Finanzen

Schweizer Privatbank EFG will Rivalen BSI übernehmen

Lesezeit: 1 min
19.02.2016 15:59
Die EFG International will offenbar die Tessiner Privatbank BSI übernehmen. Bei einem Zusammenschluss würden beide Geldhäuser gemeinsam ein Vermögen von rund 170 Milliarden Franken verwalten. Die BSI gehört der brasilianischen Investmentbank BTG, die wegen eines Korruptions-Skandals finanziell unter Druck geraten ist.
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In der Schweiz bahnt sich ein milliardenschwerer Zusammenschluss in der Vermögensverwaltungsbranche an. EFG International verhandelt mit der brasilianischen BTG Pactual exklusiv über eine Übernahme ihrer Schweizer Privatbankentochter BSI, wie EFG am Freitag mitteilte. Die Investmentbank BTG bestätigte dies. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Zuvor hatte Reuters von zwei mit der Transaktion vertrauten Personen erfahren, dass das Geschäft bereits kommende Woche angekündigt werden könnte. Geht der Deal zwischen den beiden etwa gleich großen Instituten tatsächlich über die Bühne, entsteht das fünftgrößte Unternehmen der Branche in der Schweiz mit verwalteten Vermögen von zusammen rund 170 Milliarden Franken.

Der Preis stehe noch nicht fest, doch insgesamt könnte BSI mit bis zu 1,6 Milliarden Dollar bewertet werden, sagte einer der Insider. Die gegenwärtigen Pläne sähen vor, dass BTG einen Anteil von 20 bis 30 Prozent an der neuen Gesellschaft halten werde. Einen Teil des Verkaufserlöses sollen die Brasilianer aber in Bar erhalten. BTG Pactual hatte den Verkauf von BSI eingeleitet, nachdem ihr Gründer Andre Esteves im November in Zusammenhang mit einer Korruptionsuntersuchung verhaftet worden war. Mit dem Verkauf von Unternehmensteilen will BTG Schulden abbauen. Wegen des Korruptionsskandals beim staatlichen Ölkonzern Petrobras ist der Mutterkonzern der BSI finanziell unter Druck geraten.

Nach Aussagen des zweiten Insiders spricht EFG derzeit mit der Schweizer Finanzmarktaufsicht über die Auswirkungen eines Zusammenschlusses. BSI ist der größte Arbeitgeber im italienischsprachigen Kanton Tessin. BSI wollte sich vorerst nicht äußern. Mehrheitsaktionär von EFG ist die griechisch-schweizerische Reeder-Familie Latsis.

Die Zahl der Banken in der Schweiz schrumpft seit Jahren. Steigende Kosten für die Informatik und die Einhaltung der strengeren Regeln der Aufseher verschlingen so viel Geld, dass viele Institute nicht mehr genügend rentabel betrieben werden können. Größe ist von Vorteil, weil damit die Kosten auf mehr Kunden verteilt werden können. EFG verfügt über eine Infrastruktur, die auf wesentlich mehr Kundengelder ausgerichtet ist. „Mit gut 80 Milliarden Franken verwalteten Vermögen bräuchte EFG in der Tat einen Deal, der sie in einem Aufwasch auf eine andere Größenstufe führen würde“, erklärte ZKB-Analyst Michael Kunz. An der Börse legte EFG 2,6 Prozent zu.

 


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