Finanzen

Flucht ins Bargeld: Schweizer horten 1.000-Franken-Scheine

Lesezeit: 1 min
23.02.2016 01:22
Die Zahl der in Umlauf befindlichen 1.000-Franken-Scheine ist sprunghaft gestiegen. Die Schweizer versuchen offenbar massiv, sich vor der finanziellen Repression zu schützen.
Flucht ins Bargeld: Schweizer horten 1.000-Franken-Scheine

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Das Wall Street Journal berichtet von einem sprunghaften Anstieg der in Umlauf befindlichen 1.000 Franken-Banknoten. Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ergeben, dass der Wert mittlerweile 45,2 Milliarden Franken in Form dieser in der Welt einzigartig hohen Geldscheine entspricht. Im vergangenen Jahr ist der Betrag um 17 Prozent gestiegen.

Das WSJ zitiert Karsten Junius von der Sarasin-Bank: Er sagt, die Entwicklung sei eine „offensichtliche“ Folge der Negativzinsen. Die Bürger fürchten, dass die Banken ihnen schrittweise auch für kleinere Depots Strafgebühren berechnen könnten. Seit 2014 gibt es in der Schweiz Strafzinsen von 0,75 Prozent. Die Leute würden das Geld nicht zum Bezahlen in Läden verhindern – was schon praktisch schwierig ist, weil die meisten Läden keine solch hohen Scheine wegen der Gefahr annehmen, es könne sich um Fälschungen handeln.

Natürlich darf bei der Beurteilung des Phänomens auch der Hinweis auf Steuerflucht und Korruption nicht fehlen: Eine Studie von Standard Chartered hat ergeben, dass die Leute das Geld vor allem für kriminelle Handlungen verwenden. Die Kriminalisierung von Bargeld ist aktuell in Mode: Auch das Bundesfinanzministerium hat eine Studie in Auftrag gegeben, der zufolge Deutschland ein Hort der Kriminalität sein soll – weil es keine Bargeld-Grenzen gibt. Daher will die Bunderegierung demnächst eine Obergrenze einführen.

Wie hoch diese in Deutschland liegen wird, ist unklar: Um die Sparer nicht unnötig zu beunruhigen, hat der Michael Meister von der CDU in der ARD gesagt, Deutschland werde 5.000 Euro vorschlagen. Doch dieser Vorschlag ist, so Meister, nur der Vorschlag, mit dem Deutschland in die Verhandlungen mit der EU gehen wird. Nachdem die meisten Staaten niedrigere Obergrenzen haben, kann man davon ausgehen, dass die Grenze für Bargeschäfte in Deutschland künftig eher bei 3.000 Euro liegen könnte. So hoch ist sie aktuell in Italien, Dänemark erlaubt überhaupt keine höheren Bargeschäfte mehr.

Die SNB beruhigt vorerst: Der begehrte Schein, der aktuell das Porträt des Historikers Jacob Burckhardt trägt, existiere seit 1907. An seine Abschaffung sei nicht gedacht.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Botschaft an Europa: Die USA rücken von der Monroe-Doktrin ab

Die neue US-Regierung hat offenbar einen Wandel in der amerikanischen Lateinamerika-Politik eingeleitet.

DWN
Politik
Politik Spahns Gesundheitsministerium meldet plötzlich: „Mitglieder des Beirats betonten, dass die Pandemie zu keinem Zeitpunkt die stationäre Versorgung an ihre Grenzen gebracht hat“

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge hat die Pandemie die stationäre Versorgung zu keinem Zeitpunkt an ihre Grenzen gebracht. Das geht...

DWN
Politik
Politik Paukenschlag in Nahost: Saudi-Arabien schickt Geheimdienstchef zu Gesprächen nach Syrien

Bislang unbestätigten Berichten zufolge bereitet Saudi-Arabien eine Normalisierung in den Beziehungen zu Syrien vor. In die geopolitische...

DWN
Finanzen
Finanzen Robuste Silbernachfrage wird den Preis deutlich nach oben ziehen

Der Silbermarkt stand zuletzt im Schatten der wirtschaftlichen Krise. Doch dieses Jahr wird der Silberpreis nicht mehr nur von Anlegern...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Finanzministerin Yellen löst Verwirrung um mögliche Zinserhöhungen aus

US-Finanzministerin Janet Yellen hat mit Bemerkungen zu angeblich notwendigen Leitzins-Anhebungen Verwirrung ausgelöst.

DWN
Politik
Politik Blaupause des Verteidigungsministeriums sieht grundlegenden Umbau der Bundeswehr vor

Eine vom Bundesverteidigungsministerium erarbeitete Blaupause sieht einen grundlegenden Umbau der Bundeswehr vor - die Truppe soll...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Welthandel: Chinas Import-Boom beflügelt den Baltic Dry Index

Chinas massive Rohstoffimporte haben den wichtigsten Seehandels-Indikator beflügelt. Analysten zufolge hat der Baltic Dry Index ein...

DWN
Deutschland
Deutschland Nach Entscheidung gegen Maskenpflicht: Bayrische Staatsanwaltschaft geht gegen Richterin vor

Nach dem Weilheimer Urteil zur Maskenpflicht in der Schule prüft nun die Staatsanwaltschaft mehrere Anzeigen wegen Rechtsbeugung gegen die...