für medizinische Versorgung und private Schulbildung anbietet. So will LC sein Geschäft abseits von Konsumkrediten verstärken.

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