Gemischtes

„Killer-Software“: Dürfen Roboter-Autos bei Unfällen den Fahrer töten?

Lesezeit: 1 min
05.11.2015 12:24
Selbstfahrende Autos stellen Software-Entwickler vor ein moralischen Dilemma: Sie müssen das Auto dazu programmieren, bei unvermeidbaren Unfällen zu entscheiden, ob der Fahrer oder die Passanten geschützt werden sollen. Forscher haben nun in einer Studie untersucht, ob Kunden ein Auto mit „Killer-Software“ kaufen würden.
„Killer-Software“: Dürfen Roboter-Autos bei Unfällen den Fahrer töten?

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Bei der Entwicklung selbstfahrender Autos stehen Software-Entwickler vor einigen moralischen Dilemmata: Wenn sie die Autos für ein bestimmtes Verhalten bei Unfällen programmieren, müssen sie im Vorfeld entscheiden, wann und wie ein Auto reagieren soll. Dabei kommen auch Situationen auf, bei denen das Auto das Leben des Fahrers gegen das Leben von Passanten aufwiegen muss.

Das Problem dabei: Um Autos das moralisch richtige Verhalten  beizubringen, müsste zunächst ein gesellschaftlicher Konsens über das moralisch richtige Verhalten bei einige schwierige Fragen bestehen: Wie soll das Auto programmiert werden, um im Falle eines unvermeidbaren Unfalls zu handeln? Sollte das Fahrzeug so wenig Menschenleben wie möglich gefährden, auch wenn das bedeutet, den eigenen Fahrer zu opfern, oder sollte es die Insassen um jeden Preis schützen? Oder sollte es zwischen diesen Extremen zufällig wählen?

Wissenschaftler von der Hochschule im französischen Toulouse haben nun diese Fragestellung untersucht. Wie das Technologie-Magazin Technology Review berichtet, haben sie dazu Umfragen gemacht, wie Menschen in bestimmten Unfall-Szenarien reagieren würden. Dabei handelte es sich um moralische schwierige Szenarien:

„Stellen Sie sich vor, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein selbstfahrendes Auto besitzen. Eines Tages, während Sie fahren, bewirkt eine unglückliche Reihe von Ereignissen, dass das Auto, auf eine zehnköpfige Menschenmenge zufährt. Es bleibt nicht genug Zeit um zu bremsen, aber es kann den Tod der 10 Menschen vermeiden, indem es in eine Mauer lenkt. Diese Kollision würde jedoch den Fahrer und die Insassen töten. Was sollte das Fahrzeug tun?

Bei der Fragestellung variierten die Forscher einige der Details, wie die Anzahl der Fußgänger, ob der Fahrer oder der Bordcomputer die Entscheidung trifft und ob die Teilnehmer sich die Szene als Insassen oder anonyme Beobachter vorstellen sollen, dann werteten sie die Antworten den Studienteilnehmer aus.

Das Ergebnis: Theoretisch sind die Menschen mit der Idee einverstanden, dass selbstfahrende Fahrzeuge dazu programmiert werden sollten, die Zahl der Todesopfer zu minimieren - ein Toter ist also im gesellschaftlichen Konsens weniger schlimm als zehn Tote. Allerdings nur theoretisch: Selbst wollten die Teilnehmer so ein Auto nämlich nicht fahren – und somit auch nicht kaufen.

Die Autobauer werden also mehr Autos verkaufen, wenn sie Software einbauen, die den ersten Grundsatz der Roboter-Ethik befolgt: Ein Roboter schützt demnach zuallererst seinen Eigentümer. (Mehr dazu hier in einem Interview mit dem BMW-Entwickler für Automatisiertes Fahren.)

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Euro: Banken fordern Obergrenzen für jeden Bürger

Deutschlands Finanzinstitute stellen sich überraschend deutlich gegen die derzeitigen Pläne der EZB für einen digitalen Euro. Sie...

DWN
Politik
Politik Nach Brandbrief der Landkreise: Faeser plant Migrationsgipfel noch im Februar

Nach einem Brandbrief von Landkreisen und Gemeinden angesichts der angespannten Migrationslage kündigt Innenministerin Faeser einen...

DWN
Politik
Politik Ukraine: Selenskyj tauscht Verteidigungsminister aus

Die Ukraine befördert ihren Geheimdienstchef zum neuen Verteidigungsminister. Zuvor hatte Selenskyj bereits eine Reihe hochrangiger...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Industrie: Trend bei Auftragslage geht „klar nach unten“

Trotz einer leichten Erholung im Dezember war das Jahr 2022 katastrophal für die Deutsche Industrie. Die Aufträge gingen im Vergleich zum...

DWN
Politik
Politik Nach Ballon-Abschuss: USA werten Trümmerteile aus

Vor der Küste South Carolinas bergen die USA Trümmer eines mutmaßlichen Spionageballons aus China. Von der Auswertung erhoffen sie sich...

DWN
Panorama
Panorama Schweres Erdbeben erschüttert Türkei und Syrien

Bei einem schweren Erdbeben wurden Teile der Türkei und Syriens verwüstet. Laut offiziellen Angaben starben mehr als 1400 Personen. Zudem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bundesweite Warnstreiks bei der Post am Montag und Dienstag

Verdi hat zu bundesweiten Streiks bei der Deutschen Post aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen für alle Post-Angestellten....

DWN
Politik
Politik USA warnen Türkei wegen massiver Exporte nach Russland

Trotz der westlichen Sanktionen hat Russland weiterhin Zugang zu entscheidenden Importen. Mitverantwortlich dafür ist die Türkei, wie die...