Technologie

US-Geheimdienst NSA verseucht seit Jahrzehnten Festplatten mit Viren

Lesezeit: 2 min
18.02.2015 01:16
Eine NSA-nahe Hackergruppe hat seit Jahrzehnten Spähsoftware auf Festplatten installiert. Sicherheitsexperten fanden infizierte Computer in 30 Ländern. Obama hatte erst kürzlich die Europäer aufgefordert, doch nicht immer das Schlechteste über das Wirken der Geheimdienste anzunehmen.
US-Geheimdienst NSA verseucht seit Jahrzehnten Festplatten mit Viren

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die US-Spionagebehörde NSA hat offenbar einen Weg gefunden, ihre Spähsoftware direkt auf die Computer-Festplatten zu installieren. Entsprechend infizierte Festplatten hat die russische Sicherheitsfirma Kaspersky Lab auf Computern aus 30 Ländern auf der ganzen Welt gefunden.

Laut dem russische Sicherheitsunternehmen haben die Spione damit eigens einen technologischen Durchbruch geschafft: Sie verankerten Schadsoftware in dem Firmware-Code der Festplatten, der bei jedem Anschalten des Computers anspringt. Damit wäre das Internet noch viel schwerwiegender mit Späh-Viren infiziert als bisher bereits durch die Snowden-Enthüllungen bekannt.

Die russische IT-Sicherheitsfirma hat die USA zwar nicht explizit als Drahtzieher benannt, warnt aber vor einer mächtigen Hacker-Gruppe mit unbegrenzte Möglichkeiten und technologische Überlegenheit. Kaspersky legt durch verschiedene Hinweise eine Verbindung zu US-Geheimdiensten nahe: Zum Teil seien Schwachstellen ausgenutzt worden, auf die später auch die gegen das iranische Atomprogramm gerichtete Schad-Software Stuxnet zugegriffen habe. Hinter Stuxnet stecken nach bisherigen Informationen vor allem die NSA, berichtet etwa der Business Insider.

Sollte sich die Rolle der USA bei der Entwicklung dieser Cyber-Tools bestätigen, könnte dies den Ruf der US-Technologie-Unternehmen noch weiter schädigen. Kaspersky zufolge übersteige die Malware „alles bisher Bekannte bezüglich der Komplexität und Ausgefeiltheit der Techniken“, so die Financial Times. Er nannte die Hackergruppe „Equation Group“ und sagte, sie operiere bereits seit 20 Jahren. Seit dem Jahr 2001 habe es tausende Angriffe in über 30 Ländern gegeben. Unter den Zielen seien Regierungsbehörden, Institutionen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energie, Nuklearforschung sowie Medien, Finanzinstitute und Unternehmen, die Verschlüsselungstechnologien entwickeln.

Die Equation Group sei so etwas wie der „Todesstern der Schadsoftware-Galaxie“, schrieb Kaspersky in Anspielung an die Superwaffe aus den Star Wars-Filmen, die ganze Planeten zerstören konnte. Die Gruppe könne Festplatten von rund einem Dutzend oft genutzter Hersteller infizieren, erklärte Kaspersky. Dabei werde ein unsichtbarer Bereich geschaffen, in dem Informationen zu späteren Abruf gespeichert werden. Die Schadsoftware überlebe auch eine Neuformatierung der Festplatten sowie eine Neuinstallation des Betriebssystems. Von üblichen Virenscannern könne das Programm nicht erkannt werden.

US-Präsident Obama hingegen sieht die Rolle der USA weiterhin als weltweiter Vorreiter in Sachen Internet und warf den Europäern wegen des Misstrauens und der laufenden Untersuchungen gegen Google und Facebook Protektionismus vor : „We have owned the Internet – uns gehört das Internet“, sagte er jüngst zu den europäischen Vorbehalten gegenüber Google und Facebook, die ihm zufolge eine Diskriminierung amerikanischer Unternehmen in Europa gleichkämen. „Unsere Unternehmen haben das Internet geschaffen, es ausgebaut und es in einer Weise perfektioniert, bei der sie (die Europäer) nicht mithalten können“,  zitiert der Business Insider den Präsidenten.

Obama hatte erst kürzlich die Europäer aufgefordert, doch nicht immer das Schlechteste über das Wirken der Geheimdienste anzunehmen. 

Gleichzeitig hat der US-Präsident eine staatliche zusammenarbeit mit Apple angekündigt, um staatliche Leistungen künftig über ein mobilen Bezahlsystem für iPhones auszuzahlen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die Ziele im Rahmen des „Great Reset“ und der Pandemie bedrohen vor allem den deutschen Mittelstand. Über 99 Prozent aller Unternehmen...

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Finanzen
Finanzen Europa nach Corona: Werden die hohen Schulden eine nachhaltige Erholung bremsen?

Kann Europas Wirtschaft trotz der hohen Schuldenbelastung nach Corona wieder durchstarten? Der Chefvolkswirt der IKB Bank, Klaus Bauknecht,...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesbehörde behauptet nun: Vogelgrippe in Norddeutschland konnte sich durch Menschen verbreiten

Dem Friedrich-Loeffler-Institut zufolge, das eine selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Großkonzerne verdrängen mit E-Autos und Vernetzung die kleinen Werkstätten

Zu den Verlierern von E-Mobilität und Digitalisierung gehören auch die freien Werkstätten. Die Autohersteller und ihre...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Reiseveranstalter sehen nur eine Rettung: Den digitalen Impfpass

Die deutsche Reisebranche will im Sommer endlich wieder höhere Umsätze machen. Sie setzt dabei auf den digitalen Impfpass, den alle...

DWN
Politik
Politik Lecker Essen und Geld-Spenden: Spahn beim Dinner während der Corona-Einschränkungen

Am 20. Oktober 2020 nahm Jens Spahn an einem Dinner mit mehreren Gästen teil, bei dem nach „BILD“-Informationen Geld-Spenden für ihn...

DWN
Politik
Politik Great Reset: Ansichten von SPD-Chefin Esken decken sich mit der Agenda des Weltwirtschaftsforums

Fleischverzicht, eine drastische Reduzierung von Flügen und weitere Maßnahmen sollen laut SPD-Chefin Saskia Esken gut sein, um das Klima...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schwört Bevölkerung auf fortgesetzten Lockdown ein

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für Lockerungen, doch die Bundesregierung und ihre Experten halten dagegen und schließen ein...