Politik

Russland und Syrien erobern zwei Rebellen-Hochburgen

Lesezeit: 2 min
25.01.2016 12:23
Die syrische Armee hat mit russischer Unterstützung zwei Rebellenhochburgen im Westen des Landes zurückerobert. Der militärische Erfolg mindert kurz vor den Friedens-Gesprächen in Genf den Verhandlungsdruck auf Präsident Baschar al-Assad.
Russland und Syrien erobern zwei Rebellen-Hochburgen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die jüngste Rückeroberung der Städte Salma und Al-Rabia im Norden von Latakia durch die syrische Armee (SAA) mit russischer Luftunterstützung war nach Angaben von Al-Masdar News verheerend für die Rebellen. Die von den USA unterstützte Al-Nusra-Front und die Freie Syrische Armee (FSA) haben eine vernichtende Niederlage erlitten.

Dieser militärische Erfolg könnte in der gesamten Provinz Latakia offenbar einen Domino-Effekt aulösen, der auch auf die Provinz Idlib übergreifen könnte. Dort ist die militante Rebellengruppe Dschaisch al-Fatah aktiv. Nach Informationen der Zeitung Cumhuriyet wird die SAA auf die Stadt Dschisr asch-Schughur vorrücken.

Die Rebellen müssen sich nun auf SAA-Vorstöße aus den Anhöhen des Kurden-Gebirges (Jabal Al-Akrad) und dem Turkmenen-Gebirge (Jabal Al-Turkman) einstellen. Am Montag meldete die türkische Zeitung Hürriyet, dass das Turkmenen-Gebirge (Jabal Al-Turkman) vollständig von der SAA mit russischer Luftunterstützung erobert wurde. Al-Masdar News hatte zuvor berichtet, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis das Turkmenen-Gebirge erobert wird.

In dem Gebiet um die Stadt Al-Rabia in der Provinz Latakia, die sich an der Grenze zur Türkei befindet, sind alle Gegenoffensiven der Rebellen gescheitert. Zwanzig Dörfer fielen innerhalb von 72 Stunden nacheinander unter die Kontrolle der 103. Brigade der SAA und der Russen.

Ohne Salma und Al-Rabia sind die Rebellen nur noch auf zwei gut befestigte Dörfer im Kurden-Gebirge  – Kinsibba und Kabani – angewiesen. Salma befindet sich nur zwölf Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

In der östlichen Provinz Deir Ezzor hingegen gestalten sich die Kämpfe gegen die Terror-Miliz IS wesentlich schwieriger. Der IS hat in den vergangenen nach mehreren Rückschlägen Gegenoffensiven gestartet. Die russische Luftwaffe bombardiert hingegen Stellungen der Miliz, um den Vorstoß der SAA zu erleichtern.

Der militärische Erfolg Syriens mindert kurz vor der Syrien-Konferenz in Genf den Verhandlungsdruck auf den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Er und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin hatten gesagt, dass zwar mit Oppositionellen, jedoch nicht mit islamistischen „Terroristen“ verhandelt werde, doch diese Möglichkeit hatte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erstmals am Wochenende in den Raum gestellt.

Die Bundesregierung wirbt dafür, dass auch islamistische Rebellengruppen an den Friedensverhandlungen für Syrien beteiligt werden. „Ich fürchte, wir sind weit über den Moment hinaus, wo wir uns wirklich alle Gesprächspartner und Verhandlungsteilnehmer aussuchen könnten“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Wo sollen denn nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg, extremer Gewalt und um sich greifender Verrohung die gemäßigten Kreise herkommen?“ Damit bezieht die Regierung in Berlin klar Stellung in dem Streit, wer die Konfliktparteien in den für diese Woche in Genf erwarteten Gesprächen vertritt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Russische und chinesische Bomber führen gemeinsame Übungsflüge durch / Frage stellt sich immer mehr: Wer ist Freund, wer Feind?

Die Kooperation zwischen China und Russland nimmt Konturen an. Aber wer stellt sich Ihnen entgegen? Und sind Peking und Moskau wirklich...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Die USA gehören wegen ihrer Sanktionspolitik vor den Internationalen Gerichtshof

Lesen Sie das Interview von DWN-Autor Ralf Paulsen mit dem ehemaligen Sekretär der UN-Menschenrechtskommission und weltweit anerkannten...

DWN
Politik
Politik "Die russischen Soldaten stehlen alles - selbst Hundehütten"

Die DWN haben ein drittes Telefon-Interview mit dem ukrainischen Musiker Roman Antonyuk geführt, der mit seiner Familie in Lwiw (Lemberg)...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein "Mist" aus Russland: Bauern schlagen Alarm

Seit die Düngemittel-Importe aus Russland von der EU gestoppt wurden, herrscht Dünge-Mangel auf den europäischen Feldern.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globalisierung am Ende: Lieferketten werden dauerhaft unterbrochen bleiben

Der Abbruch vieler Lieferketten deutet auf das Ende der Globalisierung. Für die Weltwirtschaft wird es kein Zurück zum Zustand vor Corona...

DWN
Politik
Politik Griechenland beschwert sich bei UN wegen türkischer Kampfbomber

Im Konflikt mit der Türkei hat Griechenland nun die UN eingeschaltet. Denn türkische Kampfbomber überfliegen regelmäßig bewohnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz...