Politik

Nach Istanbul-Anschlag: TUI-Buchungen brechen um fast die Hälfte ein

Lesezeit: 1 min
10.02.2016 01:22
Nach dem Anschlag in Istanbul dürfte sich beim Reiseanbieter TUI dürfte die Zahl der Türkei-Urlauber in diesem Jahr halbieren. Das Unternehmen versucht, die Touristen in anderen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer unterzubringen.
Nach Istanbul-Anschlag: TUI-Buchungen brechen um fast die Hälfte ein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

TUI -Urlauber machen in diesem Sommer nach dem Anschlag auf deutsche Touristen in Istanbul einen großen Bogen um die Türkei. Die Buchungen für den Sommer liegen 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie TUI am Dienstag mitteilte. Die Zahl der TUI-Urlauber in diesem Sommer in der Türkei dürfte sich deshalb auf eine Million halbieren und die Gewinnmargen für TUI sinken.

Der Rückgang habe Folgen, da das Land traditionell einer der größten Reisemärkte sei, sagte TUI-Chef Friedrich Joussen. Unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen rangiere die Türkei mit großen Urlaubsorten wie Antalya oder Bodrum an dritter Stelle. Der Konzern sehe sich in der Lage, schnell auf die Veränderung zu reagieren und Gästen in anderen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer unterzubringen. Länder wie Spanien seien bereits „ziemlich ausgebucht.“

Trotz der Unsicherheiten hält der Thomas-Cook -Rivale an seiner Geschäftsprognose fest und will im Geschäftsjahr 2015/16 (bis Ende September) das operative Ergebnis um mindestens zehn Prozent steigern. Im ersten Quartal belief sich der operative Verlust (bereinigtes Ebita) auf 101,7 Millionen Euro nach 104,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen – Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient.

Der Konzern fusionierte vor über einem Jahr mit dem britischen Ableger TUI Travel. Nach dem Zusammengehen führte Joussen das Unternehmen zusammen mit dem Ex-TUI-Travel-Chef Peter Long. Der Brite räumt auf der heutigen Hauptversammlung in Hannover den Top-Posten und wechselt in den Aufsichtsrat. Damit lenkt Joussen den größten Reisekonzern Europas allein.

Die Aussicht auf deutlich weniger Türkei-Urlauber hat TUI am Dienstag zugesetzt. Die Aktien des Reisekonzerns rutschten in London um bis zu 3,8 Prozent ab. Im europäischen Branchenindex waren sie einer der schwächsten Werte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Monetärer „Reset“: Warum der Goldstandard das Fiat-Geldsystem ersetzen muss

Das aktuelle Fiat-Geldsystem ist durchsät von finanziellen Verzerrungen und Schulden. Dieses System ist eigentlich am Ende. Der Übergang...

DWN
Technologie
Technologie Edward Snowden: Die Lockdowns machen Geheimdienste und Konzerne noch mächtiger

Die weltweiten Lockdowns sind die Fortsetzung einer Entwicklung, die der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden seit langem kritisiert:...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wirtschaft kritisiert Lockdown-Verlängerung: Einzelhandel und Gastgewerbe werden im Regen stehen gelassen

Wirtschaftsverbände kritisieren die neuesten Beschlüsse der Bundesregierung als Nackenschlag für deutsche Firmen - insbesondere für...

DWN
Deutschland
Deutschland Ergebnisse des Corona-Gipfels sind eine „Katastrophe“ für den Einzelhandel

Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind nach Einschätzung des Handelsverbands HDE eine „Katastrophe“ für den Einzelhandel.

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn sich die Börse überhitzt, bringt Gold Sicherheit ins Portfolio

Die Daten zeigen es: Wenn es an der Börse stark bergab geht, dann haben in der Vergangenheit jene Investoren gut abgeschnitten, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Es rollt eine Lawine von faulen Krediten auf die EU-Banken zu

Die EU bestätigt, dass nach der Pandemie eine große Welle von Insolvenzen zu zahlreichen faulen Krediten führen wird.

DWN
Politik
Politik Türkei: Erneuter Absturz mit Eurocopter, zehn Soldaten und ein Top-General tot

Bei einem Absturz mit einem Hubschrauber der französischen Klasse Eurocopter AS532 Cougar sind in der Türkei elf Militärs ums Leben...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Herzogin Meghan nennt britisches Königshaus „die Firma“

Herzogin Meghan hat das britische Königshaus im Streit als „Firma“ bezeichnet. Diese Einschätzung ist zutreffend, die Krone ist...