Politik

Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens „Agile“ soll mit 115 Millionen Euro dafür sorgen, dass modernste Technik wie Drohnen oder KI-Systeme deutlich zügiger den Weg auf das Schlachtfeld finden. Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen und die Verteidigungsfähigkeit drastisch zu beschleunigen.
25.03.2026 15:11
Lesezeit: 1 min
Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
Mit dem neuen Förderprogramm "Agile" will die EU militärische Technologien wie Drohnen und KI in nur ein bis drei Jahren einsatzbereit machen. Was steckt dahinter? (Foto: dpa) Foto: Friso Gentsch

Lehren aus dem Ukraine-Krieg und Fokus auf High-Tech

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat verdeutlicht, dass der Erfolg moderner Kriegsführung maßgeblich von extrem kurzen Entwicklungszyklen abhängt. Laut der EU-Kommission entscheidet heute oft die Fähigkeit, kosteneffiziente Lösungen innerhalb von Wochen statt Jahren einsatzbereit zu machen. Das neue Programm soll gezielt kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, die in zukunftsweisenden Bereichen wie der Robotik oder der Künstlichen Intelligenz forschen, um technologische Rückstände zu vermeiden.

Schnelle Genehmigungsverfahren und Millionen-Förderung

Um dieses Tempo zu erreichen, setzt die Kommission auf eine radikale Verkürzung der bürokratischen Prozesse. Förderanträge sollen künftig innerhalb von nur vier Monaten geprüft werden, damit neue Technologien bereits nach ein bis drei Jahren bei den Streitkräften ankommen. In einer ersten Phase ist geplant, bis zu 30 ausgewählte Projekte mit Summen zwischen einer und fünf Millionen Euro zu bezuschussen.

Zeitplan für die Umsetzung im EU-Parlament

Der von Vizekommissionspräsidentin Henna Virkkunen und Verteidigungskommissar Andrius Kubilius vorgestellte Entwurf muss nun die Hürden im Rat der Mitgliedstaaten sowie im Europäischen Parlament nehmen. Verläuft der Abstimmungsprozess nach Plan, könnte das Instrument „Agile“ ab Anfang 2027 einsatzbereit sein und die europäische Rüstungslandschaft nachhaltig modernisieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien schließen uneinheitlich, während sich die Rendite 10-jähriger Anleihen 5,2 Prozent nähert
24.09.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street aktuell in Atem halten und was das für Ihre Anlagen bedeutet.

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...