Politik

Intervention des Verfassungs-Gerichts: Türkische Journalisten freigelassen

Lesezeit: 1 min
26.02.2016 10:05
Zwei in Untersuchungshaft sitzende Journalisten wurden am Freitag in der Türkei freigelassen. Zuvor hatte das Verfassungsgericht die Haft für unrechtmäßig erklärt. Die Festnahme der beiden bekannten Journalisten hatte vor drei Monaten international für Aufsehen gesorgt. Ihnen wurde von der Regierung Erdogan Spionage vorgeworfen.
Intervention des Verfassungs-Gerichts: Türkische Journalisten freigelassen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nach drei Monaten in Haft sind die beiden prominenten türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül wieder frei, wie AFP meldet. Die beiden verließen am Freitagmorgen das Silivri-Gefängnis in Istanbul. Das türkische Verfassungsgericht hatte das Vorgehen gegen den Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ und seines Bürochefs in Ankara am Vortag für nicht rechtens erklärt. Der Fall hatte auch international scharfe Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgelöst.

Die beiden Männer wurden von ihren Familien und Kollegen vor dem Gefängnistor jubelnd empfangen. „Ich denke, das ist eine historische Entscheidung“, sagte Chefredakteur Dündar laut der Nachrichtenagentur Cihan. „Sie gilt für alle unsere Kollegen, die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit.“ Zum Tag seiner Freilassung, der gleichzeitig der Geburtstag Erdogans ist, sagte Dündar ironisch: „Wir sind sehr glücklich, seinen Geburtstag zu feiern und unsere Freilassung.“

Das Verfassungsgericht hatte am Donnerstag mit zwölf gegen drei Richterstimmen entschieden, dass die „Rechte auf persönliche Freiheit und Sicherheit“ von Dündar und Gül verletzt wurden. Reporter ohne Grenzen zeigte sich „hoch erfreut“ über die Freilassung der beiden Journalisten, erinnerte

aber daran, dass ihnen immer noch ein Prozess bevorstehe. „Wir werden nicht aufgeben, bis die absurden Vorwürfe gegen sie fallengelassen wurden“, erklärte Generalsekretär Christophe Deloire.

Die für Terrordelikte zuständige Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft den beiden Journalisten, die Ende November in Untersuchungshaft kamen, Spionage und einen Umsturzversuch gegen die Regierung vor. Sie sollen mit Berichten über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an islamistische Rebellen in Syrien Staatsgeheimnisse verraten haben. Die Staatsanwaltschaft fordert

lebenslange Haft für das Duo. Der Prozess soll am 25. März beginnen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Bürgermeister in Bayern trotz Impfung infiziert – er bekam AstraZeneca

In Bayern wurde ein Bürgermeister mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft. Trotzdem infizierte er sich mit dem Corona-Virus.

DWN
Unternehmen
Unternehmen EZB-Chefin Lagarde mit wichtigen Versprechen an den deutschen Mittelstand

Angesichts der Corona-Krise hat EZB-Chefin Christine Lagarde dem deutschen Mittelstand versprochen, dass die Währungshüter den...

DWN
Politik
Politik Spahn schlägt zurück: Er will Namen aller Beteiligten an Masken-Deals öffentlich nennen

In den vergangenen Tagen hatten sich Konzern-Chefs, Bundestagsabgeordnete, Medien und sogar Fraktionskollegen auf Spahn wegen seines...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin schwächelt: Ende des Bullenmarkts oder Chance zum Einstieg?

Seit seinem Rekordhoch am 21. Februar befindet sich Bitcoin in einer Phase der Schwäche. Doch Analysten erwarten weitere Rekorde, sobald...

DWN
Finanzen
Finanzen Die lange Zutatenliste für den Inflations-Cocktail 2021

Mehrere Faktoren stehen bereit, um die Geldentwertung im laufenden Jahr anzufachen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die neue Völkerwanderung: Amerikaner verlassen in Scharen die Großstädte, um aufs Land zu ziehen

In den USA findet seit einiger Zeit eine starke Binnenwanderung statt. Viele Bürger verlassen die Städte, um in ländlichere Regionen zu...

DWN
Politik
Politik Putin und Assad machen türkisch-kontrollierten Schwarzmarkt in Nordsyrien dem Erdboden gleich

Russland und Syrien haben am Freitag einen Markt und eine Raffinerie in Brand geschossen, an denen geraubtes syrisches Erdöl gehandelt und...

DWN
Politik
Politik Biden entsendet Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

US-Präsident Joe Biden hat eine Mission mit Langstrecken-Bombern in den Nahen Osten angeordnet.