Deutschland

Neue EU-Pläne: Gefahr für Deutsche Bank, Commerzbank

Lesezeit: 1 min
04.10.2012 13:18
Standard & Poor‘s droht die Bonität der Deutschen Bank um zwei Stufen herabzusetzen. Die Deutsche Bank wäre mit am schwersten von der Umsetzung der EU-Pläne zur Bankenregulierung betroffen, heißt es. Demnach sollen alle Handelsaktivitäten deutscher Banken künftig mit Eigenkapital abgedeckt werden. Dies würde den gesamten Finanzstandort Deutschland belasten.
Neue EU-Pläne: Gefahr für Deutsche Bank, Commerzbank

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Griechenland: Polizei geht mit Tränengas gegen Werftarbeiter vor

Bislang müssen Handelsaktivitäten deutscher Banken noch nicht mit Eigenkapital abgesichert werden. Das verschafft dem deutschen Bankensektor einen Wettbewerbsvorteil. Nach Plänen der EU sollen die Handelsaktivitäten künftig jedoch vom Bankengeschäft abgetrennt werden.

Sollte dies geschehen, will amerikanische Rating-Agentur Standard & Poor’s die Bonität der  Deutschen Bank um bis zu zwei Stufen herabsetzen. „Die Ratingimplikationen für die Handelseinheit könnten negativ sein, weil dieser Bereich vermutlich eine weniger stabile und teurere Refinanzierungsbasis haben wird und der Risikoausgleich aus dem traditionellen Bankgeschäft geringer sein dürfte“, sagte Stefan Best, Bankenexperte von S&P, der FTD. Ein sinkendes Rating würde die Zinsangebote der Deutschen Bank in die Höhe treiben und ihre Wettbewerbschancen schmälern.

Darüber hinaus genießen die Großbanken, wie die Deutsche Bank, derzeit noch den Vorteil, dass Standard and Poor’s davon ausgeht, der Staat würde im Notfall den Banken unter die Arme greifen. Ohne diese Vorannahme würde das Rating der Deutschen Bank schon jetzt zwei Stufen niedriger sein, so Stefan Best (vor allem dürfen europäische Banken noch immer Sicherheiten hinterlegen, die sonst als Risiken abgelehnt werden würden - mehr hier) .

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) sieht sogar Gefahren für die Stabilität des gesamtdeutschen Finanzstandorts. „Durch die organisatorische Abtrennung aller Handelsaktivitäten von Universalbanken werden die Möglichkeiten der bankinternen Risikostreuung beschränkt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die deutschen Banken müssten erneut Eigenkapital aufstocken.

In den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich bestehe bereits ein Trennbankensystem. Die Banken in Deutschland haben jedoch traditionell einen Kredit- sowie einen Handelssektor und werden daher auch als Universalbanken bezeichnet. Die DK sieht in der Einführung eines Trennbankensektors eine „Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb“, was mit einem Verlust von Arbeitsplätzen einhergehe.

Weitere Themen

Portugal: Steuererhöhungen, Gewerkschaften kündigen Generalstreik an

Kriegsgefahr steigt: Türkei fliegt erneut Angriffe auf Syrien

Wegen Bailout: Krisentreffen zwischen Spanien, Italien und Frankreich

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Bundesgesetz macht Klagen gegen Ausgangssperre vor Verwaltungs-Gerichten unmöglich

Das geplante Corona-Bundesgesetz hebelt die Verwaltungsgerichte aus. Es wird rechtlich nicht möglich sein, dass Bürger vor die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Politik
Politik Diese drei Top-Leute sind seit Beginn des ersten Lockdowns verstorben

Seit Beginn der Corona-Krise sind drei Persönlichkeiten, die die deutsche Bundes- und Landespolitik geprägt haben, unerwartet verstorben.

DWN
Politik
Politik Luxemburg: Ministerium bestätigt Tod nach AstraZeneca-Impfung

Das luxemburgische Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass eine 74 Jahre alte Frau am 10. April an einer Hirnblutung nach einer...

DWN
Politik
Politik Umfrage: 46 Prozent der Deutschen gegen nächtliche Ausgangssperren

Die von der Bundesregierung geplante Einführung nächtlicher Ausgangssperren in Gebieten mit hohen Corona-Fallzahlen halten einer Umfrage...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung...