Politik

Preise für Öl und Kupfer stürzen ab

Lesezeit: 2 min
07.01.2016 11:16
Spekulationen über eine deutlich nachlassende Nachfrage des Top-Konsumenten China hat am Rohstoffmarkt für große Verunsicherung gesorgt. Die Preise für Öl und viele Industriemetalle gingen am Donnerstag auf Talfahrt, Gold war dagegen gefragt.
Preise für Öl und Kupfer stürzen ab

Mehr zum Thema:  
Erdöl >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Erdöl  

Die neuerliche Abwertung der chinesischen Leitwährung verstärkte die Ängste im Markt, dass die Wirtschaft der Volksrepublik spürbar schwächelt. Derzeit sei nicht klar, wie die chinesische Regierung das Vertrauen wieder zurückgewinnen könne, urteilten die Analysten der Essener Nationalbank. „Dieses Mal dürften zusätzliche geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zur Stimulierung des Wachstums allein nicht ausreichen.“

An den chinesischen Aktienbörsen war der Handel nach nur einer halben Stunde vorzeitig abgebrochen worden, nachdem die Leitindizes um mehr als sieben Prozent absackten. Diese Notbremse, die erst seit 2016 eingesetzt werden kann, wurde in der ersten Handelswoche des neuen Jahres bereits zum zweiten Mal gezogen. Die Notenbank der Volksrepublik hatte den Yuan den achten Tag in Folge geschwächt, um der lahmenden Konjunktur Impulse zu verleihen.

ÖLPREIS-TALFAHRT BESCHLEUNIGT SICH

Angesichts der jüngsten Turbulenzen nahm der Verfall der Preise für Öl neue Fahrt auf. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu sechs Prozent auf 32,16 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete damit so wenig wie zuletzt Anfang April 2004. Der Preis für das US-Öl WTI rutschte in der Spitze um 5,5 Prozent auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 32,10 Dollar je Fass ab. Die Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot macht dem Ölpreis seit Monaten zu schaffen. Wegen der weltweiten Überproduktion und des Kampfs der Förderländer um Marktanteile hat sich Rohöl seit Mitte 2014 um etwa zwei Drittel verbilligt. Verschärft wurde der Preisrutsch zuletzt noch durch die zunehmenden Spannungen zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran über den Jahreswechsel. Experten zufolge wird dadurch eine gemeinsame Linie des Ölkartells OPEC zum Abbau des Überangebots nun noch unwahrscheinlicher.

KONJUNKTURSORGEN LASTEN AUF KUPFER, ZINK & PALLADIUM

Deutlich ins Wanken gerieten auch die Preise für die Industriemetalle. Kupfer, das vor allem in der Bauindustrie verwendet wird, kostete mit 4488 Dollar je Tonne zeitweise knapp drei Prozent weniger – 2015 war der Preis bereits um 25 Prozent eingebrochen. Zink und Nickel verbilligten sich in der Spitze jeweils um 4,6 und 3,5 Prozent auf 1475 und 8310 Dollar je Tonne. Der Abwärtsdruck auf die Metallpreise sollte angesichts der Sorgen um China erst einmal anhalten, prognostizierte Ivan Szpakowski, Analyst bei der Citi in Hong Kong. Der Preis für Palladium, das vor allem in Autokatalysatoren verbaut wird und daher ebenfalls besonders konjunkturempfindlich ist, fiel um bis zu 2,4 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 495 Dollar je Feinunze.

Der Goldpreis fand dagegen nur schwer eine Richtung. Das Edelmetall, das gern in Krisenzeiten angesteuert wird, verteuerte sich in der Spitze um 0,8 Prozent auf ein Neun-Wochen-Hoch von 1102 Dollar je Feinunze. Im späteren Handelsverlauf rutschte der Preis dann allerdings knapp ins Minus.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Erdöl >

DWN
Unternehmen
Unternehmen EZB-Chefin Lagarde mit wichtigen Versprechen an den deutschen Mittelstand

Angesichts der Corona-Krise hat EZB-Chefin Christine Lagarde dem deutschen Mittelstand versprochen, dass die Währungshüter den...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die neue Völkerwanderung: Amerikaner verlassen in Scharen die Großstädte, um aufs Land zu ziehen

In den USA findet seit einiger Zeit eine starke Binnenwanderung statt. Viele Bürger verlassen die Städte, um in ländlichere Regionen zu...

DWN
Politik
Politik Putin und Assad machen türkisch-kontrollierten Schwarzmarkt in Nordsyrien dem Erdboden gleich

Russland und Syrien haben am Freitag einen Markt und eine Raffinerie in Brand geschossen, an denen geraubtes syrisches Erdöl gehandelt und...

DWN
Finanzen
Finanzen Die lange Zutatenliste für den Inflations-Cocktail 2021

Mehrere Faktoren stehen bereit, um die Geldentwertung im laufenden Jahr anzufachen.

DWN
Politik
Politik Biden entsendet Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

US-Präsident Joe Biden hat eine Mission mit Langstrecken-Bombern in den Nahen Osten angeordnet.

DWN
Politik
Politik Klimawandel: Einer der größten Umweltverschmutzer der Welt ist die US-Armee

Aus US-Studien geht hervor, dass das US-Militär wegen seiner Militäreinsätze mehr klimaschädliche Brennstoffe und Gase verbraucht als...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Volkswagen: Kunden sollen zu gläsernen Digital-Konsumenten werden

Im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie will VW das Geschäft mit Kundendaten vorantreiben. Wer im Auto zudem mehr digitale...

DWN
Technologie
Technologie DWN Aktuell - Sicherheit zehntausender deutscher Unternehmen von globalem Hackerangriff bedroht

Als Microsoft vergangene Woche vier Sicherheitslücken bekanntgab, war von gezielten Attacken die Rede. Inzwischen entwickelt sich daraus...