Finanzen

EU kürzt nicht bei der Bürokratie, sondern die Hilfe für die Dritte Welt

Lesezeit: 1 min
22.11.2012 00:43
Die EU hat im neuen Budget-Entwurf vorgesehen, Hilfsgelder für die unterentwickelten Länder um 10 Milliarden Euro zu kürzen. Der Verwaltungsapparat der EU selbst bleibt jedoch von Kürzungen verschont.
EU kürzt nicht bei der Bürokratie, sondern die Hilfe für die Dritte Welt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das EU-Budget von 2014 bis 2020 muss geringer ausfallen als bisher. Die EU-Beamten versuchen daher, an allen Ecken und Enden zu sparen – außer bei sich selbst. Einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam zufolge, sollen Hilfsgelder an die Dritte Welt um bis zu 10 Milliarden Euro gekürzt werden. Kürzungen bei der zentralistischen Administration oder eine einfachere Verwaltung von Fonds hingegen könnten deutlich höhere Einsparungen erzielen (mehr hier).

Dabei sei jetzt zu Zeiten der Krise der falsche Zeitpunkt, um bei Entwicklungshilfe zu sparen. Denn der Aspekt der Selbsthilfe bezahle für sich selbst. Bis ins Jahr 2020 könnten „EU-Steuerzahler mit einer Rückzahlung aus Investitionsgewinnen in Höhe von bis zu 20 Prozent rechnen“, sagte Olivier Consolo von Concord, einer europäischen Vereinigung für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Bereich Entwicklungshilfe.

Dabei ist längst klar, dass die EU ihre Hilfsgelder nicht kontrollieren kann. Das Geld kommt nicht dort an, wo es gebraucht wird. In den letzten Jahren sind rund 10 Milliarden Euro an Hilfsgeldern im Gaza-Streifen versickert – ein großer Anteil davon kam aus der EU. Bei den Menschen ist das Geld nie angekommen, die Korruption hingegen blüht (hier).

Auch die NGOs sind nicht frei von Schuld an dieser Tatsache. Internationale Hilfsgelder und private Spenden werden auch von ihnen verwaltet und verteilt – die NGOs sind längst eine profitable Branche, die vor allem für sich selbst wirtschaftet. Besser als zentralistische Strukturen wirkt direkte Hilfe in Form von zum Beispiel Mikrokrediten, die über das Internet verwaltet werden. Die Verlusteffekte sind minimal. Der Nutzen dafür umso größer.

Weitere Themen:

Crash-Warnung: US-Spareinlagen stiegen wie vor Lehman sprunghaft

Lufthansa-Pilot erkrankt auf Transatlantik-Flug: Passagier landet Maschine sicher

Weckruf der Bundesbank: Dem Finanzsystem droht der Kollaps

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen China macht Schanghai zum Versuchslabor für die Globalisierung des Yuan

Chinas Regierung forciert die Internationalisierung der Landeswährung Renminbi. Am Finanzplatz Schanghai sollen umfassende...

DWN
Politik
Politik „Falsche“ Corona-Berichterstattung: Youtube sperrt Sky News Australia

Die Videoplattform Youtube zensiert den australischen Sender Sky News. In Deutschland ist die Zensurpolitik illegal, urteilte vor Kurzem...

DWN
Politik
Politik Scholz wird kreativ: Wer sich impfen lässt, soll auch eine Gratis-Bratwurst bekommen

Finanzminister Olaf Scholz ist eigentlich kein kreativer Mensch. Doch nun kommt er mit einer außerordentlich grandiosen Idee an. Wer sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Portfolio

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Studien widerlegen den Mythos von der chinesischen „Schuldenfalle“

In den Medien wird häufig davon berichtet, dass China mithilfe der Kreditvergabe an ärmere Staaten politische Abhängigkeiten schaffe....

DWN
Technologie
Technologie Russland baut zwei „Doomsday Jets“ für Regierung und Militärspitze

Die russische Regierung hat den Bau zweier Spezialflugzeuge veranlasst, welche im Falle eines Atomkrieges die Regierung und...

DWN
Deutschland
Deutschland Eine Woche nach CSD-Parade mit 80.000 Teilnehmern - Berlin setzt Demo-Verbote gegen Corona-Politik durch

Eine Woche, nachdem 80.000 Teilnehmer der Schwulen-, Lesben und Queer-Parade CSD in Berlin ausgelassen feierten, verbietet die...

DWN
Deutschland
Deutschland Direkte Demokratie in Deutschland? Nichts könnte für Merkel unwichtiger sein

Der Verein „Mehr Demokratie“ gibt der Bundesregierung beim Thema Volksentscheide und mehr direkte Demokratie eine glatte „6„.