Gemischtes

Frauen-Magazin „Emma“ nennt Gewalt-Exzesse in Köln „Terror“

Lesezeit: 2 min
05.01.2016 17:36
Das Frauen-Magazin Emma stuft die Vorfälle in Köln als Terror ein. Alice Schwarzer schreibt in einem Leitartikel: „Köln: Das sind die Folgen der falschen Toleranz“. Frauen-Politiker aller Parteien sind entrüstet, wirken aber trotz allen Pathos unschlüssig, wie sie die Ereignisse einordnen sollen.
Frauen-Magazin „Emma“ nennt Gewalt-Exzesse in Köln „Terror“

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das feministische Frauenmagazin Emma hat die Vorfälle in Köln als „Terror“ bezeichnet. Das Magazin kommentiert:

„Das waren Szenen, wie wir sie aus dem Fernsehen vom Tahrir-Platz kannten, als die Situation in Ägypten eskalierte und unzählige Frauen – Ägypterinnen wie westliche Journalistinnen - Opfer sexueller Gewalt wurden. Aber diesmal fanden diese massenhaften Übergriffe nicht in Ägypten statt und auch in keinem anderen Bürgerkriegsland, sondern mitten in Deutschland. Und an einem der angeblich am besten gesicherten Orte in ganz Deutschland: dem Kölner Hauptbahnhof. Ausgerechnet in der Silvesternacht - in der wegen der europaweit beschworenen „Terrorgefahr“ ja ohnehin erhöhte Sicherheitsvorkehrungen herrschten. Aber der Terror dieser Nacht hatte nichts mit Kofferbomben und nichts mit Maschinengewehren zu tun. Diese Männer hatten ihre Hände zur Waffe gemacht.“

Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer schreibt in einem Leitartikel auf ihrem Blog unter der Überschrift „Köln: Das sind die Folgen der falschen Toleranz“:

„Diese jungen Männer sind das triste Produkt einer gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration! Sie sind das Produkt einer falschen Toleranz, in der fast alle - Menschen, Medien, Kirchen und Politik - unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat, unsere Gleichberechtigung infrage stellen, ja mit Füßen haben treten lassen, zugunsten ,anderer Sitten‘ bzw. einer ominösen ,Religionsfreiheit‘ – in deren Namen man Parallelwelten entstehen ließ und nicht auf Integration bestand. Als hätte dieser Fanatismus etwas mit Glauben zu tun.“

Deutsche Frauenpolitiker reagierten zurückhaltender mit der Bewertung der Vorfälle: NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft sprach von einer „Eskalation der Gewalt“ und sexuellen Übergriffen, die „durch Männer-Banden“ begangen wurden. Dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte sie: „Für die Opfer, insbesondere die betroffenen Frauen, waren das schreckliche, zutiefst verstörende Erlebnisse.“ Wenn die Voraussetzungen gegeben seien, müssten kriminelle Straftäter abgeschoben werden.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Frauen sind kein Freiwild. Die Vorfälle sind widerwärtig und abscheulich (…) Die Täter müssen schnell ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden - egal welcher Herkunft und Religion sie sind.“

CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner erklärte: „Die Vorfälle sind Besorgnis erregend, diese organisierten Übergriffe auf Frauen in Köln sind erschreckend. Und ganz gleich, wer welchen kulturellen Hintergrund hat, nichts rechtfertigt dieses respektlose und verletzende Verhalten gegenüber Frauen (…) Wenn in dieser massiven Form Übergriffe organisiert worden sind und es wohl evident ist, dass diese Übergriffe von mutmaßlichen Tätern eines bestimmten Kulturkreises verübt wurden, dann gehört das dazu (…) In unserem Land sind Männer und Frauen gleichberechtigt und es gelten Persönlichkeitsrechte.“

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte: „Da darf nichts relativiert werden. Es dürfen keine rechtsfreien Räume geben - ganz egal, ob hinter den Straftaten deutsche Staatsbürger, Ausländer oder Asylbewerber stecken. Der Staat darf niemals wegschauen.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Die neue Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen...

DWN
Finanzen
Finanzen Anders als die EZB: Ungarn könnte als erstes EU-Land die Zinsen anheben

Ungarns Notenbank wird im Kampf gegen eine steigende Inflation möglicherweise schon im Juni die Zinsen anheben. Das Land gehört nicht zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflations-Angst: Bitcoin und Gold existieren außerhalb des Fiat-Geldsystems

Bitcoin und Gold werden von Investoren geschätzt, weil sie neben dem Fiat-Geldsystem als dezentrale Eigentumsformen bestehen können. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche zahlen weltweit höchste Steuern und Abgaben: Nun wollen Baerbock und Scholz eine Vermögenssteuer einführen

Nirgendwo auf der Welt ist die Steuer- und Abgabenlast so hoch wie in Deutschland. Grüne, SPD und Linke wollen jetzt noch eine...

DWN
Deutschland
Deutschland In diesen Städten gibt es das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen

Dortmund bietet einer Studie zufolge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen.

DWN
Politik
Politik Laschet gegen Judenhass: Alle deutschen Staatsbürger müssen Staatsräson zum Schutz Israels teilen

Deutliche Worte des CDU-Chefs Armin Laschet gegen Judenhass. Die deutsche Staatsräson zum Schutz Israels erstreckt sich nach seinen Worten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Baubranche leidet unter erheblichem Materialmangel

Die deutsche Baubranche leidet derzeit unter einem erheblichen Mangel an Grundstoffen und Vorprodukten.