Finanzen

Akute Pleite-Gefahr: Ukraine kann Schulden nicht mehr bedienen

Lesezeit: 1 min
09.05.2015 01:41
Die Gespräche zwischen der Ukraine und ihren Gläubigern um einen Schuldenschnitt drohen zu scheitern. Gibt es keine Lösung, können zumindest offiziell keine neuen Kredite des IWF fließen. Weil das Geld - ähnlich wie bei Griechenland - nur noch wenige Wochen reicht, droht die Staatspleite. Auf die europäischen Steuerzahler kommen damit neue Belastungen zu.
Akute Pleite-Gefahr: Ukraine kann Schulden nicht mehr bedienen

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Internationale Fonds-Manager, die in ukrainische Staatsanleihen investiert haben, glauben nicht daran, dass die Regierung in Kiew bis Juni eine Schuldenrestrukturierung in Höhe von 23 Milliarden Dollar erzielen wird. Doch eine Verlängerung der Verhandlungen zwischen Kiew und seinen Gläubigern, könnte die angespannte Finanzlage noch verschärfen, zitiert die Financial Times die ukrainische Finanzministerin Natalja Jaresko.

Im vergangenen Monat stimmten die Gläubiger in einem Fall einem Forderungsverzicht zu. Das Finanzministerium erhoffte sich dadurch, einen Präzedenzfall geschaffen zu haben. Dabei ging es um die Verlängerung der Fälligkeit einer Ukreximbank-Anleihe über 750 Millionen Dollar.

Damit die Ukraine weitere IWF-Tranchen ausgezahlt bekommt, muss die Regierung die Gläubiger bis Ende Mai von einem Schuldenerlass in Höhe von 15 Milliarden Dollar, der über einen Zeitraum von vier Jahren laufen soll, überzeugen. Doch die Gläubiger werden offenbar einen Hair-Cut in dieser Höhe nicht akzeptieren.

Die Gespräche zwischen der Ukraine und ihren Gläubigern haben bisher keine klaren Fortschritte verzeichnet (…) Wir denken, dass ein Abschluss der Gespräche um eine Schuldenrestrukturierung bis zur Deadline im Mai/Juni sehr unwahrscheinlich ist. Eine Vereinbarung könnte eher im [dritten Quartal] getroffen werden (…) Unser Basisszenario geht nicht von einem umfassenden Hair-Cut aus. Doch es könnte einen kleinen Hair-Cut im Sinne von kleinen Zugeständnissen an die Ukraine und dem IWF geben“, zitiert die Financial Times den Schwellenmarkt-Strategen von JP Morgan, Jonny Goulden.

Die geplante Umschuldung ist Teil eines vierjährigen internationalen Kredit-Pakets (Extended Fund Facility) in Höhe von 40 Milliarden Dollar, welches 17,5 Milliarden an IWF-Krediten beinhaltet. Im März teilte der IWF mit, dass über die Auszahlung der ersten Tranche in Höhe von fünf Milliarden Dollar im Juni entschieden werde.

Weitere Kreditgeber werden die EU, die USA, die Weltbank, die Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Europäischen Investitionsbank (EIB) sein.

Jaresko sagt, dass die Nicht-Teilnahme Russlands an den Gesprächen um eine Umschuldung keinen Einfluss auf die Gespräche haben wird. Russland hält ukrainische Staatsanleihen im Wert von drei Milliarden Dollar und kann daher die US-Investoren in der Ukraine auflaufen lassen.

Sollten die Gläubiger der Ukraine die Gespräche blockieren oder gar verlängern, droht dem Land eine Staatspleite. Wenn sich die Gläubiger kooperationsbereit zeigen, kann das Land nur vorübergehend über Wasser gehalten werden. Denn Natalja Jaresko gab im März dieses Jahres schon mal bekannt, dass die zugesagten 40 Milliarden US-Dollar nicht ausreichen würden, um das Land wiederaufzubauen. Was jedoch fest steht ist: In beiden Fällen werden die EU-Steuerzahler für die Rettung des Landes aufkommen müssen. Eine andere Alternative ist nicht in Sicht.

 

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