Wirtschaft

Gewerkschaft Zentrum: IG Metall sieht keinen Rechtsruck bei Betriebsratswahlen

Nach Angaben aus Gewerkschaften versuchten AfD-nahe Kräfte bei den Wahlen möglichst viele Mandate zu erringen. Dennoch bleibt die IG Metall bei den Betriebsratswahlen klar vorn. Trotz Stimmen für alternative Listen sieht die Gewerkschaft keinen Rechtsruck in den Betrieben.
18.03.2026 13:54
Lesezeit: 1 min

IG Metall: Kein Rechtsruck bei Betriebsratswahlen

Die IG Metall sieht sich bei den laufenden Betriebsratswahlen weit vorn. «Die bisherigen Ergebnisse zeigen im Schnitt über alle Betriebe, die bislang gewählt haben, fast 80 Prozent Stimmenanteil für die IG Metall», sagt die Erste Vorsitzende, Christiane Benner, der Nachrichtenagentur dpa.

Im Organisationsbereich der Gewerkschaft stehen noch bis Ende Mai insgesamt rund 60.000 Mandate in ungefähr 9.500 Betriebsratsgremien zur Wahl. Vor allem in Großbetrieben wie VW, Mercedes, Audi, oder Siemens Energy wurde bereits gewählt. Von den bis Dienstag vergebenen 2.900 Mandaten gingen nach Gewerkschaftsangaben etwa 2.300 an die IG Metall.

Kein Umsturz in Zwickau

«Von einem Rechtsruck kann in den Betrieben keine Rede sein», sagte Benner. Als Beispiel nannte sie das VW-Werk in Zwickau, für das schon vom rechten Umsturz fantasiert worden sei. Dort seien die Kolleginnen und Kollegen «stabil», sodass die IG Metall 29 von 35 Mandaten geholt habe.

Der als AfD-nah geltende Verein «Zentrum-Die alternative Gewerkschaft» hat nach eigenen Angaben erstmals mit jeweils zwei Mandaten den Einzug in die Betriebsräte bei Audi in Ingolstadt und VW in Braunschweig geschafft. In drei Mercedes-Werken wurden 16 Mandate geholt. In den VW-Werken Zwickau und Chemnitz sei das Bündnis Freie Betriebsräte mit jeweils vier Mandaten erfolgreich gewesen.

Verluste in Wolfsburg

Am VW-Stammsitz Wolfsburg hat die IG Metall zwar über zehn Prozentpunkte verloren, aber mit 74,8 Prozent ihre Spitzenposition verteidigt. Zweitstärkste Kraft wurde eine Liste des örtlichen, im Streit geschiedenen Ex-IG-Metall-Chefs Frank Patta.

Benner bezeichnete es als «nicht ungewöhnlich», dass an einigen Stellen rechte oder alternative Listen Stimmen geholt hätten. Die IG Metall wolle mit ihren Inhalten und Betriebsrätinnen und Betriebsräten überzeugen. Die Gewerkschaftschefin sagte: «Wenn wenige Prozent Stimmenanteil an andere Listen gehen, ist das zwar für uns bedauerlich, aber kein Weltuntergang. Unser Mandat ist nach wie vor stark, unsere Kraft ungebrochen!»

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