Politik

Studie: Deutschland hat zuwenig Lehrer für Mathematik und Physik

Lesezeit: 1 min
21.01.2015 01:46
Deutschland will bei Innovationen aufholen und muss nun feststellen: Es gibt zuwenig Lehrer in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern. Eine gravierende Fehlplanung in der Bildungspolitik tritt zutage.
Studie: Deutschland hat zuwenig Lehrer für Mathematik und Physik

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In den nächsten zehn Jahren könnte sich die Zahl der Lehrer für Fächer wie Mathematik, Biologie, Physik und Chemie an allgemeinbildenden Schulen halbieren. Damit werde sich der Lehrermangel in diesen Fächern weiter verschärfen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Prognose des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm.

Der Experte hatte aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW über MINT-Fachlehrer ausgewertet. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Tendenziell gelte die in NRW festgestellte Entwicklung für ganz Deutschland, betonte der Professor.

Trotz des Mangels an Fachlehrern seien einzelne Schulen überversorgt. Dort könnten Lehrer beispielsweise Mathe oder Physik unterrichten, würden aber vor allem in anderen Fächern eingesetzt. «Das Potenzial liegt brach», betonte Klemm.

In NRW arbeiten derzeit rund 52 000 MINT-Lehrer an weiterführenden Schulen. Die meisten seien über 50 Jahre alt und schieden bis zum Schuljahr 2025/26 aus dem Beruf aus. Besonders im Fach Chemie kämen dann auf zehn neu zu besetzende Stellen lediglich zwei Bewerber.

Als Grund für den Mangel sieht der Wissenschaftler die hohe Abbrecherquote unter Lehramtsstudenten, weil die Betreuung schlecht sei, wie Klemm der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zudem wollten zwar überwiegend junge Frauen Lehrerin werden, interessierten sich aber kaum für die MINT-Fächer.

Der Verband Bildung und Erziehung sieht nicht nur in den naturwissenschaftlichen Fächern erheblichen Bedarf. Auch für Sport und die musischen Fächer fehlten seit Jahren Lehrer.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bloß raus aus Russland: Rückzug westlicher Firmen wird zum Eigentor

Als der Ukraine-Krieg begann, wurden westliche Unternehmen zum Rückzug aus Russland gedrängt. Dieser ist zwar schnell verkündet. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Riskante Wette: US-Pensionsfonds setzen verstärkt auf Hebelwirkung

Die staatlichen Pensionsfonds in den USA investieren massiv mit geliehenem Geld. Dies soll die Renditen steigern und die großen...

DWN
Politik
Politik Angriffsdrohungen und ein mysteriöser Brief: Lukaschenko und der Krieg

Der weißrussische Machthaber gilt zwar als Unterstützer Putins, hielt sich bislang aber aus dem Ukraine-Krieg raus. Dann kamen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie eine Familienstiftung vor staatlicher Enteignung schützt

Parteien und Gewerkschafter fordern immer wieder eine Vermögensabgabe. Wer sich davor schützen möchte, dem raten Experten zu einer...

DWN
Deutschland
Deutschland Energieriese soll mit Steuergeld gerettet werden

Erst die Banken, dann die Fluglinien und jetzt die Energieriesen. Erneut bittet eine Branche darum, mit Steuergeldern gerettet zu werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Also doch: Fusion zwischen deutschen Hafenbetreibern ist geplatzt

Die seit September 2017 andauernden Gespräche über eine Fusion der zwei Hafen-Logistik-Unternehmen HHLA und Eurogate wurden jetzt...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN: In eigener Sache

Die Geschäfsführung der DWN über die Neubesetzung der Chefredaktion.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Historisches Handelsdefizit: „Rohstoff-Zeitalter“ bedroht Deutschlands Wohlstand

Der „Exportweltmeister“ Deutschland erzielt ein historisches Defizit - ein Fingerzeig, wohin die Reise im nun angebrochenen...