Politik

Griechenland: Finanzminister Varoufakis tritt zurück

Lesezeit: 1 min
06.07.2015 07:53
Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis tritt zurück. Das teilte er am Montag nach dem Referendum mit. Sein Nachfolger Tsakalotos könnte sich als viel härterer Verhandler für die EU erweisen.
Griechenland: Finanzminister Varoufakis tritt zurück

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis tritt nach der deutlichen Ablehnung des Troika-Kurses bei dem Referendum überraschend zurück. Als Grund dafür nannte Varoufakis in einer Erklärung vom Montag, ihm sei deutlich gemacht worden, dass einige Vertreter der Euro-Zone ihn als nicht erwünschte Person bei Treffen betrachteten. „Deshalb verlasse ich das Finanzministerium heute“, erklärte Varoufakis. Auf seinem Blog gab er verschiedene Gründe an, die alle nicht ganz überzeugend klingen. Tatsächlich hatte sich Varoufakis bei den Euro-Finanzministerin endgültig unmöglich gemacht, als er von den Forderungen der Troika als „Terrorismus“ sprach.

Er sprach von einem Schritt, den Ministerpräsident Alexis Tsipras als „potenziell hilfreich“ betrachte, um eine Vereinbarung mit den internationalen Gläubigern zu erzielen.

Varoufakis hatte vor dem Referendum lediglich erklärt, er werde bei einem „Ja“ der Bürger zu den von ihm abgelehnten Sparauflagen der Euro-Länder zurücktreten.

Sein Nachfolger wird der bisherige Chefunterhändler Tsakalotos. Dazu gibt es eine interessante Meinung von Ambroise Evans-Pritchard, einem der besten Euro-Kenner Europas: Er hält es für denkbar, dass Tsakalotos ein Hardliner ist, der es der Euro-Zone noch viel schwerer machen wird als Varoufakis. Tatsächlich ist Varoufakis ein glühender Europäer, der eben eine andere Vorstellung von Politik und Wirtschaftspolitik hat die gegenwärtige Euro-Orthodoxie.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Frankreichs Staatspräsident Macron beginnt Staatsbesuch in Deutschland
26.05.2024

Das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland wird oft und gerne gelobt. Erstaunlich ist da schon, dass der letzte richtige...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutschlands Kapitalmarkt: Hemmnis für die Finanzierung der Zukunft
26.05.2024

Die heimischen Kapitalmärkte spielen als Finanzierungsquelle deutscher Unternehmen eine untergeordnete Rolle – Bankkredite dominieren...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Europas Herausforderung für die geo-ökonomische Wettbewerbsfähigkeit
26.05.2024

Ökonomen neigen dazu, sich nicht allzu viele Gedanken über die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu machen....

DWN
Finanzen
Finanzen Service: So vermeiden Sie teure Fehler beim Berliner Testament
26.05.2024

Die Zukunft stets im Blick behalten und optimal vorsorgen. Wenn Sie Ihren Nachlass planen, kann das sogenannte Berliner Testament eine...

DWN
Panorama
Panorama Jubiläum eines Kultkastens: Die rote Telefonzelle wird 100 Jahre alt
26.05.2024

In Deutschland sind sie rar geworden, in England auch. Immerhin gibt es noch hie und da einen der nostalgischen Häuschen. Ein Foto in der...

DWN
Politik
Politik Präsidentschafts-Wahlen in Amerika: Wie Robert F. Kennedy das Rennen aufwirbelt
26.05.2024

Es gibt bei der Präsidentschaftswahl in den USA am 5. November nicht nur Blau gegen Rot, Esel oder Elefanten, Demokaten gegen...

DWN
Politik
Politik Zweiter Teil des DWN-Interviews: Deutsche Offiziere haben Warnungen ignoriert
26.05.2024

In dieser Fortsetzung des Gesprächs mit dem norwegischen Militärexperten Tor Ivar Strømmen (von gestern) erfahren Sie, warum deutsche...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz auf Obstplantagen: Schädlinge besser erkennen
26.05.2024

Die Künstliche Intelligenz (KI) erobert immer mehr Bereiche der Wirtschaft. Selbst in der Landwirtschaft könnten Anwendungen in Zukunft...