Finanzen

Chinas Devisen-Reserven sinken unter 3-Jahres-Tief

Lesezeit: 1 min
08.02.2016 15:53
Chinas Währungsreserven sind im Januar um rund 100 Milliarden Dollar gesunken. Mit etwa 3,23 Billionen Dollar liegen diese so niedrig wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Ein Großteil des Abbaus ist auf die Bemühungen der Regierung zurückzuführen, den Wert des Yuan zum Dollar zu stabilisieren um die laufende Kapitalflucht zu drosseln.
Chinas Devisen-Reserven sinken unter 3-Jahres-Tief

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Chinas Devisenreserven sind im Januar um fast 100 Milliarden Dollar geschrumpft, wie Financial Times am Montag bekanntgab. Derzeit umfassen sie noch etwa 3,2 Billionen Dollar und liegen damit so niedrig wie zuletzt Mitte 2012. Im Dezember 2015 meldete Chinas Notenbank mit rund 107 Milliarden Dollar noch eine etwas stärkere Reduktion.

Hinter den Verschiebungen stehen Bemühungen der Regierung, den Wert des unter Abwertungsdruck stehenden Yuan zum Dollar zu stabilisieren. Dazu müssen in großem Stil Dollar aus den Devisenreserven auf den Markt geworfen werden. Die Stärke der amerikanischen Währung ist dem Umstand geschuldet, dass Investoren seit geraumer Zeit ihre Anlagen in den Dollarraum umschichten, was den Kurs der chinesischen Landeswährung schwächt. Zudem haben Hedgefonds damit begonnen, auf eine weitere Abwertung des Yuan zu wetten.

Chinas Führung steht vor einem Dilemma: Verkauft sie weiter große Teile ihrer Währungsreserven, riskiert sie, ihren Staatsschatz in relativ kurzer Zeit aufzubrauchen. In einem Interview mit dem Sender CNBC gab ein Hedgefonds-Manager kürzlich zu bedenken, dass Chinas Wirtschaft auf Reserven von etwa 2,7 Billionen Dollar angewiesen sei. Die Zentralbank könnte den Verkauf ihrer Dollar-Devisen unter diesen Umständen nur noch einige Monate durchhalten.

Gibt sie ihren Widerstand gegen die Schwächung des Yuan hingegen auf, könnte die Landeswährung unkontrolliert abwerten. Die laufende Kapitalflucht vermögender Chinesen würde sich dann wahrscheinlich beschleunigen und internationale Spekulanten hätten noch mehr Grund, gegen die Währung zu wetten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Merkel fordert muslimische Verbände auf, Antisemitismus zu verurteilen – doch sie blendet ihre Flüchtlings-Politik aus

Kanzlerin Angela Merkel hat die muslimischen Verbände aufgefordert, sich klar gegen den Antisemitismus zu stellen. Doch das haben sie...

DWN
Deutschland
Deutschland Autofahrer: Klimavorgaben werden verschärft, Spritpreise werden drastisch steigen

Union und SPD wollen die Klimavorgabe für Treibstoffe noch einmal über die bisherigen Regierungspläne hinaus verschärfen. Eine ganz...

DWN
Politik
Politik Lawrow: Während der Pandemie verstärkt Deutschland die Eindämmung Russlands

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagt, dass Deutschland die Eindämmung Russlands verstärkt habe. „Grundlose und zunehmend absurde...

DWN
Finanzen
Finanzen Arbeitgeber wütend: Neuer Rat will Umbau des Arbeitsmarkts

Ende von Minijobs, Recht auf Homeoffice: Ein von Arbeitsminister Hubertus Heil eingesetzter Expertenrat hat erste Ergebnisse präsentiert....

DWN
Deutschland
Deutschland Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sinkt weiter deutlich

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat den negativen Trend der vergangenen Quartale in den ersten drei Monaten des Jahres...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Joe Biden will Chinas Staatskapitalismus nachahmen – Europa zieht mit

Chinas Staatskapitalismus findet offenbar Nachahmer. Auch in Amerika will die Politik nicht mehr nur Schiedsrichter sein, sondern ebenso...

DWN
Politik
Politik „Hochrangiges“ Gespräch mit Luisa Neubauer: Kanzlerin Merkel fürchtet mögliche „Klimaleugner-Mehrheit“

In einem außerordentlich „hochrangigen“ Gespräch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Kanzlerin Merkel gesagt, dass die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Lithium-Markt steht vor einer Angebotsknappheit

Wegen der steigenden Nachfrage steht der weltweite Lithium-Markt vor einer Angebotsknappheit. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende...