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Baywa Milliardenverlust: Jahreszahlen zeigen das ganze Ausmaß der Krise beim Mischkonzern

Jetzt ist der Milliardenverlust bei der Baywa amtlich: Das Minus von 1,6 Milliarden Euro ist vor allem auf Abschreibungen bei der Ökostromtochter zurückzuführen. Die Sanierung des Traditionsunternehmens sieht eine Rückbesinnung auf das deutsche Agrargeschäft vor.
10.07.2025 15:23
Lesezeit: 2 min

Jetzt ist der Milliardenverlust bei der Baywa amtlich: 1,6 Milliarden Euro sind es für das abgelaufene Jahr – wie vor eine Woche angekündigt. So steht es im Bericht für das Geschäftsjahr 2024, den der tief in der Krise steckende Konzern nun endlich vorlegt – mit ordentlicher Verspätung und ungewöhnlicherweise erst nach der Quartalsmitteilung für die ersten drei Monate des laufenden Jahres. Er zeigt auch: Die Krise zieht sich fast durch alle Bereiche und der horrende Verlust liegt nicht nur an Abschreibungen. Immerhin: Die drückenden Schulden sind geschrumpft, und es gibt erste Zeichen der Besserung.

Jahreszahlen zeigen Ausmaß der Krise beim Mischkonzern Baywa

Insgesamt weist die Baywa sechs Geschäftsbereiche aus. Nur der Obst- und Gemüsehandel konnte sich 2024 beim operativen Ergebnis verbessern, was allerdings auch daran liegt, dass er 2023 unter schweren Unwettern gelitten hatte. Beim Rest geht es bergab, am deutlichsten bei den regenerativen Energien. Der Umsatz fällt hier um 29 Prozent auf 4,1 Milliarden, das operative Ergebnis stürzt auf minus 732 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Bereich mit dem höchsten positiven operativen Ergebnis ist aktuell Technik, der 60 Millionen Euro erwirtschaftete – das ist nicht einmal ein Zwölftel. Andere Bereiche wie Agrar, der Getreidehandel oder Energie büßen dagegen teils deutlich ein.

Wertberichtigungen von mehr als 900 Millionen

Der Verlust von 1,6 Milliarden Euro unter dem Strich kommt allerdings nicht nur durch die schwachen Geschäfte zustande. Ein Teil geht auch auf Wertberichtigungen von 922 Millionen Euro zurück. Auch hier dürften die erneuerbaren Energien eine gewichtige Rolle spielen.

„Im vergangenen Jahr hat die BayWa die schwerste Unternehmenskrise seit Bestehen erlebt. Entsprechend standen eine Reihe notwendiger, harter und auch mutiger Grundsatzentscheidungen an“, sagt der noch relativ neue Konzernchef Frank Hiller. „Diese Entscheidungen zeigen aber schon ihre Wirkung.“ Die ersten Ergebnisse für 2025 seien positiv. Im ersten Quartal lag die Baywa nach eigener Aussage insgesamt über Plan und Vorjahr.

Zum Sanierungskonzept gehört auch ein Stellenabbau um 1.300 Vollzeitstellen. Mehr als Hälfte davon ist dem Konzern zufolge bereits umgesetzt. Auch die Nettoverschuldung ist geschrumpft: Auf Jahressicht um rund 800 Millionen auf knapp 4,4 Milliarden Euro.

In den kommenden Jahren will die Baywa schrumpfen. Unter anderem will sie weiterhin ihr kriselndes Geschäft mit erneuerbaren Energien verkaufen und sich auf ihr altes Kerngeschäft konzentrieren. Bis 2028 soll so der Umsatz von zuletzt 21,1 Milliarden Euro auf 11,3 Milliarden sinken. Dafür soll es mit dem Ergebnis kräftig nach oben gehen.

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