Finanzen

EZB setzt Geldschwemme trotz Bundesbank-Kritik fort

Lesezeit: 1 min
09.11.2015 16:35
Die Europäische Zentralbank fährt weiter einen anderen Kurs, als dies die Deutsche Bundesbank gerne hätte: Seit Beginn des Programms stützt die EZB die Euro-Staaten mit dem Ankauf von Bonds in der Höhe von 400 Milliarden Euro. Im November hat die EZB das Ankaufprogramm beschleunigt.
EZB setzt Geldschwemme trotz Bundesbank-Kritik fort

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Tempo ihrer umstrittenen Anleihenkäufe erhöht. In der Woche bis zum 6. November nahmen die Währungshüter Staatsanleihen im Wert von 12,93 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die Notenbank am Montag mitteilte. In der Woche davor waren es noch 10,57 Milliarden gewesen. Die EZB und die nationalen Zentralbanken der Euro-Länder haben damit seit Beginn des Programms im März Staatsbonds im Volumen von 406,57 Milliarden Euro in ihre Bücher genommen. Die Käufe sollen bis September 2016 laufen und dann einen Gesamtumfang - Pfandbriefe und Hypothekenpapiere eingeschlossen - von 1,14 Billionen Euro erreichen.

Im Oktober hatte EZB-Präsident Mario Draghi die Tür für eine Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen weit geöffnet, sollte dies erforderlich werden. Mit den Käufen will die EZB dafür sorgen, dass für Banken Anleihen-Investments weniger lukrativ werden. Stattdessen sollen sie mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben, was die Konjunktur und auch die Inflation anschieben würde. Bisher allerdings blieben die Auswirkungen auf die Teuerung gering.

Genau dort setzt auch die Kritik der Deutschen Bundesbank an: Deren Chef, Jens Weidmann, hat sich explizit gegen eine Fortsetzung der Geldschwemme ausgesprochen. Die geringe Inflation sei kein Zeichen einer Deflation, sondern Folge des niedrigen Ölpreises. Durch eine Fortsetzung der Geldschwemme würde sich die EZB nach Weidmanns Ansicht zum Gefangenen der Politik machen. Doch das ist die Zentralbank schon ganz offensichtlich: Anfang November warnte sogar EZB-Chef Mario Draghi, dass das italienische Defizit zu hoch werden könne. Draghi sagte, die Entscheidung der EU, wegen der Flüchtlinge mehr Schulden machen zu wollen, sei riskant.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Mit digitalem Gold auf Erfolgskurs

Die Vervielfachung der Geldmenge hat enorme Auswirkungen. Die Inflation ist nicht mehr aufzuhalten. Auf der anderen Seite zeichnet sich...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Ausverkauf geht weiter: Nächster deutscher Hightech-Konzern wird vom Ausland übernommen

Trotz ständigen Bekundungen der Bundesregierung, strategisch wichtige Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland zu schützen, geht der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zwischen Russland und Saudi-Arabien bahnt sich ein neuer Ölpreis-Krieg an

Im März findet das nächste Treffen der OPEC + statt. Während Saudi-Arabien die Öl-Produktion weiter drosseln will, plädiert Russland...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld-Nutzung in den USA ist während der Pandemie gestiegen

In den USA ist nach Angaben eines Unternehmens für Sicherheitsdienste und Werttransporte die Bargeldnutzung gestiegen.

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank warnt vor überhöhten Immobilienpreisen

Im vergangenen Jahr haben die „markanten Preisübertreibungen“ auf dem Wohnungsmarkt zugenommen, so die Bundesbank. Teilweise liegen...

DWN
Politik
Politik Blackwater-Gründer Prince spielte zentrale Rolle im Libyen-Krieg

Einem UN-Bericht zufolge spielte der Blackwater-Gründer Erik Prince eine wichtige Rolle im Libyen-Konflikt. Dass die UN erst jetzt auf...

DWN
Finanzen
Finanzen BÖRSE AKTUELL: Heftige Korrektur bei Bitcoin - jetzt wird der Einstieg vollends zum Vabanque-Spiel

Gestern vermeldeten wir den rapiden Kursverfall der Kryptowährung "Bitcoin". Heute liefert unser Börsen-Experte Andreas Kubin, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax: Anleger hoffen nach Powells Rede weiter auf Riesen-Konjunkturpaket aus den USA

Die Börsen entwickeln sich langsam weiter. Heute Nachmittag warten die Anleger auf wichtige Konjunkturdaten.

DWN
Deutschland
Deutschland Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt

Obi, Media Markt, Breuninger und Co. wollen nicht länger auf Zugeständnisse der Politik warten. Immer mehr Händler versuchen, vor...

DWN
Politik
Politik Geimpfte Israelis erhalten «Grünen Pass» und können wieder am Leben teilnehmen

In Israel haben sich Hunderttausende Bürger bereuts den digitalen Impfnachweis beschafft und dürfen jetzt wieder ins Theater, ins...

DWN
Politik
Politik Das Weltwirtschaftsforum ist der große Treiber des digitalen Impfpasses

Das Weltwirtschaftsforum und die Rockefeller Stiftung sind die Haupttreiber der Einführung von digitalen Gesundheitspässen. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitale Zentralbankwährungen für den Großhandel und Einzelhandel bahnen sich an

In einem aktuellen Bericht plädiert die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich für die Einführung von digitalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona: Jeder dritte Deutsche lehnt Einschränkungen und Impfung ab

Einer Umfrage zufolge lehnt etwa ein Drittel der Deutschen die Eingriffe in die Freiheitsrechte im Zuge von Corona ab. Ähnlich viele...

DWN
Politik
Politik E-Patientenakte: Merkel und Spahn haben den Datenschutz ausgehebelt, doch keiner hat es bemerkt

Die Bundesregierung hat durch ein neues Patientenakten-Gesetz den Datenschutz ausgehebelt. In der Akte sollen alle relevanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Verband kritisiert Ausverkauf von Immobilien an ausländische Spekulanten

Der Eigentümerverband Haus und Grund warnt vor einem Ausverkauf deutscher Immobilien an ausländische Investoren. Verantwortlich dafür...