Politik

Sicherheitsstudie: Viren profitieren am meisten von unsicheren Passwörtern

Lesezeit: 1 min
26.04.2012 17:45
Zum zwölften Mal hat Microsoft dieser Tage seinen halbjährlichen Security Intelligence Report (SIRv12) herausgegeben. Wie aus dem Papier hervorgeht, ist es der seit drei Jahren in Umlauf befindliche Wurm „Conficker“, der den Unternehmen nach wie vor das Leben schwer macht.
Sicherheitsstudie: Viren profitieren am meisten von unsicheren Passwörtern

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Seit 2008 befindet sich der Computerwurm „Conficker“ im Umlauf. Allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren, so heißt es, sei er 220 Millionen Mal verzeichnet worden und gilt weiterhin als „eine der größten Bedrohungen für Unternehmen“ (russische Hacker bevorzugen hingegen Trojaner - mehr hier). Die Ursachen, warum sich der Computerwurm nach wie vor durchsetzen kann, liegen für die Fachleute auf der Hand: „Mangelnde Grundeinstellungen und -maßnahmen der IT-Sicherheit, wie unsichere oder fehlende Passwörter und nicht gepatchte Systeme“ sind der Grund dafür, dass „Conficker“ und andere Schadprogramme auf die Rechner zugreifen könnten.

Seinen Lauf nahm die „Conficker“-Bedrohung im Oktober 2008. Damals hatte der Softwarehersteller bereits präventiv entsprechende Patches bereitgestellt und gemeinsam mit anderen Herstellern Aufklärungsarbeit geleistet. Vergebens: Nicht lange und der Wurm hatte Tausende Systeme befallen. Im Quartal 2011 waren weltweit 1,7 Millionen Systeme betroffen - vor allem die Windows-Versionen XP und 2003. Allein seit 2009 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. „Conficker ist eines der größten Sicherheitsprobleme, denen wir heute gegenüber stehen und doch können wir uns davor schützen“, sagt Tim Rains, Director von Microsoft Trustworthy Computing. Studien hätten gezeigt, dass 92 Prozent der Infizierung in Unternehmen auf unsichere Passwörter zurückzuführen sind und acht Prozent auf Schwachstellen, für die es bereits Sicherheitsupdates gebe.

Die Schwachstelle „unsichere Passwörter“ würden sich übrigens auch so genannte „Advanced Persistent Threats“ (APTs) zunutze machen - die der Bericht als zweitgrößte Bedrohung identifiziert. APTs richteten sich ebenfalls häufig gegen Unternehmen oder bestimmte Personen und würden sich nur in ihrer „Beharrlichkeit und Entschlossenheit“ mit der sie von Cyber-Kriminiellen ausgeführt werden, von anderen Angriffen unterscheiden.

Schutz: Regelmäßige Updates und begrenzte Zugriffsrechte

Um sich adäquat zu schützen, rät Microsoft sowohl Kosnumenten als auch Unternehmen zu einem ganzen Maßnahmenpaket: Zum einen sollten nur sichere Passwörter genutzt und die Mitarbeiter entsprechend sensiblisiert werden. Auch regelmäßige Updates der Systeme und Netzwerke beugen Attacken vor, ebenso wie eine Antivirus-Software eines vertrauenswürdigen Anbieters. Als Unternehmensressource sollte darüber hinaus auf so genannte Cloud-Dienste zurückgegriffen werden und identifizierte Angriffe sorgältig überwacht und analysiert werden. Um eine Verbreitung zu vermeiden, gelte es außerdem Verwaltungsmodelle zu entwickeln, die Zugriffsrechte begrenzen würden. Außerdem rät der Fachmann: „Halten Sie einen durchdachten Wiederherstellungs-Plan bereit. Führen Sie eine 'Krisen-Task-Group' ein, die in Desktop- und anderen Bereichen die Reaktionsmöglichkeiten des Unternehmens zur Wiederherstellung in verschiedenen Angriffsszenarien  testen.“

Die Daten des aktuellen Reports wurden von Juli bis Dezember 2011 von mehr als 600 Millionen Systemen in über 100 Ländern weltweit erhoben.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 20 Jahre EU-Osterweiterung: Wie osteuropäische Arbeitskräfte Deutschland unterstützen
23.04.2024

Zwei Jahrzehnte nach der EU-Osterweiterung haben osteuropäische Arbeitskräfte wesentlich dazu beigetragen, Engpässe im deutschen...

DWN
Finanzen
Finanzen Der DWN-Marktreport: Spannung und Entspannung – Geopolitik sorgt für Bewegung bei Aktien und Rohstoffen
23.04.2024

Die hochexplosive Lage im Nahen Osten sorgte für reichlich Volatilität an den internationalen Finanz- und Rohstoffmärkten. Nun scheint...

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung auf Rekordhoch: Steuerzahlerbund schlägt Alarm!
23.04.2024

Der Bund Deutscher Steuerzahler warnt: Ohne Kehrtwende droht der fiskalische Abgrund, trotzdem schöpft die Bundesregierung das...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt weiter - Verband alamiert
23.04.2024

Laut neuen Zahlen gibt es immer weniger Apotheken-Standorte. Der Apothekerverband spricht von „alarmierenden Zeichen“ und erklärt,...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber im Aufschwung: Das Gold des kleinen Mannes holt auf
23.04.2024

Silber hinkt traditionell dem großen Bruder Gold etwas hinterher. In den letzten Wochen hat der Silberpreis massiv zugelegt. Was sind die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Handel warnt vor „Geisterstädten“ - tausende Geschäftsschließungen
23.04.2024

Seit Jahren sinkt die Zahl der Geschäfte in Deutschlands Innenstädten - auch weitere Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof müssen bald...

DWN
Technologie
Technologie Ocean Cleanup fischt 10.000 Tonnen Plastikmüll aus Ozeanen und Flüssen
23.04.2024

Ein Projekt fischt Tausende Tonnen Plastik aus dem Meer und aus Flüssen. Eine winzige Menge, weltweit betrachtet. Doch es gibt global...

DWN
Technologie
Technologie Astronaut Alexander Gerst rechnet mit permanenter Station auf dem Mond
23.04.2024

Eine feste Basis auf dem Mond - das klingt für viele noch nach Science Fiction, soll aber schon bald Realität werden. Für Astronaut...