Panorama

Demografische Herausforderung: Deutschlands Bevölkerung schrumpft

Deutschlands Bevölkerung steht vor einer neuen demografischen Herausforderung: Erstmals seit Jahren reicht die Zuwanderung nicht mehr aus, um den Geburtenrückgang auszugleichen. Wie groß ist das Problem wirklich?
29.01.2026 09:21
Lesezeit: 1 min

Deutschlands Bevölkerung schrumpft: Die Lücke ist zu groß

Deutschlands Bevölkerung wächst nicht weiter: Die Zuwanderung kann den Geburtenrückgang nicht mehr ausgleichen. Zum Jahresende 2025 lebten nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes rund 83,5 Millionen Menschen in Deutschland. Damit war Deutschlands Bevölkerung um etwa 100.000 Personen kleiner als am Jahresende 2024. Zuletzt hatte es in den Jahren 2003 bis 2010 sowie im ersten Corona-Pandemiejahr 2020 Bevölkerungsrückgänge gegeben. Zwischen 2011 und 2024 war Deutschlands Bevölkerung mit Ausnahme von 2020 jedes Jahr gewachsen.

"Wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung 1990 überstieg auch im Jahr 2025 die Zahl der Gestorbenen die Zahl der Geborenen", berichteten die Statistiker. Anders als in den Vorjahren nahm jedoch die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen (Geburtendefizit) weiter zu, während die Nettozuwanderung deutlich zurückging. Das bedeutet: "Die Lücke zwischen den Geburten und Sterbefällen konnte erstmals seit 2020 nicht durch die Wanderungsgewinne geschlossen werden."

Rund 650.000 Geburten auf eine Million Tote, Nettozuwanderung bricht ein

Für 2025 rechnet das Bundesamt nur noch mit 640.000 bis 660.000 Geborenen. Dem stehen gut eine Million Gestorbene gegenüber. Daraus ergäbe sich für 2025 ein Geburtendefizit von 340.000 bis 360.000 Personen. In den 2010er Jahren war das Defizit mit durchschnittlich 171.423 Menschen deutlich niedriger.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 gab es laut Statistischem Bundesamt 220.000 mehr Zuzüge nach Deutschland als Fortzüge ins Ausland. Damit lag der Saldo deutlich unter dem Vorjahreszeitraum, als der Wert zwischen Januar und Oktober bei 391.500 lag. Für das Gesamtjahr 2025 wird die Nettozuwanderung nach den bisher vorliegenden Daten auf 220.000 bis 260.000 Personen geschätzt. "Damit war sie um mindestens 40 Prozent geringer als im Jahr 2024", berichteten die Statistiker. Auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Jahr 2025 hatte die Nettozuwanderung zuletzt im Corona-Pandemiejahr 2020 gelegen. Im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2024 war der jährliche Wanderungssaldo mit 356.000 Personen deutlich höher.

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