Finanzen

Börse: Dax schließt 0,6 Prozent im Plus

Lesezeit: 2 min
19.02.2015 10:25
Die Märkte sind heute weder Fisch noch Fleisch: Der für heute angekündigte Brief aus Griechenland an die Eurogruppe kommt erst morgen. Der Sprecher Schäubles hat inzwischen noch einmal klar gemacht, dass Flexibilität für Griechenland nur im Rahmen eines Hilfsprogramms möglich ist - und damit den Euro unter Druck gebracht.
Börse: Dax schließt 0,6 Prozent im Plus

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An den europäischen Aktienmärkten ist am Mittwoch neue Hoffnung auf eine Lösung des griechischen Schuldenstreits aufgekeimt. Athen will die Euro-Partner um eine Verlängerung der Kredite bitten. Die Aktienkurse zogen an und die Anleihe-Renditen gingen zurück. Unklar blieb allerdings, ob die griechische Regierung auch die Spar- und Reformauflagen einhalten will. Daher warnten viele Experten vor zu viel Optimismus: "Vor einer endgültigen Bewertung des griechischen Vorstoßes sollten (...) erst einmal alle Fakten auf dem Tisch liegen", schrieben die Analysten der Essener Nationalbank.

Der Dax stieg um bis zu 0,8 Prozent auf 10.981 Punkte und näherte sich damit bis auf etwa 32 Zählern seiner bisherigen Bestmarke. Aus dem Handel ging er deutsche Leitindex noch 0,6 Prozent fester. Der EuroStoxx50 legte 0,7 Prozent zu. An der Wall Street hielten sich die Anleger wegen der für den Abend erwarteten Protokolle der US-Notenbank (Fed) zurück. Die Indizes notierten knapp im Minus. Die Investoren erhofften sich Hinweise auf den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung in den USA.

Die von Rechts- und Linkpopulisten getragene griechische Regierung lehnt die bisherigen mit den Hilfen verbundenen Reformauflagen ab, riskiert ohne die weitere Unterstützung der Euro-Länder und des IWF aber eine Staatspleite. Das jetzige Hilfsprogramm endet am 28. Februar. Der Athener Leitindex gewann am Mittwoch in der Spitze 3,3 Prozent und der griechische Bankenindex rückte zeitweise sogar um 10,6 Prozent vor. Griechische Staatsanleihen waren ebenfalls gefragt. Dies drückte die Rendite der dreijährigen Titel um mehr als einen Prozentpunkt auf 17,72 Prozent. Die Papiere anderer südeuropäischer Krisen-Staaten wie Spanien oder Italien rentierten ebenfalls niedriger. Der Euro fiel auf 1,1349 Dollar zurück.

Einige Marktbeobachter vermuteten, dass der Vorstoß der griechischen Regierung im Zusammenhang mit der Tagung des EZB-Rats steht. Die Währungshüter müssen darüber entscheiden, ob sie weitere Notfallkredite (ELA) der griechischen Notenbank an die heimischen Geldinstitute genehmigen. Insidern zufolge dürfte die EZB diese Woche nicht den Geldhahn zudrehen. Beobachter hielten es aber nicht für ausgeschlossen, dass die Zentralbank einen Warnschuss abgeben und eine Fortsetzung der ELA-Hilfen von einem Rettungsprogramm abhängig machen wird.

Bei den deutschen Aktienwerten stand der zeitweise knapp 21-prozentige Kurssturz von CropEnergies im Fokus der Anleger. Das ist der größte Einbruch der Unternehmensgeschichte. Der Biokraftstoff-Produzent legt wegen fallender Bioethanol -Preise und der Abwertung des Euro zum Pfund Sterling sein Werk in Großbritannien still. Im Sog von CropEnergies gaben die Titel der Muttergesellschaft Südzucker 1,3 Prozent nach. Sie waren damit schwächster MDax -Wert.

Dax-Spitzenreiter waren die Aktien von K+S mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 28,81 Euro. Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für die Aktien auf 40 von 30 Euro gesetzt. Die Analysten hätten sich zuversichtlich zu den Aussichten der Branche geäußert, sagt ein Händler.

In Frankreich verbuchte vor allem Peugeot deutliche Kursgewinne. Der Autobauer macht dank der Erholung auf dem europäischen Automarkt und starken Verkäufen in China langsam Fortschritte. Die Kernsparte kam im vergangenen Jahr auf einen operativen Gewinn von 63 Millionen Euro. Im Jahr zuvor stand hier noch ein Verlust von gut einer Milliarde Euro zu Buche. Peugeot-Aktien gewannen bis zu 6,7 Prozent auf 14,40 Euro und waren damit so teuer wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Rivalen profitierten von der Zufriedenheit der Peugeot-Aktionäre: Renault, VW, Daimler und BMW legten zwischen 2,6 und 1,4 Prozent zu.

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